Willkommen

Erfurt-Juli-2009-III---3.jpg

RSS-Feed

  • RSS-Feed der Artikel
Wednesday, 30. november 2011 3 30 /11 /Nov. /2011 12:30

Projekt-Di-zese-Pemba---12Bischofshaus.jpgKomisch, was man sich so vorstellt.
Ich hatte als Sitz des armen Bischofs eher eine lang gestreckte Hütte Stil Albert Schweizer vermutet. Der erste Bischof war Portugiese und der lies ein solides repräsentatives Gebäude mit vielen Zimmern errichten, oben auf dem Hügel. Unsere Herberge ist umgeben von Palmen, Mangobäumen, Flammenbäumen, sie verschönern den morbiden Eindruck. Hinter dem Anwesen den Abhang runter das Meer, aber ohne Zugang. Wir werden getrennt, jeder von uns hat seine eigene Zelle, es herrscht das Zölibat. Die Zimmer sind geräumig, haben Licht und einen kleinen Balkon, Holzfußboden, Bett und Bad. Gut, an der Wand sind Stockflecken, der Schrank fällt bald auseinander, die Dusche tröpfelt und ein Spiegel fehlt im nicht nach deutschen Normen ausgestatteten Bad aber das sind wir gewohnt. Ms Bett ist etwas größer, ich schleich abends mit meinem Kopfkissen und der Taschenlampe rüber. (Wie vermehren sich Mönche und Nonnen? Durch Zellteilung!).

R&M mit Bischof Diözese PembaDer Bischof ist jung
und bemüht, mich zu verstehen. Die beiden Padres sehen eher wie Büroangestellte aus. Und die drei weiß gekleideten Schwestern sind seit drei Tagen hier und kommen aus Mexiko und Mittelamerika. Mit ihnen können wir lachen und spanisch sprechen. Portugiesisch müssen sie erst noch lernen. Prompt kamen sie zum Abendessen zu spät, sie hatten die Zeit falsch verstanden. Für mich ist das nicht gut. Spanisch ist wie ein alter Handschuh, in den ich reinschlüpfen und mich wohl fühlen kann. Portugiesisch eine Anstrengung. Von den insgesamt 20 Jahren im Ausland waren es eben 10 im spanischen Lateinamerika und nur 5 in portugiesischsprachigen Rio (damit die Rechung stimmt: die letzten Jahre waren wir im englischsprachigen Tansania). Und prompt rede ich den Bischof weiterhin mit Du und Ernesto an. In Brasilien wird sogar der Präsident mit Du und dem Vornamen angesprochen. Die Portugiesen sind als Formalisten bekannt, ich muss mir Don Ernesto und Seine Eminenz angewöhnen.

Der erste Eindruck von Pemba
ist positiv. Kleiner Flughafen, schüchterne Taxifahrer, viele Menschen auf der Straße die langsam dahin wandeln. Pemba---Stadt.jpgDen Hügel hinab zieht sich eine Hauptstraße bis zum Meer, auf der Hälfte geteilt von der Querverbindung gen Süden Richtung Flughafen und Ausfallstraße, gen Norden Richtung Altstadt und Hafen. In dem liegen Dhaus, altertümliche Fischerboote mit Dreieckssegeln, seit über 1000 Jahren typische Silhouette der ostafrikanischen Küste, und ab und an ein kleiner Frachter. Das afrikanische Viertel besteht überwiegend aus traditionellen Holzhütten umgeben von Baobab-Bäumen. Die Neustadt ist teils kolonial, teils afrikanisch einfach aus Beton. Portugiesisch-rustikale Bauart mit mehrstöckigen, meist heruntergekommenen Häusern dominieren das Zentrum. Besonders die Frauen mit ihren Umhängen erinnern an Tansania. Im Süden, sagt man uns, sind die Menschen mehr südafrikanisch.

No Alk
Das hatten wir uns schön vorgestellt. Nach des Tages Müh und Lasten in der warmen Tropennacht auf dem Balkon sitzen und ein Gläschen Brandy trinken. Wein geht ja nicht, wird warm. Aber alles Suchen heute war ergebnislos. Der Handel ist fest in der Hand von muslimischen Indern und Pakistanis und die verkaufen keinen Alk. Nix. So lassen wir uns ohne Alk von den Moskitos stechen. Ist mir doch egal. Später finden wir ein Geschäft.

Fruhstuck.jpgIch nehme zu!
Morgens gibt es Brötchen (nur sehr entfernt verwandt mit ihren knackigen deutschen Artgenossen), Weißbrot (mit der Konsistenz von nassen Schwämmen) Nescafé, Trockenmilch, heißes Wasser, Marmelade und Käsescheiben, mittags Bohnensuppe, Reis, das aus Tansania bekannte Ugali (die Sättigungsbeilage hier ist eine Pampe aus Mais und Wasser und heißt Sima) und kleine Fisch- oder Fleischstücke, Bohnenblättern als Gemüse, als Nachtisch Wackelpudding aus Chemie mit Bananen heute und abends das selbe ohne Ugali und mit Nudelsuppe. Nachmittags zum Nescafe gibt’s Erdnüsse. Außer Ugali schmeckt es ganz gut. Wir haben mehr Obst bestellt.

Ich brauche ein Medikament
Die Kieferentzündung fängt wieder an. Die erste Apotheke ist klein, sparsam ausgestattet und hat kein Mittel dagegen. Ja, bestellen können sie was, das dauert aber mindestens eine Woche. Die 2. Apotheke sei am Hafen. Wir laufen und laufen durch die Mittagshitze. Ich will eine Frau nach dem Weg fragen. Sie grüßt freundlich, gibt aber einem Mann keine Antwort. Endlich haben wir sie gefunden. Und müssen lernen, dass hier alles bis halb drei Uhr Mittagspause hat. So erlaufen wir uns nach Gringo Art die Stadt – immer wenn’s zu heiß ist. Mein Hemd ist danach wie aus dem Wasser gezogen.

Der Bischof erzählt einen Witz
Kommt ein Schwarzer au dem Inneren nach Maputo und will essen, kennt sich aber nicht aus. In einem Lokal setzt er sich an den Nachbartisch von einem Mann, der gerade bestellt. „Ein Steak bitte“ sagt der erste Mann. Sagt der schwarze Mann: „mir dasselbe“. Danach bestellt der erste Mann Nachtisch. Sagt der schwarze Mann „mir dasselbe“. Bestellt der erste Mann Kaffee. Sagt der schwarze Mann: „mir auch“. Danach bestellt der erste Mann einen Schuhputzer. Sagt der schwarze Mann: mir auch. Sagt der erste Mann: wir können uns den doch teilen. Sagt der Mann aus dem Inneren: „kommt nicht in Frage. Du isst deinen und ich meinen“.
M hat auch einen: Sagt ein Mann zu seiner Frau: Mit der neuen Brille siehst du Scheiße aus. Sagt die Frau: Ich hab doch gar keine neue Brille. Sagt der Mann: Nee, aber ich. Hahaha

Bin Laden
Die Leute erzählen, sagt der Bischof beim Essen, dass das größte Hotel am Ort mit Geld von Bin Laden gebaut worden sei. Und genau auf der anderen Seite sei das Gebäude einer amerikanischen Sekte eingerichtet worden von der man wisse, dass sie zum CIA gehöre. Rumores, sagt er, Gerüchte. Und nach einer Schweigeminute ergänzt er: Aber wo Rauch ist ist auch Feuer. Ich glaube eher an Phobien.

Wir verändern unseren Rhythmus
Morgens um 6.00 ist die Stadt wach. Autos fahren, Leute lachen, Radios spielen, Mopeds knattern, es wuselt um uns herum. Um 8.00 abends ist Ruhe eingekehrt. Nur noch selten sind Menschen zu hören, manchmal Musik in der Ferne. Grillen höre ich, manchmal andere Tierchen. Auch wir fangen an, früh aufzuwachen und früher ins Bett zu gehen. Ausgehen können wir nicht. Wohin auch. Außerdem ist das Haus zu. Abends sitzen wir auf dem Balkon und hören Bücher. Richtige Bücher mitzunehmen war bei 20 Kg Fluggepäck zu schwer. Es ist immer noch brütend heiß, erst spät in der Nacht kühlt es ab. Es regnet zu wenig, sagen die Leute. Die Ernte wird leiden.
Wer von diesem Land und seinen großartigen Leuten, ihrem Schmerz, ihrem Kampf und ihrer Freude mehr wissen will, dem ist Henning Mankel: „Das Geheimnis des Feuers“ zu empfehlen. 

Mangotime
Sie haben mitgekriegt dass Mangos unsere Lieblingsfrüchte sind. Don Ernesto hat einen Korb voll gekauft. Und schickt seine Leute auf den Baum im Garten, der hätte die geschmackvollsten Früchte. Wir müssen essen bis wir nicht mehr können. Abends schenkt uns einer der Priester eine besonders schöne. Ich kann nicht mehr.

Kommentar hinzufügen - Kommentare (2)ansehen
Monday, 28. november 2011 1 28 /11 /Nov. /2011 12:21

Landkarte-Mosambi.png 23. Jan 2008
Nicht lange hat es uns in Hommertshausen gehalten. Seit letztem Mittwoch sind wir in Maputo, der Hauptstadt von Mocambique. Montag geht es weiter 2500 km in den Norden nach Pemba. Als Senior Experten des Senior Experten Service, kurz SES genannt. Viel wissen wir nicht über das Projekt. Die letzte Beschreibung kam von den Leuten, die das Projekt beantragt haben, deutschen Missionaren, die im Süden von Tansania arbeiten. Da hieß es:

„Ihr Einsatzort wird Pemba selbst sein - eine aufstrebende kleine Stadt mit internationalem Flughafen, reizvoll auf einer Halbinsel direkt am Meer gelegen. Pemba, in der nördlichen Provinz Cabo Delgado,dient als  Ausgangspunkt für Luxus-Urlaube auf den Inseln des vorgelagerten Quirimba-Archipels.Bekannt und beliebt am Ort selbst ist die Praia de Wimbe. Die Stadt bietet viele Geschäfte und Supermärkte für den täglichen Bedarf . ...Die Unterbringung wird im Haus des Bischofs selbst erfolgen, wo Sie auch die Mahlzeiten einnehmen können. Wahrscheinlich werden Ihnen nur Einzelzimmer zur Verfügung gestellt werden können.

Der Bischof hat zumindest einen funktionierenden Desktop-Computer inkl. Drucker. Word und Excel sind ebenso vorhanden wie ein Internet Anschluss. Da qualifiziertes Personal rar ist, übernimmt der Bischof fast alle Aufgaben im Büro selbst. Er wird jedoch 1 -2 Personen auswählen, die Sie für tägliche Routine-Arbeiten im Büro anleiten können.
Viele kleinere Einzelspender als auch größere Organisationen wie Caritas Spanien unterstützen momentan die Diözese. Bischof Ernesto plant ein Spirituelles Zentrum für Ausbildungszwecke zu bauen. Hierfür Spender zu finden, stellt sich als sehr schwierig heraus. Zusätzlich gibt es kleinere Bau- und Renovierungsvorhaben für Kindergärten oder Berufsschulen. Für solche Projekte Spender zu motivieren wäre eine sinnvolle Aufgabe.“

Ankunft
Das Gewimmel von Menschen am Flughafen, die Hitze, Enge, das Durcheinander empfing uns wohlig. Bekannt war es, kann auch auf die Nerven gehen. Gepäckwagen verkeilt, keine Ahnung, auf welchem Band die Koffer ankommen, gezuppel am Arm: Mistä, Mistä, ja doch, fahr unseren Wagen. Endlich draußen durch die Taxifahreransammlung, der Bus vom Hotel wartet schon. Erlösung. Taxifahrer hauen dich immer übers Ohr. (Wir kriegten später einen, der tat es nicht, aber das Vorurteil bleibt). Unerwartet: sie fahren links. Wie das? Es waren die Portugiesen hier, nicht die Engländer. Die Erklärung: weil in allen Ländern drum herum links gefahren wird. Wir fühlen uns fast wie zu Hause in Tansania. Das Hotel liegt in der Nähe vom Fischmarkt an der Karl Marx Avenida. Der Mangosaft ist dick, sämig und köstlich und die Menschen sind freundlich und schön braun.

Die alte Stadt
ragt wie eine Nase mit Höckern in die Bucht. Die Strassen sind wie ein Schachbrett darüber  gelegt und fallen ab zum Meer. Bäume säumen die breiten Avenidas, Parks und Grünanlagen gibt es und die Kolonialgebäude dazwischen schimmern manchmal wie die Perlen. Portugal wollte aus der Hauptstadt ein Schmuckkästchen machen. Heute sehen viele Häuser und Straßen heruntergekommen aus. Das Land ist sehr arm.

Maputo---Bahnhof.jpgDer Bahnhof
Der Platz ist rund und groß. An der einen Seite steht ein Mordsweib aus Stein. Es ist das Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen Portugiesen und schwarzen Soldaten im ersten WK. Auf der anderen Seite steht der Bahnhof im Kolonialstil mit seinen Türmen, Säulen, Balkonen und Ornamenten. Die Stahlkonstruktion ist nach Eiffel gebaut. Er ist überraschend sauber und gepflegt. Eine Drehtür ist in der Mitte. Die aber ist nicht so alt wie sie aussieht. Sie wurde vor kurzem eingebaut vom Filmteam für "Blutdiamanten".

Mosambik_3755.jpgSchöne Menschen
Was für eine Ansammlung hübscher Männer und Frauen! Alleine ihre Schokoladenfarbe lässt uns Weiße blass aussehen. Maputo kommt in der Hinsicht nach Rio. Wer hat eigentlich diesen Rassisten in Südafrika und Amerika und anderswo erzählt, schweinchenweiß-rosa sei Herrentum?

Gespräche
Wir waren in der Botschaft, haben Experten getroffen und Informationen gesammelt. Abends mit dem Beauftragten des DED und seiner Frau Freundin in einem kleinen Lokal. Sultan Mussa von der Konrad Adenauer-Stiftung erzählt von seinem Land des Leidens und der nach-sozialistischen, Politik einer verbliebenen autokratischen Kaste und führt uns Sonntag am Strand spazieren und in ein Lokal zum Fischessen. Er schwärmt von seiner Zeit in Deutschland und den Spaziergängen. Seine Frau ist Christin, er Muslim (gemäßigt sagt er) und geheiratet haben sie nach beiden Konfessionen. Das sei nicht selten im Land. Schade, dass wir am Montag weiter müssen.

Maputo---13.jpgStraßennamen
sind vom Sozialismus geblieben. Sie heißen Karl Marx, Friedrich Engels, Guerra Popular (Volkskrieg), W. Lenin, Mao Tse Tung, die ganze Galerie der vergessenen und verehrten Größen aus einer Zeit der Kämpfe gegen den Kolonialismus und der sozialistischen Experimente danach. Aber auch Kim il Sung ist da und Robert Mugabe. Gefreut hat uns, dass eine der schönsten Straßen nach Julius Nyerere, dem freundlichen und friedfertigen ersten Präsidenten Tansanias benannt ist. Ich liebe ihn nach wie vor..

Sonne
Heute Nachmittag knallt die Sonne gnadenlos. Gefühlte 45 Grad sind es. Morgens auf dem Kunsthandwerker-Markt schüttet es plötzlich wie aus Kübeln. Alles durchnässt und die Straße dampft. Nach fünf Minuten ist es vorbei. Meist aber ist die Luft seidig und die Temperaturen sind mit 28 Grad angenehm. Es regnet kaum. Auch im Norden nicht. Die Überschwemmungen sind im Zentrum des Landes, am Sambesi.

Nicht schön
Gestern 5 Emails erhalten. Vier davon haben von Toten berichtet. Auch Uta ist gestorben, meine erste Geliebte.
 
Rauchverbot
Seit letztem Jahr gilt Rauchverbot in Lokalen. Wie schön draußen zu rauchen. Drinnen arbeiten die Klimaanlagen und produzieren deutsche Temperaturen.

Brasilianisch
Das Rodizio war uns gleich aufgefallen. Es ist die brasilianische Art, verschiedene Sorten gut schmeckendes gegrilltes Fleisch zu servieren. Die Ober kommen solange mit den Spiesen vorbei bis man nicht mehr kann. Und solch ein Lokal gibt es in Maputo. Am selben Abend waren wir dort. Es gab CaipiriMaputo----19.jpgnha, Reis, Feijao  (schwarze Bohnen), Couve (ist grün, schmeckt wie Brokkoliblätter) - alles echt. Und dann hat ein Ober gefragt, ob M.  Brasilianerin wäre! Was für ein traumhaftes  Kompliment! Wir haben anscheinend einen eindeutigen Akzent.

Innenleben
Enorm, wie viel neue Eindrücke auf uns niederprasseln. Nachts wache ich auf und der Kopf hat sich selbständig gemacht. Das Karussell der Gedanken dreht sich und jedes Mal wenn der Anfang vorbeikommen will, haben sich neue Gedanken breit gemacht.

Land und Leute
Unser Bild gewinnt an Konturen je mehr Leute wir kennen lernen. Die junge Frau heute Abend arbeitet in einem Hilfsprogramm Überschwemmungen. Gut zu hören, dass die Jahrhundertflut von 2000 sich nicht wiederholen wird. Betroffen von der aktuellen Überflutung ist die Zentralregion, nicht die Gegend um Maputo, auch nicht Pemba. Hier regnet es wenig. Nani beklagt die Resistenz der Leute, die nach der Flut immer wieder zu ihren angestammten Plätzen zurückkehren. Und sie sagt, dass immer wieder dieselben Leute gerettet werden müssen.

Der nationale Programmkoordinator einer Deutschen Stiftung ist gegen die Regierungspartei Frelimo und unterstützt die Opposition. Er beklagt die Bildung einer neuen sehr reichen Oberschicht und Herrschaftsclique aus Regierungspartei und Wirtschaft, die sich den Reichtum des Landes unter sich aufteilen. Trotz enormer Wachstumsraten bleibt die Mehrheit der Bevölkerung arm. Das Problem der mangelnden Umverteilung kennen wir.

Minen
Ein großes Problem sind die Landminen aus dem Krieg, der 30 Jahre gedauert hat. Die Fundstellen werden markiert. Aber bei Überschwemmungen werden die Minen weggeschwemmt.

Das gibt es nicht
Am letzten Abend treffen wir sie zufällig. Tami und Jörg waren unsere Nachbarn in Dar es Salaam. Wir wussten, dass sie nach Mozambique umgezogen waren, die Speditionsfirma, für die er arbeitete, hatte ihn versetzt. Und dann sind sie im selben Restaurant und trauen ihren Augen nicht. Wir auch nicht. Es war ein schöner Abend.
 

Kommentar hinzufügen - Kommentare (3)ansehen
Sunday, 27. november 2011 7 27 /11 /Nov. /2011 11:19

  10 Tage waren wir unterwegs. Freunde besuchen in der Nordschleife.

Mittwoch/Donnerstag Erfurt (Michael & Doryth;  Elvira)
Freitag/Samstag/Sonntag Berlin (Manfred, Dane & Rainer, Wolf&Male)
Sonntag/Montag/Dienstag Stralsund (Bernd&Brigitte)
Dienstag Nachmittag Lübeck (ohne Freunde, zum eigenen Vergnügen Altstadt, Holstentor, Mann-Haus)
Mittwoch Fehmarn (Fritz & Renate – hatte den Jugendfreund über 40 Jahre nicht mehr gesehen, er hat meinen Blog im Internet gefunden, ich fand ihn auf einer Insel)
Donnerstag/Freitag Hamburg (Soni&Werner, samt Timmi&Nina, die Lieben)
Und dann in einem Rutsch zurück. Gefreut hat sich die Familie. Schön, so empfangen zu werden. Jetzt müssen wir uns wieder an die großen Zimmer im kleinen Holzhaus gewöhnen. Ach, wie schön ist das Zigeunerleben im WoMo.

 

Kommentar hinzufügen - Kommentare (2)ansehen
Tuesday, 15. november 2011 2 15 /11 /Nov. /2011 12:13

(2007)
So hatte der Blog begonnen:
Hommertshausen-56.jpgMein Dorf liegt an den Ausläufern des Rothaargebirges klein und fein eingepackt in Hügelketten. Geboren bin ich hier. Ich stieg im Jahre 1963 in einen Zug, wie man in einen Traum gerät. Die Hauptsache war, wegzukommen (bei Josef Conrad geklaut weil’s so schön passt). Der Kreis hat sich geschlossen, ich bin wieder in Hommertshausen gelandet, dem Dorf, dem ich vor über 50 Jahren entflohen bin. Doch diesmal mit M zusammen. War’s das?

Sicher nicht, es musste anders sein, es wurde anders. An die Stelle der anderen Welten, der Erfahrungen mit neuem, interessanten Kulturen und Verhaltensweisen, an die Stelle des ausufernden Lebens, der interessanten Arbeit, der Reisen, Begegnungen, neuen Freunden, der Menschen, menschlicher oft als bekannt (manchmal auch nicht) sollte erst mal Ruhe und Reflexion treten. Ein Sabbatjahr wollte ich mir gönnen, eine Auszeit zum Überlegen, was demnächst kommen solle.

Die erste Zeit in Hommertshausen hatte uns in der Schwebe gelassen, weder hier noch da zu sein. Unser Haus war noch bewohnt, wir zogen in unser Wohnmobil und lebten als Urlauber im grünen Weg oberhalb. Von Bruder, Schwägerin und Mutter einen Fußsteig entfernt und dem Cousin nebenan. Allen Nachbarn schauten wir in Ruhe zu, die Füße auf den Campingtisch gelegt, wie sie ihre Heimstatt ordentlich hielten. Manchmal kamen kleinen Mädchen und schauten neugierig in das Wohnmobil, wollten auch mal darin sitzen und halfen beim Abwasch.

Das Kümmern kam später. Das Haus wurde frei, die Möbel kamen an, mussten eingeräumt werden. Schwer der Gedanke für uns Wanderer, dass wir nun Wurzeln fassten bis zum Lebensende. Noch schwerer für mich, dass Haus und Garten immerzu nach Behandlung riefen. Irrsinn der Geschichte, dass unser Grundstück genau auf dem großen Garten des Opas lag. Zwar aufgeschüttet, aber der Ort war derselbe. Es war mir immer schwer gefallen als Junge, im Boden herum wühlen zu müssen. Viel lieber hätte ich gelesen oder auch mal gespielt mit den anderen Jungen.

Rs-Arbeitszimmer.jpgIch begann, morgens zu studieren, meine Geschichten auf zu schreiben, meinem großen Thema „was ist der Mensch“ intensiver nach zu gehen, wo er herkommt, wie er tickt, sich über Wasser hält. Endlich konnte ich mich ausführlich mit Biografien befassen, Verhaltenssoziologie, Wirtschaftswissenschaft, Ethnologie, Paläontologie, Geschichte. Und in den Tag wurden Inseln eingeschoben mit Sport, Kultur, Garten, Haus, der Großfamilie (von Mutter bis Enkelkindern) . Und abends zusammen kochen mit der lieben M, fernsehen, feiern, spielen, Freunde einladen, reisen, Romane lesen. Von wegen Ruhe und Sabbat.

Ein halbes Jahr später waren wir wieder auf dem Weg gen Süden! Nach Mozambik. Wir hatten uns beide beim Senior Experten Service angemeldet, einer Stiftung der Deutschen Wirtschaft, gefördert vom BMZ, die Menschen im Ruhestand die Möglichkeit bietet, ihre Kenntnisse und ihr Wissen an andere im Ausland und in Deutschland weiterzugeben. Als ehrenamtlich tätige Senior Experten. In einem Einsatz von 3 Monaten sollten wir in Pemba, ganz im Norden des Landes, fast an der Grenze zu Tansania die Organisationsstruktur einer Bischofsdiözese untersuchen und optimieren helfen und praktische Probleme lösen wie Projektanträge, -beschreibungen und –finanzierungen in Deutsch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch erstellen.

Das ergab die nächsten Geschichten aus den anderen Welten.

Kommentar hinzufügen - Kommentare (2)ansehen
Saturday, 12. november 2011 6 12 /11 /Nov. /2011 11:02

  Natürlich war er traurig, unser Abschied. Vom geliebten Land, den wunderbaren Menschen, den Partnern, den Freunden. Ergreifend das letzte Fest im Büro, DSC03792sogar Shamte, der Stille, Würdige, hatte sich eine Rede aufgeschrieben, las ab, wie schön die Zeit mit uns gewesen sei, wie gern er uns gefahren  habe. Alle stellte n sich aAbschied-in-Dar-es-Salaam---12.jpgn, überbrachten Geschenke, dankten. 

 

 

 

Shamte hat uns vom Büro zum Flughafen gefahren. Mit Wehmut im Herzen die letzte Umarmung. Ich hatte und habe ihn gern, meinen verlässlichen, zuverlässigen Fahrer. Dann war auch er weg.

Niedrig flog der Flieger eins Schleife über der Stadt nach dem Start und hinten im Meer konnte man Sansibar ahnen. Es war eine schöne Zeit. Und die erfolgreichste meines Berufslebens. Ein neuer Abschnitt des Lebens beginnt. Mal sehen, was er bringt.

Dar es Salaam - 20

Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum - Artikel mit den meisten Kommentaren