Wednesday, 27. july 2011 3 27 /07 /Juli /2011 11:02

Southbeach R mit KamelM: Montag 16.10.06
Wir waren über eine Woche lang am Südstrand. Eigentlich wollten wir nur drei Tage bleiben, aber R hat sich dort so gut erholt und der Aufenthalt hat den Vorteil, dass er da nicht an seinen geliebten Computer kann. So haben wir den Urlaub ausgedehnt. Wir haben in der Sonne und im Schatten gelegen, gedöst, gelesen, sind am Strand entlang gelaufen, haben gegessen, geredet, Hörbücher gehört und viel geschlafen. Leider gibt es jetzt einen neuen Koch, dessen „Raffinesse“ darin besteht, auf alles Mayonnaise zu schütten. Am Strand entstehen jede Menge neuer Hütten und Lodges, Gott-sei-Dank einstöckig, aber ich denke, zu Weihnachten wird wesentlich mehr los sein als wir es bisher gewöhnt waren. Vielleicht werde ich ja dann auch nicht mehr so angestarrt, wenn ich mit meinem Bikini rumlaufe?
Kiosk KipepeoAm Freitag habe ich R ins Büro gefahren, zu Hause nach dem Rechten und den Emails gesehen und ihn wieder abgeholt, zum Strand. Als ich zu unserer Wohnung kam, war gerade ein städtischer Bulldozer da gewesen und hatte „unseren“ Kiosk, den Fahrradreparateur umgeworfen. Alle standen entgeistert um die Trümmer herum und begannen dann, aufzuräumen und zu retten, was es noch zu retten gab. Traurig, traurig! Und Reinhold kann jetzt nicht mehr schnell Zigaretten holen. Ich bring ihm ja vom Einkaufen keine mit! Auch die anderen Verkaufsbuden entlang der Straße sind umgerissen worden . Die Menschen laufen zwischen den Trümmern herum und suchen, ob sie noch etwas finden, was gebraucht werden kann. Besonders die Balken und Bretter für neue Hütten werden abgeholt, die Steine geklopft.....Oder sie sitzen traurig mit ein paar Sachen inmitten der Trümmer und versuchen noch etwas zu verkaufen.

R: Die Stadt lässt alle wild gewucherten Kioske abreißen. Es waren ihrer viele. Leute haben ihr eigenes, klitzekleines Geschäft aufgemacht, vielleicht Blumen oder Dar-es-Salaam-auf-dem-Weg-zum-Markt.jpgObst im fernen Großmarkt oder auf dem Land gekauft und an der viel bewohnten Strasse im reicheren Viertel für ein wenig Gewinn weiter verkauft. Und die paar Pfennige Mehreinnahmen wieder investiert und mehr verkauft. Sich ein paar Bretter besorgt, eine Bude gebaut. Neben das Obst ein paar Zigaretten gelegt. Nicht in Packungen, einzeln. Die Bude angestrichen, das Angebot ein wenig vergrößert. Es war genug um die Familie zu ernähren. Jetzt sind sie weg. Sie sollen alle auf einen zentralen Platz. Niemand von der alten Klientel wird dort kaufen. Ihr Vorteil war das billige Angebot weil selbst herangetragene Waren nicht so viel kosten wie Anlieferer. Und sie arbeiteten ohne Steuern und Abgaben. Sie waren ja nur „informell" tätig. Jetzt ist das ganze Bunte am Straßenrand verschwunden. Und das billige Einkaufen auch. Schade. Aber die Stadt will Ordnung und will Steuern. Auch ein Argument.

Eine traurige Ansicht ohne den Kiosk gegenüber. Unser Wahrzeichen ist fort. Freitag kam ein Bulldozer der Stadt und hat ihn umgefahren. Es ist es ein Verlust für mich. Nie wieder das Klacken der Halma-Steine aus Kronenkorken, nie wieder die eifernden Stimmen bei der Auswertung der Spiele, nie wieder die Musik aus dem Kofferradio, Sonntags oft kirchlich und gospelhaft, sonst tansanisch-träge. Nie wieder Eier und Zigaretten und Getränke auf der Straße gegenüber. Traurig aber wahr. Das Land entwickelt sich.

Sag nie „nie wieder“ in Tansania. 3 Tage später hat sich die Fahrrad Reparatur 200 m weiter vorne unter den Bäumen etabliert. 

M: Die ersten Kleinunternehmer sind schon wieder da. Die, die was verkaufen, achten darauf, dass sie jederzeit verschwinden können. Sie stehen mit Bauchläden herum, verkaufen Kleinkram, andere sitzen auf Plastikstühlen unter Bäumen mit ihren Angeboten: einer Tafel, auf der sie sich als Spezialisten für Reparaturen von elektrischen Geräten und Leitungen anbieten, zwei Frauen, die ihren Kundinnen einen Pappdeckel zum Sitzen auf dem Boden offerieren und ihnen in stundenlanger Arbeit eine Zöpfchenfrisur flechten. Wo die Obstbuden standen, stehen jetzt Blumentöpfe, die ebenfalls schnell weg geräumt werden können. Die Buden (Container) mit dem Kunsthandwerk sind einfach ein paar Meter zurück gesetzt worden, stehen jetzt im Garten eines Mietshauses und haben ihren Betrieb wieder aufgenommen. Wo unser Fahrradmechaniker und –kiosk stand, hängt nur noch ein Fahrradschloss am Zaun und man wundert sich, dass dort jemals Platz für einen Kiosk war.

TAN-Schmetterlingshaus-0991.jpgAm letzten Sonntag saß ich gerade auf dem Balkon   und vertrieb ab und an die Krähen aus unserem Garten, als ich ein maschinelles Getöse hörte: eine große Straßenmaschine kam  angeholpert und schob unsere „Straße“ gerade. Die Löcher waren mittlerweile so tief, dass normale Wagen kaum noch fahren konnten und alles im Schritttempo ging. Jetzt ist alles eben und plötzlich wird wieder gerast, die Wagen ziehen eine gewaltigen Staubwolke hinter sich her, und die Leute, die zu Fuß gehen, bedecken ihr Gesicht mit Tüchern. Auch in der Wohnung ist es wieder staubiger.



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Monday, 25. july 2011 1 25 /07 /Juli /2011 12:54

Familie-Freunde 8163Vor einer Woche mit Tati&Jan nach Berlin. Im Wohnmobil. Dane & Rainer hatten alles vorbereitet und geebnet, wunderbar.

 

Familie-Freunde 8169Stadtrundfahrt auf dem Wasser (die Sonne knallte entgegen dem Wetterbericht und bescherte mir eine verbrannte Nase), Technikmuseum (nur für uns Männer, die Frauen waren Schaufenster von außen und innen betrachten), Kebab beim besten Türken (die Beiden haben gleich 2 verdrückt), lausige Abende im Garten (in H, sagt Mutter, regnet es), reichlich gutes Essen (hab 2 Kilo zugenommen), doch der Höhepunkt blieb ein Geheimnis (Nacht der langen Messer, boten wir an, Museen, Fallschirmspringen, die Kinder guckten dumm). "WE WILL ROCK YOU", die Queen der Musical in Berlin war begeisternd, weitaus besser als gedacht, rockte bis zur Schmerzgrenze, kam dem Original recht nahe. Da sollten die mal ihre SUPERSTARS suchen gehen!

 

Dann kam der Regen, begleitete uns auf der Heimfahrt (M musste alleine fahren, der Augenarzt hat mir bis zur Operation Fahren verboten), das macht sie bravourös. Nu hocken wir drinnen, sie spielen Skat, lösen Sudoka, schauen Filmchen in YouTube, manchmal auch einen Film, essen Kuchen bei Marga&Klaus und schlafen. Jan am längsten. Wie man so lange schlafen kann bleibt mir ein Rätsel. Solch umgänglich-zufriedene jungen Leute sind mir noch nicht begegnet. Mein Herz geht auf und M tut alles, um sie glücklich zu machen.

 

Nach Biedenkopf fahren wir heute, morgen nach Marburg, vielleicht die Tage, wenn die Sonne scheint, auch mit dem Fahrrad, Mirjam&Mario besuchen, Alex hat einen Abend mit Pokern angeboten, Kino wartet, Schwester Hanne nebst Jörg und Lukas kommen (oder wir fahren zu ihnen), noch viel vor haben wir. Ihre Winterferien (denn jetzt ist es Winter in Peru) sind nicht lange, nächste Woche müssen sie wieder zurück. Wir aber haben vor, sie wieder in unserem Winter zu besuchen. Dann ist da Sommer.

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Sunday, 24. july 2011 7 24 /07 /Juli /2011 10:38

Die Kinder haben bewundernswert friedlich die Fahrt überstanden. Wir sind in einem Hotel direkt am See untergebracht. Herrlich, darin zu schwimmen und an seinem Strand mit dem feinen Sand zu liegen. Neben uns wäscht ein Dienstmädchen langsam und lässig Bettwäsche, breitet sie auf dem Sand zum Trocknen und Bleichen aus, setzt sich unter einen Baum und wartet, bis die Wäsche trocken ist. o Friedemann & coIn der Nähe des Hafens ein Areal groß wie ein Fußballfeld, ausgelegt mit kleinen Fischen. Dagaa ist die Spezialität der Region: ein sardinenartiger Fisch, der gedörrt verkauft wird. o Friedemann & Co - 8Wir sind Exoten in dem Trubel.
Jan, der Marathon-Leser, wandelt, in ein Buch versunken unter den Arkaden und knallt mit dem Kopf gegen einen Pfeiler. Ob er danach mehr von der Gegend gesehen hat, weiß ich nicht. Die Küche war in einem fast leeren Raum mit Feuerstellen auf dem Boden. Ein Sandwich zu bestellen dauerte 2 Std. Das Abendessen war recht einfach.

Ujiji, die älteste Stadt im westlichen Tansa
10 km südlich von Kigoma gelegen, war für mich ein besonderes Erlebnis. Hier steht der Baum, unter dem der große Afrikaforscher Livingston saß und auf ein Wunder wartete. Er war für die Welt verschollen und von aller Versorgung schon lange Zeit abgeschnitten. Stanley - Livingstone Wikipedia 11Henry Morton Stanley, der von einem US-amerikanischen Verleger zur Auffindung des großen Reisenden ausgesandt worden war, traf Livingston 1871 in Ujiji krank an und begrüßte ihn mit den legendären Worten „Dr. Livingstone, I presume?“ – Dr. Livingston, nehme ich an. Wer sollte es sonst sein in einem Ort, der erst einige Jahre zuvor von Burton und Speke als erste Europäer „entdeckt“ und ansonsten Basis für arabische Sklavenhändlern aus Sansibar und der Ostküste war? Eine Plakette verkündet: „Unter diesem Mangobaum hat Stanley Livingston getroffen“. Und ich habe auch da gestanden! Kigoma Ujiji Reinhold - 8Der Tropenhelm, den sie uns aufsetzten, sei original, sagten sie. Wer´s glaubt.

 

Kigoma-c-o-Friedemann---Co-Paralegale-Group---3.jpg Besuch der Paralegal Unit, eine der landesweit bestehenden Beratergruppen für Frauenrecht, die wir (FES) unterstützen (tansanische Frauengesetze sind vorbildlich für Afrika, doch im Landesinneren herrscht noch immer traditionelles Recht. Und die Frauen wissen nichts über ihre eigentlichen Rechte). Sie bestehen schon seit 20 Jahren und brauchten dringend Auffrischung der Kenntnisse, denn die Gesetze haben sich geändert. Wir werden mit Tänzen und Gesängen empfangen. Die Kinder schauen groß und abends, nach dem gemeinsamen Essen fragt mich Jonas: Reinhold, magst du die? Ich sage: ja. Sagt er: ich auch. Und strahlt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie produktiv diese Freiwilligen sind und wie engagiert sie die regelmäßige Beratungsarbeit auch über lange Zeit hinweg durchführen. Bei Eheschwierigkeiten fungieren sie als Mediator und verweisen zuerst auf die Vermittlung der jeweils zugehörigen Religionen, die sowohl in der Moschee als auch bei den Christen Eheberatung anbieten. Deren Entscheidungen werden akzeptiert, solange sie nicht gegen bestehendes Recht verstoßen. Bei rechtlichen Problemen, besonders Erbschaftsstreitigkeiten arbeiten sie mit dem Gericht zusammen. Der Besuch im Büro zeigt, dass die Aktenlage vorbildlich und von einem Rechtsanwaltsbüro kaum zu unterscheiden ist.

Kigoma-mit-Friedemann--Margret--Jan--Jonas---Frederic---8.jpgZurück sind wir geflogen. Mit einer kleinen, klapprigen Maschine tief über das Land. Manchmal haben wir Tiere gesehen und immer die vielen Trampelpfade, die sich wie Ameisenwege über das Land ziehen. Hier geht man noch zu Fuß.


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Saturday, 23. july 2011 6 23 /07 /Juli /2011 10:51

reiche-Ernte.jpg

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Sunday, 17. july 2011 7 17 /07 /Juli /2011 18:57

FotoJan & Tati aus Peru sind gekommen, auch Biene mit Jacob & Carlotta, alle 4 Enkel zusammen.

 

Besuch 8120

Jacob sagt, ich bin sein Freund und er mäht mit mir liebend gerne Rasen. Wenigstens einer, der das gerne macht.

 

Besuch 8143Besuch 8134Die Kinder haben Kaulquappen im Teich gefangen (und wieder ausgesetzt) Abends dann kamen Alexander & Mirjam und Klaus & Marga. Jacob, der große Feuerwehrmann hat den Grill angeheizt, und später haben wir Musik gehört. Was für ein schöner Tag.

(Weitere Bilder hier: http://www.andere-welten.net/album-1915974.html)

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