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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Warum hassen sie uns so sehr???

25. Oktober 2014 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Unsere Welten - unsere Probleme

„Es gibt einen blinden Fleck im Reden über Terror, Angst und IS, und das ist der Hass auf den Westen, den der Westen nicht verstehen will“ schreibt Georg Diez in seiner Kolumne: „IS-Terror: Wir müssen den Hass verstehen lernen“ (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/georg-diez-ueber-den-hass-auf-den-westen-und-die-angst-vor-dem-terror-a-999113.html).

Da ist was dran. Unfassbar scheint, dass sie, die da draußen außerhalb der westlichen Welt, uns nicht mögen. Versuchen wir nicht, ihnen demokratische Wunderwelten zu bringen? Kapitalismus, Wohlstand für viele, ein besseres Leben? Und dann wollen sie das alles nicht, die undankbaren.

Realität ist, dass wir vom Süden, den Armen und ausgegrenzten der Welt ganz gut leben. Das fing schon beim Kolonialismus an. Dann kam der Imperialismus, der war noch ruppig und heute nennen wir es Neo-Imperialismus. Mit verfeinerten Methoden. Nicht mehr die Nilpferdpeitsche züchtigt. Doch die Ausbeutung bleibt. Die immer weiter zunehmenden Warenwelt mit ihrem immanenten Zwang nach immer mehr Rohstoffen dominiert auch die Politik. Da werden leicht Diktaturen zu Freunden und Zwangssysteme übersehen. So kommt es, dass Saudi-Arabien, die ganzen Emirate mit ihrem Ölreichtum und islamisch-fundamentalistischen Herrschern unbehelligt bleiben obwohl sie genau das sind, was in Afghanistan bekämpft werden soll. Die Scharia ist öffentliches Recht.
Wundern wir uns nicht über negative Reaktionen, „wenn der "Rest der Welt" dazu da ist, sich nach den Interessen des Westens zu richten, und wenn diese Interessen es wollen, dann werden eben Länder zerstört, Diktaturen unterstützt, Volksgruppen geopfert, wie aktuell und historisch besonders gern die Kurden.“ (Diez)

Das ist scheinheilig. Und wird auch so interpretiert bei denen, die zu kurz gekommen sind. Und wenn sie an unserem Reichtum teilnehmen wollen, dann manchen wir die Grenzen zu.

Und wie ist es bei uns? Warum nehmen die Salafisten nicht nur bei den Muslimen zu? Diez sagt, „Menschenwürde, Achtung und Respekt kann man eventuell nicht so gut "lernen", wenn man sie nicht erlebt, weil man sich unwillkommen, ausgegrenzt, an den Rand gedrängt fühlt.“

Der Mann vom IS bringt es auf den Punkt: "Wer hat die Welt erobert und versucht, alle fremden Kulturen und Religionen zu unterwerfen? Die Geschichte des Kolonialismus ist lang und blutig. Und sie dauert bis heute an, in Form von Arroganz des Westens gegenüber allen anderen. "Wir gegen den Rest der Welt", das ist die Antriebsformel des Westens. Wir Muslime leisten dagegen endlich erfolgreich Widerstand.“ Und weiter: „Wir stellen fest, dass es genügend Menschen gibt, auch in Deutschland, die die Leere der modernen Welt spüren und sich nach Werten sehnen, wie der Islam sie verkörpert.“
Es gibt eine Verunsicherung in unserer laizistischen, geozentrierten und konsumorientierten Gesellschaft. Dem setzen die kompromisslosen radikalen Fundamentalisten ihr geschlossenes Weltbild entgegen, das klar zwischen Gut und Böse, Freund und Feind unterscheidet. Das macht es den Anhängern leicht, sich in einer komplizierten Welt zurechtzufinden. (Interview mit einem hochintelligenten IS-Rekrutierer: http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-streitgespraech-mit-einem-islamisten-a-998720.html)

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