Sunday, 2. june 2013
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Montag, den 6. Mai 2013; noch immer Vatikanisches Museum, diesmal der Höhepunkt: die Sixtinische Kapelle
Lange,
wunderbare Gänge wurden wir entlang geleitet im Strom der Beschauer. Die von Michelangelo ausgemalte Decke samt Chorwand ist ganz am Ende der verwinkelten Vatikansgebäude zu finden, nahe am
Petersdom. Ursprünglich war sie gedacht als Trutz- und Schutzkirche für den Papst bei Angriffen und Überfällen, dann wurde dazu die Engelsburg auserkoren. Verbaut wie sie war - oben drauf waren
ursprünglich Zinnen und Unterkünfte für Soldaten - sollte die Sixtinische, bschloss Papst Julius II, innen zumindest hübsch aussehen und ihre Asymetrie vergessen lassen. Michelangelo, der
Bildhauer, erhielt gegen seinen Willen den Auftrag. Und getreu seiner Arbeitsethik verbiss er sich in ihn, lehnte die sonst üblichen Hilfen von Malerfreunden ab und erschuf die Genesis neu an die
Decke der Kirche. Getreu dem Vorbild des Schöpfers in der Bibel kraftvoll und ohne Kleider.
War schon das ganze Museum voll, übervoll, so wurde es im Gang vor der Kapelle gerammelt voll. Und der Stau schleppte sich bis in den Innenraum der Kirche, dicht an dicht standen die Besucher,
schoben sich nach hinten durch, starrten nach oben, leise murmelnd, staunend. Wächter, Herolden gleich, thronen am Eingang neben dem Altar über der Menge und dröhnen mit ihren tiefen, weit
tragenden Stimmen immer wieder „Silencio“ und „No Photos“. Doch unablässig wurde geredet und einige unbelehrbare schickten umbekümmert die Blitze ihrer Smartphones zum Himmel.
Ich hatte mich mit der Menge in den Raum
hinein spülen lassen, auf meine Füße geschaut, wollte die Herrlichkeit über mir mit einem Blick erfassen. Um dann in der Enge, im Gedränge unter zu gehen. Platzangst erfasste mich, wollte mich an
M festhalten, da war auch sie verschwunden, weggespült, außer Reichweite. Gott sei Dank habe ich sie gefunden und in einer ruhigen Ecke hinter der Abgrenzung, wo früher das einfache Volk stand,
da haben wir Zeit und Muße zum Staunen gefunden. Gesehen hatte ich sie alle, die Bilder die die Schöpfung ein zweites Mal erschaffen (nichts geringeres hatte Michelangelo im Sinn). Es gibt in der
Malerei keinen Vergleich zur Wirklichkeit da oben, zu den Figuren....(mal wieder fehlen mir doe Worte. Bei diesem unglaublichen Werk nicht verwunderlich. Man muss es gesehen haben).
Nur noch eine Geschichte, die zu diesem Überkünstlers passt. Zehn Minuten nach oben starren hatten gereicht, um Hals, Kopf und Schultern müde werden zu lassen. Jeden Tag hat Michelangelo von
Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang unter der Decke gemalt, den Kopf nach hinten gebogen, die Arme wurden ihm schwer, der Körper steif, Farbe tropfte ihm ins Gesicht und in die Augen, auch wenn er
sie zu Schlitzen zusammen kniff. Als es nicht mehr ging in dieser Position zu malen, ließ er das Gerüst höher hinauf bauen. Da saß er nun, näher der Decke auf seinen Fersen, die Augen eng an der
Wand. Doch sein ausgemergelt Körper hielt auch diese Position nicht lange durch. Nochmals ließ er das Gerüst höher stellen. Jetzt lag er auf dem Rücken, die Beine angezogen wie ein Fötus, in
dieser Haltung seine Arme abstützend und erleichternd, die oft kaum den Pinsel halten konnten. Nur einen Helfer hatte er, gestattete er sich, der rührte den Speis für den Freskenuntergrund an,
trug die Säcke die Leiter hoch und stützte den Meister, wenn er taumelnd auf die Beine kam. Vier Jahre hat Michelangelo diese Tortur an der Decke ausgehalten. Dann war das Meisterwerk fertig.
Fotos aus Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Sixtinische_Kapelle,
Autor: By Aaron Logan, from http://www.lightmatter.net/gallery/albums.php {{cc-by}}
See page for author [CC-BY-2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons
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