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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Als das Hinterland noch nicht Hinterland war: Die Kelten kommen

4. Oktober 2014 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Geschichte

512px-KeltendorfDJHSteinbachamDonnersberg (Wikipedia von Antifaschist)
512px-KeltendorfDJHSteinbachamDonnersberg (Wikipedia von Antifaschist)

In der Eisenzeit (750 - 20 v. Chr.) kamen die Kelten in unsere Gegend.

(Exkurs: „Der größte Teil Nordeuropas war von den (indoeuropäischen) Kelten und Galliern besiedelt. Die (indoeuropäischen) Germanen waren den Kelten noch so ähnlich, dass man sie kaum als eigenständiges Volk bezeichnen konnte. Erst ab etwa 300 v.Chr. scheinen sich die Germanen deutlich von den Kelten zu unterscheiden“. http://www.germanen-und-roemer.de/lex002d.htm)


Es gab Siedlungen auf flachem fruchtbaren Land (kann sein, dass das Germanen waren), doch die Kelten bevorzugten Ringwallanlagen auf Bergkuppen. Auch in meinem Dorf ist solch eine Ringwallanlage vor nicht all zu langer Zeit gefunden und teilweise ausgegraben worden. Deshalb wissen wir heute, warum dieser, unser höchster Berg die „Burg“.

Dann kamen die Römer (20 v. Chr. - 375 n. Chr.). Sie haben es nicht geschafft, bei uns durch zu kommen, verbarrikadierten sich hinter ihren Limes nicht weit von uns. Dann haben Asterix und Obelix sie besiegt und unsere Vor- Vor- Vorfahren haben fleißig mit geholfen. Erstere sind durch Goscinny und Uderzo verewigt worden, letztere hat man vergessen. (OK, das ist meine Fantasie. Man weiß von dieser Zeit wenig. In einem gescheiten Artikel hab ich gelesen, dass die Römer so nahe an ihrem Limes kaum rebellische Stämme geduldet hätten).

Danach war Völkerwanderung. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die bis in unsere abgelegene bergige Gegend gespült wurde.

Danach gabs eine Weile nix, nur hie und da in den Wäldern kleine Siedlungen und Anwesen ohne Obrigkeit. Gut, mit wenig Obrigkeit. Majestixe und Drunten oder so. Wie aber konnten die (relativ freien) Germanen und Kelten in ein Herrschaftsgefüge mit Vögten, Feudalherren, kirchliche Würdenträger, Königen und Kaisern gezwängt werden?

Intern fingen richtige Kerle an, bei Bauern Steuern zu erheben und Waren auf den Handelswegen mit Zöllen zu belegen oder sie gar gleich zu konfiszieren. Sie haben sich befestigte Heimstätten auf Bergen gebaut und Herren gespielt. Später wurden Burgen und kleine Herrschaftsinseln daraus.
Eine Sonderform waren die Raubritter. (Exkurs: Ein paar Kilometer östlich von unserem Dorf stand so eine Raubritterburg. Das es eine war sagte die Überlieferung. Wir haben als Jugendliche den Geheimgang gesucht, durch den sie geflüchtet sind, die gefürchteten, als der Landgraf von Marburg genug von den Störenfrieden hatte, gegenüber Kanonen auffahren lies und die Burg Hohenfels 1293 zerschießen lies. Soweit unsere Version. In den Analen steht, Hohenfels sei eine „Wegsicherung“ gewesen und gestört hätte sie, weil sie zum Erzbistum Mainz gehörte - dem großen Konkurrenten um Land und Pfründe der Landgrafen von Marburg ).

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