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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Als Senior Experten in Santa Cruz de la Sierra, Bolivien

27. April 2015 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Andere Welten - andere Probleme

Sicht vom Turm der Kathedrale
Sicht vom Turm der Kathedrale

Santa Cruz Sonntag, den 26.4.2015
Sonntagmittagessen: Suppe, Reis und 1 Würstchen. M hat sich eine Gurke und 1 Tomate aus dem Kühlschrank geholt. Sie isst keine Würstchen. Das Würstchen hat gut geschmeckt.

Vormittags wollten wir einiges im Internet machen. Im Haus kein Empfang. Zur Schule. Geschlossen. Also gut, ins Internet-Cafe, 1 Km entfernt. Auch zu. Dann in´s Einkaufszentrum. Da muss man was essen. Dann eben nicht.
Nachmittags an der Plaza in einem Wiener Kaffeehaus, da gings gut, das unverzichtbare I-Net. Ein paar Sachen in Blog und Facebook gepostet.

Waren wieder auf der Plaza, diesmal mit dem 70er Micro-Bus. Der fuhr langsam. Weil Sonntag ist. Außer den Kirchen und den Cafés (mit mords viel Sahne) ist alles geschlossen. Die Sicht vom Turm der Kathedrale macht die Stadt auch nicht besser. Wir haben uns einen Plan gekauft. M wusste, wo es hin geht. Sie richtet sich nach der Sonne und hat es mir erklärt: Weil wir unterhalb des Äquators sind, läuft die Sonne am Mittag über den Norden, genau andersrum als in Deutschland. Gott sei Dank geht sie auch hier im Osten auf und im Westen unter. Und die Mondsichel liegt in einer Hängematte.

Sonntag Abend: liegen im Bett und hören einen Podcast über Existenz-Philosophie. Das Beispiel von Sisyphos, der sinnlos immer wieder einen Stein den Berg hochstemmt, beruhigt mich. Denn der ist danach immer wieder in Ruhe den Berg runter marschiert. Diese Zeiten muss man ausnutzen. Über uns rauscht der Ventilator, die Luft ist seidig-warm und das Deckenlicht grell. Ich habe keine Nachttischlampe. Die Mückenstiche jucken.

M: heute soll es richtig losgehen. Erstmal haben wir uns angemeldet für die Hausaufgabenhilfe im Internat. Für 13-16-jährige, alles was so anliegt. Wir haben gedacht, dass, wenn es gut läuft und sie mitarbeiten, wir danach noch ein paar Bilder aus Afrika zeigen.

Heute Abend dann Englisch-Unterricht für die Berufsschule, zwei Klassen. Ich bin gespannt. Hier haben sie viel größere Probleme mit der Aussprache als in Deutschland. Einen Overheadprojektor, den sie versprochen haben, gibt es nicht, ich habe also all die Folien und Stifte umsonst gekauft und mitgebracht. Kopien kann man nicht machen, Papiermangel. Und Bücher oder andere Texte gibt es auch nicht.

Die pädagogische Leiterin möchte Curricula und Methoden im technischen Bereich verändern. Methoden kann ich vielleicht ein bisschen was anregen, aber Curricula?

Jetzt muss ich mal kurz ausnutzen, dass das Internet gerade funktioniert und ein paar Messages schreiben. Hoffnung keimt.

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