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Thursday, 3. november 2011 4 03 /11 /Nov. /2011 11:53

Noch ne Geschichte. Ich habe ein Buch von dem Kolonialbeamten Rochus Schmidt. Der schreibt interessant und fachkundig über seine Erlebnisse in Deutsch Ostafrika (das bekanntlich von 1884-1918 als Kolonie existierte und Tanganjika, Uganda, Ruanda umfasste). Seine Begründung, warum das kulturell hoch stehende Deutsche Vaterland über die Neger herrschen darf, die „mit herzlich wenig Arbeit auskommen und hauptsächlich Freunde von Essen, Rauchen und Spazierengehen“ sind („man sieht dann den Neger in seiner Haupteigenschaft, der Faulheit, mit Kind und Kegel oder Freunden auf der kitanda (dem Bett vor dem Haus RE) herumlungern“, noch ne Kostprobe: „bequemes Leben, leichten Erwerb, viele Pombefeste (Pombe ist selbst gemachtes Bier aus Getreide und Bananen RE), Weiber und was sonst das Herz des Negers erfreut“, die Begründung für die Herrschaft der Deutschen ist, dass diese Kultur keine Staaten bilden kann. (Ich will dem Rochus nicht übel, er hat viel beobachtet und eine Menge Informationen über Land und Leute gesammelt, von denen ich noch heute lernen kann. Sogar seine Landsleute, die es schlimm trieben, hat er ermahnt: „Nicht genug kann davor gewarnt werden, wenn die Beamten sich einbilden, es ausschließlich mit wilden Leuten zu thun zu haben, denen man bei vorkommenden Vergehen von oben herab die Strafe zudiktiert“. Und lobend äußert er sich „wie anstellig in praktischen Dingen der Neger“ sei).  Es gab für Rochus und Seinesgleichen auch andere Begründungen, um zu herrschen wie z.B. mit der Erfindung des Begriffs der "untergeordneten Rasse"*. Doch Rochus hebt hervor, die Fähigkeit, Staaten zu bilden sei „dem Neger“ nicht möglich. Da hat sich mein Rochus aber in den Finger geschnitten und nicht genau hingeschaut. Mitte des 19. Jhdts. herrschte der König der Usambara Berge über ein Reich, das sich vom Kilimandscharo bis Tanga erstreckte. Das sind so 600 Km in der Ausdehnung. Sein Staat war hierarchisch organisiert über Minister und Militär und nach unten geordnet durch Distriktchefs, Landräte, Dorfälteste. Seine Befehle kamen an, dort wo sie ankommen sollten. Und an der Küste hat er sich angelegt mit dem Sultan von Sansibar, der Tanga für sich beanspruchte. Der Konflikt wurde diplomatisch gelöst. Dann kam Peters mit der Peitsche und den Gewehren und hat den Nachkommen des Königs das Land abgeschwatzt. Mit leichter Hilfe seiner Waffen und Geschenke. Kupferdraht als Tauschgeschäft für Ländereien war sehr beliebt. Reichskanzler Bismarck hat die Peterschen Errungenschaften später anerkannt und Deutsche herrschten in Ostafrika. Seltsam, seltsam (für uns), aber die Tansanier sehen nur das Gute, auch in der Deutschen Kolonialzeit. In den Usambara Bergen sieht man die deutsche Zeit heute noch.

*Rassentheorien ...sind Theorien welche die Menschheit in verschiedene Rassen einteilen. Die Rassen werden primär aufgrund physischer Merkmale wie der Hautfarbe und der Behaarung unterschieden, zumeist werden jedoch auch Unterschiede im Charakter und bei Fähigkeiten angenommen. Diese Theorien gelten heute als überholt, weil die vermeintlichen Rassen fließend ineinander übergehen und die genetische Variabilität zwischen diesen Populationen wesentlich geringer ist als die Variabilität innerhalb der Populationen. Die stark ins Auge fallenden äußerlichen Unterschiede zwischen Menschen, die aus verschiedenen Klimazonen stammen, lassen sich als Anpassungen an das jeweilige Klima erklären und sind nicht mit entsprechend bedeutenden Unterschieden anderer Art verbunden (Wikipedia)

 

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Tuesday, 1. november 2011 2 01 /11 /Nov. /2011 10:15

Wir müssen mehr wissen wie die Banken und Börsen ticken, ist der Tenor des Artikels von Ganssmann. Das stimmt unbesehen. Wie soll man des Gegners Waffen entschärfen, wenn man sie nicht kennt? Er fängt an mit der Erklärung der "Märkte", in der Tat recht anonyme Wesen, die täglich durch die Nachrichten geistern. Sie sind, sagt er, nicht mehr die alten Märkte, die wir noch kennen, auf denen Waren gehandelt werden. Keinesfalls zu vergleichen mit denen. "Bei "den Märkten", geht es um die Finanzmärkte, vorzugsweise die Börsen. Und was da gehandelt wird, sind Waren zweiter oder dritter Ordnung, also nicht Obst, Lokomotiven oder Nagellackentferner, sondern: Aktien, Devisen, Schuldverschreibungen und Derivate. Es geht um Papiere, auf denen Unternehmensanteile, Eigentumsrechte, Zahlungsverpflichtungen, Fremdwährungsguthaben, Warentermingeschäfte notiert sind." Und was ist daran das Aufregende, dieses Sensible, auf das alle Politiker meinen, Rücksicht nehmen zu müssen? Weil es hier um Wetten geht. Weil beim Handel mit diesen Produkten überwiegend nicht ausschlaggebend ist, wie Unternehmen wirtschaften, ob Waren  gut oder schlecht sind, ob Guthaben steigen oder fallen, wie Währungen sich in Realität entwickeln, nein, darauf wird nicht gewettet sondern darauf, wie die Spekulanten denken, dass sie sich entwickeln könnten. Er erklärt gut, was Leerverkäufe sind, Baisse-Spekulationen, wie der Kampf zwischen "Bullen" und "Bären" an der Börse degenerierte zu einem Kampf zischen "Rudeln von Wölfen" und er erklärt, wie die Interaktion des Ganzen abläuft. Denn die Börse besteht aus Partnern, die in rasender Geschwindigkeit interagieren. Und wie wir, als normale Bürger in dieses Spiel verwickelt sind.

Ganz aktuell behandelt er die Probleme, die mit dem Handel der Staatsanleihen einher gehen. Und warum der Staat eingreifen musste oder glaubte, eingreifen zu müssen und warum die "Rettung" von Griechenland zweischneidig ist: die Retter sparen den Staat obendrein auch noch kaputt.

Seine Lösungsvorschläge sind dürftig, zu allgemein. Mir wird deutlicher, dass die Lösung des Problems in diese Richtung gehen muss: Trennung von spekulativ arbeitenden Investitionsbanken und den "normalen" Banken, die unser Geld verwalten. Ich will nicht, dass in dem Gefüge mein Geld für internationale Börsengeschäfte genutzt wird. Das alte Bankenwesen lebte gut von seinen traditionellen Geschäften, da soll es bei bleiben und diese Banken sollen auch vom Staat geschützt werden. Ich will mein Geld schließlich wieder. Wer spekulieren will, soll es, doch ohne Staatsschutz.

 

Wie gesagt: empfehlenswert wer mehr wissen will: http://www.monde-diplomatique.de/pm/2011/10/14.mondeText1.artikel,a0010.idx,1

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Monday, 31. october 2011 1 31 /10 /Okt. /2011 09:19

Lushoto - 3Müllers Haus auf den Hügel aus roten Backsteinen ist umgeben von Blumen. Türen, Fenster, Fußböden sind aus Holz und von bester handwerklicher Qualität. Sie müssen gute Zimmerleute und Schreiner gehabt haben, denke ich. Eß- und Kaminzimmer getäfelt und mit Blick auf den Garten und das Tal.  Der Garten ist groß und in Terrassen in den Hang angelegt. Hier wächst alles was das Herz begehrt wild, üppig, manchmal durcheinander. Rotkraut, Weißkraut, rote Beete, Möhren, Wirsing, Rosenkohl, Blumenkohl, Salat, Tomaten, Bananen, Pfirsiche, Äpfel, Zwetschgen, Bohnen, Ocra (auch old Ladys Finger genannt), Büsche Petersilie, Dill, Porree, Brokkoli, Blattsalate, Kürbisse und mehr..  Es sprießt und gedeiht wie im Urwald. Kühe haben sie, Rinder und Hühner. Der ganze Betrieb versorgt sich weitestgehend selbst.



Ein Tag später: Meine Phantasie vom alten Siedler, der sich mit schwieligen Händen sein Anwesen erbaute, ist geplatzt. Gestern Abend steht ein kräftiger, großer Kerl neben unserem Tisch, beileibe nicht deutsch aussehend, eher eine Mischung zwischen Afrika und Europa, und fragt, wie es uns geht. Es war Mr. Müller. Sein Ur- Urgroßvater hat Anfang 1900 hier zu siedeln begonnen, hat aber im Dorf gelebt. Erst Mitte der 40er Jahre ist das Haus von seiner Familie gekauft worden. Von einem Engländer. Der hatte es sich im englischen Landhausstiel bauen lassen. Und wahrscheinlich alles Gute und Schöne und funktionale importiert. M hat es gleich gesagt. Wie sollte auch in ein deutsches Siedlerhaus ein Kaminzimmer mit Bibliothek passen? Und nicht die Hausfrau pusselt in ihren Garten herum sondern angestellte Frauen aus dem Dorf. Dann will ich auch so einen Garten!



Lushoto - 2Was machen die Araukarien hier? Bin ich in Chile, da ist sie landestypisch, im Süden hab ich sie überall gesehen. Rund um das Haus streben sie kerzengerade mit ihren Kandelaber Ästen, obendrauf auf der Spitze einen Weihnachtsstern tragend, gen Himmel. Ganz blau ist der, zumeist bevölkert mit kleinen, niedlichen Schäferwölkchen. Die Ruhe ist so groß das mein Ohrensausen laut wird. Auch der Wind macht ein schönes Geräusch. Manchmal regnet es. Dann trommeln die großen Tropfen auf dem Blechdach herum.



Donnerstag, den 18. Januar. Lushoto - 27Gestern Abend ist Hanna angekommen mit ihrem Freund Dirk. Aus Mombassa mit dem Bus. Hanna ist die Tochter meiner alten Freunde Jo und Jürgen. Wir waren mit Tansania früh verbunden durch die Unterstützung der Befreiungsbewegungen. Die hatten hier im Land ihren Rückhalt  gefunden. Jo und Jürgen sind 1972 mit dem VW Bus durch Afrika gefahren. Ein Jahr lang. Natürlich auch nach Tansania um Nyerere und seinen afrikanischen Sozialismus zu bewundern. Und Hanna wandert auf den Spuren ihrer Vergangenheit. Die Beiden sind überaus lieb, nett und wissbegierig. Haben wir ein Glück, sie hier oben am Ende Tansanias zu treffen!



Die Wanderwege sind die alten Pfade der Einheimischen. Wir begegnen ihnen. Gestern ist eine Frau schlimm erschrocken als ich aus dem Unterholz auftauchte. Sie hat gelacht und nach ihren Freundinnen gerufen und sich erst beruhigt, als sie Marianne hinter mir sahLushoto - 24. Freundlich sind sie, die Menschen. Immerzu Jambo und Habari und wie geht’s Ihnen und Hallo zusammen. Manche versuchen mit uns zu reden. Gut dass M sich auf Kisuaheli verständigen kann. Hier sehen wir überall Männer wie Frauen zusammen auf den Feldern oder beim Haus arbeiten, eine Rarität in Afrika. 

5 ½ Std. wandern. Beine wie Gummi, Körper als wäre eine Dampfwalze drüber gefahren. Ziel war der höchste Berg der Umgebung, ein Felsgestein 2300 m hoch auf einem langen Bergrücken aufgesLushoto - 35etzt. Den letzten steilen Anstieg nicht mehr geschafft. Hanne und Dirk sind hoch, M ist aus Solidarität bei mir geblieben. Auf dem Rückweg in einem Farndickicht, der schmale Fußpfad macht eine Biegung und plötzlich stehen 2 Frauen vor mir mit Holz und Sack auf dem Kopf. Die hintere, die mit dem Sack, schreit auf, es klingt wie Herr vergib mir meine Sünden, da sagt die vordere beruhigenden, ist doch nur ein alter Mann. Recht so. Aber wart nur, nächstes Mal blas ich die Backen auf und mach eine Fratze. Dann haste was zu lachen. Heute ist eine Gruppe deutscher Touristen angekommen. Wenn die 20 Leute hoch durch die Felder stieben, da gibt’s was zu erschrecken!



Hurra! Heute eine Ausrede um nicht zu laufen: Durchfall. Man weiß, das der Körper davon geschwächt wird

Einen Tag später: Ein verwunschener Wald. Alles wuchert, wuselt, kraucht und flaucht. Urwald. Jede Pflanze versucht ans Licht zu kommen, stützt sich auf andere, schlängelt sich vorbei, nutzt ihre Vorteile und neben und über und unter ihr andere Pflanzen die drängeln, einkeilen, abschneiden, in immer engeren Umarmung tot machen, abnabeln, aussaugen. Vernichten ist das Motto zum Preis des selber höher Kommens oder eine Niesche finden. Nur die Fittesten schaffen es, werfen ihre Früchte aus, geben sie Tieren mit und haben eine Chance, sich zu reproduzieren. Und das ganze Gewusele ist dumpfer Moloch Existenz. Und riecht wie fettige, moosige Erde. (Man merkt, ich lese Darwin. Eine Biografie, geschrieben von seinem Ur- Ur- Urenkel mit einer Menge Familiengeschichte als Hintergrund.)



In den Wäldern immer mal wieder Axtschläge und fallende Bäume zu hören. Seit gestern weiß ich, dass die Stämme einzig für Feuerholz genutzt werden, denn Abtransport aus dieser Gegend ist nicht denkbar. Die Frauen schälen lange, armdicke Späne aus dem Stamm und tragen die Bündel Holz über weite Strecken nach Hause.



Sonntag, 21. Januar 2007. Wieder zu Hause in Dar es Salaam. Schade. Wie schön war es da.  Reinhold in Lushoto - 5Gestern mit Hanna und Dirk zurückgefahren und sie an der Hauptstrasse in einen Bus nach Arusha entlassen. Sie wollen in die Parks da oben und auf den Mount Meru steigen. Gerne hätten wir sie mitgenommen. Zum Abschied hat uns Hanna die Fahne der Befreiunsgbewegung geschenkt, die ihre Eltern mitgebracht hatten. M ist gefahren wie eine Göttin, hat jedem Polizisten, der uns anhalten wollte zugewinkt und stehen lassen und um 4.00 waren wir zu Hause. War noch alles da.


 

Mehr Bilder hier: http://www.andere-welten.net/album-1969206.html

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Friday, 28. october 2011 5 28 /10 /Okt. /2011 09:50

Dienstag, den 16.1.207: Seit Sonntag sind wir hier in Lushoto - 9Müllers Mountain Lodge, oben in den Usambara Bergen. Und wandern. Ich auch! 3 ½ Std. heute 

 

 

Müllers Mountain Lodge - 4

zum Wasserfall. Vorbei an Siedlungen und arbeitenden Menschen in den Feldern am Hang. Es ist Mittag. Einer fragt, ob wir gesund seien. Eine Frau sagt voller Mitleid Pole – Beileid. Wer geht schon wandern und dann noch bei der am höchsten stehenden Sonne? Es ist nicht so warm wie zu Hause. Auf dem Rückweg bewölkt es sich, dann platschender Regen. Patschnass. Warmer Regen. Weiße Hose mit roter Erde eingefärbt. Meine Sonnenbrille fällt in den Bach. Weg ist sie mit der Strömung zwischen den Felsen. M´s Turnschuh verliert die Sohle. Wir gehen zurück ins Dorf zur Fahrradreparatur. Erst versuchen es die Jungens mit Sekundenkleber und lachen sich kaputt über ihre verklebten Finger. Dann verschwinden sie und kommen wieder mit vernähter Gummisohle. Dicke, schwarze Stiche zieren nun die weißen Tennis. Bis jetzt hats gehalten.
Wer hat Angst vorm weißen Mann? Kinder stieben vor uns davon und aus der Ferne werden sie mutig und rufen frech: Jambo, Jambo, Jambo. Lange hallts im Walde nach: Hallo, Hallo, Hallo. Wazungu. Mädchenräuber. Und das mir.



Reinhold in Lushoto - 4Meine Beine streiken, die Luft wird knapp, Hüftgelenke würden quietschen wenn sie könnten - und noch immer hab ich Ausreden. Zu wenig trainiert (ja, ja), Höhe (gut, 1800 m), nicht gut gegessen, zu viel geraucht und getrunken (soll ich denn wie ein Mönch leben?). Nur nicht das Alter. Du wirst älter, Alter!



Zwei Tage vorher, Sonntag, den 14.1.2007 Früh um 9.00 sind wir losgefahren aus Dar es Salaam. Stundenlang nach Norden. Nach Lushoto in die Usambara Berge. Lushoto hieß mal Wilhelmstadt und wäre beinahe die Hauptstadt Deutsch Südost Afrika geworden. Das Klima in den Usambara Bergen tat den Weißen gut und die Erde war für die Landwirtschaft hervorragend geeignet.



Eine andere Welt erscheint nach dem Abbiegen in Mombo. Von der Küste hebt sich ein Plateau 200 bis 250 m hoch bis tief ins Innere des Landes, hügelig, mir Vulkankegeln, üppig grün nach dem vielen Regen. Dann die Usambara Berge wie eine Barriere vor einem, die Straße gen Nord-Westen Richtung Serengeti führt an ihnen vorbei. Dann die Abzweigung und die Straße schraubt sich in die Berge höher und höher. Lushoto - 33Die Gegend erinnert an Ecuador und vielleicht Italien in den Alpen, dort, wo die Touristen nicht hinkommen. Überall Siedlungen, Menschen, Felder bis auf die Berggipfel hinauf. Mais, Bananen, Orangen bauen sie an, hier sind auch die großen Kaffeepflanzungen, ohne dessen Ertrag kein deutscher Kaffee gemixt werden kann. Und Tee wächst ergiebig, Kartoffeln, Gemüse, Pflaumen und Pfirsiche sehen wir. Frauen in langen Kolonnen am Wegrand tragen hohe Körbe und Plastikeimer auf dem Kopf zum Markt. Steil geht es hoch. Sie schwitzen und lachen. Groß sind die Menschen. Muskulös die Männer und königlich die Frauen.



Müllers Mountanin Lodge liegt 16 km hinter Lushoto am Ende eines Hochtales. Müllers haben einen deutschen Stammbaum. Sie gehörten, so stell ich mir das vor, zu den Siedlern, die weiter in die Wildnis mit Pferd und Esel vordrangen. Echte Pioniere halt. Im Tal verstreut Häuser, die sichtbar europäischen Standard haben. Waren es weitere Siedler, die sich zusammen getan haben? An den Bergen drum herum die Siedlungen der Afrikaner und die Felder mit der roten Erde und den vielen Früchten. Im Tal, neben dem Fluss ist die Erde schwarz und trägt volle Stauden mit Tomaten oder dicke Kohlköpfe. Lushoto - 16Terrassenanbau haben sie. Ihre Häuser sind aus roten, sonnengebrannten Ziegeln und manche afrikanischen Wohnungen sind verputzt und die Rahmen sind weiß gestrichen.

Abends. Wir sitzen vor dem freistehenden offen Kamin und hören Fontane. Stechlin. Eine Geschichte über Adlige in der Mark Brandenburg wie sie leibten und lebten. Verwunderlich ist mir dieses knochenharte Selbstvertrauen. Wer hatte denen gesagt, dass sie von Gott auserlesen und zu Herren geboren seien? Spannend ist die Geschichte, weil es in einer Zeit handelt, in der links und rechts die Sozialdemokraten und die Kapitalisten an dem adligen Herrschaftsgebäude empor und vorbei rankten und es wirklich 20 Jahre später zum Einsturz brachten. Dubslav, die Hauptperson, ist nett, ein Mensch, liberal für seine Schicht, lässt leben was und wie es will. Und doch bleibt er immer ein alter Adeliger mit einem immensen Abstand zu seinen Untertanen. Irre. Besonders, die Geschichte hier in Afrika zu hören.



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Thursday, 27. october 2011 4 27 /10 /Okt. /2011 09:57

Herbst-wirds-im-Tal---1.jpg

Herbst-wirds-im-Tal---2.jpg

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