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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Als das Hinterland noch nicht Hinterland war: Mainzer Herrschaftsansprüche

10. Oktober 2014 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Geschichte

Bonifatius lässt die Donareiche fällen
Bonifatius lässt die Donareiche fällen

Was tun jetzt die Mainzer Erzbischöfe in unserer Gegend?
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Die Herrschaft der Franken (und so ziemlich der aller Herrscher) ging Hand in Hand mit Mission. Denn Missionstätigkeit traf sich mit den Interessen des fränkischen Herrscher, die im Christentum und in einer straff organisierten Reichskirche eine Klammer sah, die den Zusammenhalt des Reichs fördern konnte. Bester Mann war Bonifatius. Er kam und fällte die dem Gott Thor geweihte Donareiche bei Fritzlar. Seine Missionierung erreichte auch das heutige Hinterland. Zu den wohl ältesten Pfarrorten sind unsere Nachbarorte Dautphe, Breidenbach und Gladenbach zu rechnen. In Folge der Missionierung setzte eine verstärkte Siedlungstätigkeit ein. Kirchlicher Grundbesitz wurde zementiert und ausgeweitet.

Später ließ die Präsenz des fränkischen Königtums in unserer Gegend nach und an ihrer Stelle bauten die Erzbischöfe von Mainz ihr Herrschaftsgebiet aus. Ihre (durchaus weltliche) Herrschaft setzte sich aus einer Reihe größerer und kleinerer Besitzkomplexe zusammen und reichte in der Hochzeit der Mainzer vom Rhein-Main-Gebiet über Althessen bis nach Thüringen. (Sicherlich hatte dabei Bonifazius seine Hand im Spiel. Der hatte überall wo er war Bistums und Klöster gegründet und behielt, als er 745 Erzbischof von Mainz wurde, seine Hand auf seiner „Eroberung“). Gegen die Ansprüche der Mainzer mussten die weltlichen Herrscher auch in unserer Gegend immer wieder kämpfen. Sophie von Brabant, eine Tochter der Hl. Elisabeth hat, wie oben schon erwähnt, diesen Kampf gegen die Mainzer Ansprüche (und anderer auch), gewonnen und ihren Sohn Heinrich I inthronisiert, der 1292 der erste Landgrafen von Hessen wurde. Dann kam Heinrichs Sohn Otto (1308–1328). Der verlegte 1308 den landgräflichen Sitz nach Kassel,

Eine stärkere Rolle in der politischen Entwicklung spielte Marburger erst wieder unter Landgraf Philipp dem Großmütigen (1518–1567), dem eine Einigung Hessens gelang, der 1526 hier die Reformation einführte und die erste protestantische Universität gründete. (Das war der, der die Religionsgespräche zwischen Luther und Zwingli im Schloss organisierte. Ich habe darüber berichtet: http://www.andere-welten.net/2014/09/die-konfirmation-wurde-unweit-des-hinterlands-ersonnen.html)

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