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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Das wars - als Senior Experten in Rumänien

14. Mai 2014 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Donaudelta&Rum

Das wars - als Senior Experten in Rumänien

Dienstag, 13. Mai 2014

Unser Abenteuer als Senior Experten in Rumänien, genauer in Iasi, genauer im Liceul Tehologico Holboca. Leise Wehmut umschleicht uns und leichte Freude auf unser Heim und die Lieben zu Hause. Knapp vier Wochen waren es. Manchmal kamen sie mir länger vor, manchmal habe ich mich sehr nach heute gesehnt. Doch jetzt seh ich all die Erfahrungen positiv.

War es das Abenteuer wert? Oh ja! Wir haben viel gelernt und Neues erfahren und gesehen. Gelernt haben wir, wie man einen Businessplan macht, was eine Unique Selling Proposition ist (die Einzigartigkeit meines Verkaufsproduktes), dass man bei der Gründung einer Fahrschule gut rechnen muss und vieles mehr. Und gesehen und erlebt? Ja, im Norden die Bukowina mit den Osterbräuchen mitten in der Nacht im Kloster wenn Hunderte von Kerzen in den Händen der Menschen angezündet wurden, Böller krachten, Glocken läuteten und auf dem Weg nach Hause sogar ich sorgsam auf die Kerze acht gab um sie vor Wind und Sturm nach Hause zu retten. Und wie mir Dracula ans Bein griff. Und die gewaltigen Karpaten in denen ich einen Wolf vermeinte gesehen zu haben. Und das einzigartige Donaudelta mit seinem schwarzen Meer als Abschluss, das gar nicht schwarz ist. Und einen verwunschenen See haben wir gesehen, der auch nicht rot ist aber so genannt wird. Und Dörfer und Städte und Landschaften - alles neu mit eigenen Charakter.

Immer wieder fallen auch wir darauf herein, dass Vorurteile nicht der Wirklichkeit entsprechen. Rumänien war in meiner Fantasie arm und düster, irgendwo dort hinten wo die Fledermäuse hausen und Waisenkinder großäugig aus ihren Bettchen starren. Iasi war die erste Überraschung. Diese Kulturhauptstadt, eingebettet in Hügeln und umgeben von Seen, hat ein Zentrum voller heller historischer Gebäude, gut gepflegten Palästen, Kirchen, Klöster, Universitäten. Alleine 11 der letzteren gibt es mit 65 000 Studenten aus aller Welt.

Natürlich gibt es sie auch, die andere Seite des Mondes. Rumänien gehört nicht umsonst zu den ärmsten Ländern Europas. Jeden Morgen auf dem Weg nach Holboca haben wir sie gesehen, die kaputten Fabriken, heruntergekommenen Wohnsilos, löchrigen Straßen, verrosteten Leitungen. Doch die Leute helfen sich wo sie können. Hausgärten allüberall, sogar mitten in der Stadt wo ein Fleckchen Erde ungenutzt ist wird es bebaut. Nette Gärten mit viel Wein, Obstbäumen, Gemüse, Salat. Die Spaliere umschließen die Wege zum Haus um müssen im Sommer wunderschön aussehen. Auch sind die Häuser recht bunt, blau -weiß, rot, gelb leuchtend. Überraschend die vielen neuen Häuser, große dabei. Und die vielen neue Autos. Alle internationalen Modelle verstopfen die engen Straßen der Städte. Wir haben uns gefragt, und viele Rumänen tun das auch, woher der Reichtum kommt, wer sich all den Luxus in der Shopping Mall leisten kann. Das Durchschnittseinkommen beträgt ca. 460 Euro.

Zu dokumentieren gibt es weiterhin die vielen Hotels und guten Raststätten am Wegesrand, eine hervorragende Küche, die mit Knoblauch nicht spart und Einflüsse aus allen Anrainerstaaten verarbeitet. Und die Sebstgebrannten nicht zu vergessen, die Palinca aus Pflaumen, sehr sehr stark und die Tsuica, auch aus Obst und Trester, angenehm und nicht so aggressiv im Geschmack. Von den Weinbergen und den Hausgärten im ganzen Land kommen gute volle natürliche Weine, M konnte sie alle vertragen.
Ein Wahrzeichen sind die wunderschönen orthodoxen Kirchen in Hülle und Fülle, die mit ihren schlanken Türmchen und glitzendernden Dächern in Dörfern, Städten und auf Anhöhen stehen.
M: auch ich schäme mich meiner Vorurteile: so habe ich meine goldenen Ohrringe, die ich sonst immer trage und die Kette zuhause gelassen, weil die Rumänen ja stehlen! In der Schule sah ich dann, das die Lehrerinnen ihre Handtaschen unbeaufsichtigt in den Klassen liegen lassen und war zuerst alarmiert. Darauf angesprochen fragte eine Kollegin, wo da das Problem sei. Soviel dazu.

Wir haben viel gefeiert in den letzten Tagen. Gestern mit den Lehrern in der Schule bei Sandwiches, Kuchen, Saft und Wasser, haben dann ein Treffen mit Irina in einem Cafe in der Nähe der Universität eingelegt und waren später mit Lilianas Familie zum Essen. Was Irina uns schon erzählt hatte, dass nämlich ein großer Teil der Stadt unterkellert ist mit Geheimgängen, die von den wichtigen Gebäuden aus der Stadt heraus in die Klöster führen, das konnten wir dort mit eigenen Augen sehen. Tief unter dem Restaurant gab es lange gemauerte Gänge, die sich nach allen Seiten verzweigten. Jetzt gibt es dort Wein, Schnaps und eingelegte Köstlichkeiten und viel Platz.

Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich hier machen konnte und die nicht erwartete Freundlichkeit und Herzlichkeit, die uns die vielen lieben Menschen geschenkt haben.
Und ich freue mich, wie gut R und ich bei solchen Erlebnissen und Aufgaben zusammen arbeiten. Wir sind ein gutes Team!

R: Und was bleibt von uns? Wir wissen es nicht. Vielleicht eine gute Erinnerung. Das ist doch auch schon was.

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Der Pit 05/19/2014 20:25

Mensch reinhold, hast du einen laaaaangen Bart bekommen :)

R.Einloft 05/20/2014 20:44

Lieber zu lang als zu kurz - HAHAHA, wie Schröder sagt