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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Als das Hinterland noch nicht Hinterland war: vom Homo erectus, Neandertaler und modernem Menschen in unserer Gegend

30. September 2014 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Geschichte

Ice_age_fauna_of_northern_Spain_-_Mauricio_Antón
Ice_age_fauna_of_northern_Spain_-_Mauricio_Antón

Vor langer, langer Zeit war die Erde kalt und das Klima rau. Eiszeit. Die letzte. Manchmal stiegen die Temperaturen für ein paar tausend Jahre erträglich, dann wieder schoben sich die Gletscher bedrohlich auch an Hessen ran. Auch unsere Gegend ist so vorstellbar: Durch kalte, karge Steppenlandschaften zogen Herden von Wildpferd, Rentiere, wollhaarige Nashörner, sogar Mammute. Kleine Gruppen von Menschen mit niederen Stirnen, muskulösen Oberkörpern und Armen, breitem Becken und kurzen, kräftigen Beinen folgten ihnen. Vom Homo erectus hat man Spuren gefunden (Bellnhausen), vom nachfolgenden Neandertaler mehr Artefakte in unserer Gegend. Mit ihren Holzlanzen waren diese außergewöhnlich zähen Menschen auf der Jagd. Andere sammelten Beeren, Samen, Wurzeln, Wildgemüse. Kleintiere ham sie auch nicht verschmäht. Sie wohnten in Hütten und Zelten und hatten einfach genähte Fellkleidung an. Diese unsere (ausgestorbenen) Vorläufer haben am allerlängsten in unserer Gegend gelebt - der Homo erectus existierte ab 1 Mio. Jahre, der Neandertaler ab so 350 000 bis so etwa 35 000 v. Chr.

Dann kam der „moderne“ Mensch. Während der letzten Kaltzeit vor etwa 100.000 bis 30.000 Jahren zog der in einer zweiten Welle von Afrika nach Europa und breiteten sich schnell aus. Eventuell ermöglichten fortgeschrittenere Jagdtechniken oder eine bessere Sozialstruktur dem Homo sapiens, seinen Vetter zu verdrängen. Womöglich auch Änderungen in Klima und Umwelt, an denen sich der Homo sapiens besser anpassen konnte, hat die Neandertaler verdrängt und aussterben lassen (so ganz nicht, wir tragen noch ne Menge Gene von denen in uns und so mancher Schädel und manches Verhalten erinnert mich noch stark an diese indirekten Vorfahren).

Die Lebensweise der Menschen änderte sich nur wenig, ab und an kamen Erfindungen hinzu. Sie folgten auch in unserer Gegend den großen Herden als Jäger und Sammler, zogen von Jagdlager zu Jagdlager, verarbeiteten und konservierten das Fleisch der erlegten Rentiere, Wildpferde, Hirsche und Elche und präparierten die Häute. Erfunden hatten sie Pfeil und Bogen (ham sie Reste von gefunden). Ansonsten bestanden ihre Werkzeuge und Waffen aus Knochen, Holz und Geweih mit Spitzen aus Kieselschiefer und Feuerstein (u.a. bei Cölbe und Buchenau gefunden). Die Rast- und Lagerplätze befanden sich stets auf trockenen Anhöhen in der Nähe von Wasserläufen. Aber sie wanderten, wie gesagt.

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