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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Griechenland verkehrt oder: Wer rettet hier wen?

18. Februar 2015 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Andere Welten - andere Probleme, #Unsere Welten - unsere Probleme

War ein guter Faschingsgag. Die Griechen wollen sich um ihre Schulden drücken. Wer Kredite aufnimmt, muss sie auch zurück zahlen. Beifall. Nun ja, stimmt ja auch im Prinzip. Und da wir - die Deutschen - das Prinzip hochhalten, haben die Griechen noch immer eine Rechnung offen. Um Reparationszahlungen und Rückzahlung erpresster Kredite während der Nazi-Zeit drückt sich Deutschland mit allen Kniffen. Bis heute (http://www.taz.de/!154907)

Und dann gibt es noch einen anderen Aspekt, und der stellt die ganze Sachlage vollends auf den Kopf: Es geht nur an zweiter Stelle um die Haftung von Schuldner, es geht um die Rettung unserer Banken!

„Dass die Eurokrise nicht durch verschwenderische Regierungen, sondern durch die Rettung und Rekapitalisierung von Privatbanken verursacht wurde, wird im Diskurs der politischen Klasse der EU einfach ignoriert. Die Verluste der…Privatbanken wurden einfach dem Staat übertragen – unter Zwang. Die Gläubiger dieser Banken waren hauptsächlich Banken aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Ohne diesen Bailouts (Rettungsaktion für ein zahlungsunfähiges Unternehmen RE) …wären diese Banken wie Lehmann Brothers davor bankrottgegangen. Das heißt, dass … Banken der EU- Großmächte, die sich verzockt hatten, gerettet werden mussten. Damit wurden Deutschland, Frankreich und Großbritannien vor einer schweren finanziellen Krise gerettet.

Der Mythos, dass Griechenland von der EU „gerettet“ wurde, ist genau das: Ein Mythos. Das meiste Geld kam nie in Athen an, sondern floss an deutsche und französische Banken, deren Existenz durch ihr Griechenland-Abenteuer bedroht war. Sie wurden gerettet. Das einzige, was die Griechen erhielten, waren neue Schulden.“ (http://www.nachdenkseiten.de/?p=25072)

Varoufakis im SPIEGEL: "Die Deutschen sollten wissen, dass sie mit ihrem Geld nicht Griechenland, sondern die Banken gerettet haben". "Das Geld wurde eingesetzt, um Banken, insbesondere in Deutschland und Frankreich, vor weiteren Verlusten zu bewahren.“ Derselbe in seinem neuen Buch: „Der griechische Staat erhielt Kredite in Höhe von 240 Milliarden Euro, damit über 200 Milliarden Euro Steuergelder an die Banken und verschiedene Hedgefonds fließen konnten. Diese Milliarden bekam Griechenland unter der Bedingung drastischer Sparauflagen, die die Einkommen der Menschen um ein Viertel reduzierten, weshalb es sowohl für die öffentliche Hand wie für den privaten Sektor in Griechenland unmöglich wurde, ihre alten und neuen Kredite zurückzuzahlen.“

„Das Ergebnis: Von den bis Mitte 2013 nach Griechenland geflossenen knapp 207 Milliarden Euro sind gut 77 Prozent direkt (58,2 Milliarden für Bankenrekapitalisierung) oder indirekt (101,3 Milliarden für Gläubiger des griechischen Staates) an den Finanzsektor geflossen. Für den Staatshaushalt blieben aus den Rettungsprogrammen weniger als ein Viertel.“
(Aus: http://www.spiegel.de/wirtschaft/eurokrise-hat-die-eu-griechenland-gerettet-oder-banken-a-1018964.html)

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