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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Als Senior Experten in Santa Cruz de la Sierra, Bolivien

27. Mai 2015 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Andere Welten - andere Probleme

Sonntag, den 24. Mai 2015 Santa Cruz, Abends
Im Kino. Menschenmassen zu jeder Vorstellung. Familien mit Oma, Opa, Mutter, Kind, Enkeln, Babys, sie lagern auf den Sitzen, stehen auf, wechseln Plätze, essen, trinken, reden, das Baby schreit herzergreifend. Alles lebt und wabert die Vorstellung durch. Kein Zischen, jetzt Ruhe da, warum auch. Der Filmton ist hoch gestellt, wer will, kann sehen und verstehen.

Montag, den 25.5. Santa Cruz
Pfingstmontag gibt es hier nicht, einzig verschärften Kirchgang am Pfingstsonntag. Aus der kleinen Kapelle unten schallten Gesänge mit weiblicher Beteiligung. Die Laienbrüder und Schwestern waren eingeladen. Das ist eine Gruppe aus der Nachbarschaft, die sich um die Jungen kümmern, regelmäßig kommen, spielen, sie nach Hause einladen. Sie waren nett. Wir gieren nach netten Latinos.

Und ich dachte, ich wär einer. Zumindest ein halber. Hab ich mich so verändert oder war ich nur gefühlt einer? Es ist die Ungewissheit, die an meinen Nerven zerrt. Nie ist klar, werden sie nun eingehalten, die Verabredungen, Termine, Abmachungen oder nicht? Öfters werden sie, sogar Absagen habe ich erlebt. Und doch. Kommt das Umfeld hinzu. Santa Cruz erlebe ich anders. Die Gemeinschaft der Brüder sowieso (die dürfen). Latinos, so wie wir sie in Erinnerung haben, Menschen, die freundlich auf einen zugehen, lachen, gerne feiern und tanzen, fünf gerade sein lassen, sympathisch reagieren, die haben wir hier selten getroffen. Ja, is ja gut, wir haben hier nur wenige Menschen auerhalb des Heims getroffen. Eigentlich keine.
Und doch gefällt es mir, eine Aufgabe zu haben, morgens mit meiner Tasche über den Flur ins andere, das CECAP Gebäude in das kleine Büro zu wandern meine Laptop auszupacken und was zu machen.

Am Samstag gefeiert, den Sonntag verschlafen - bis auf´s Mittagessen. Der Padre hat Empanadas aus seinem Heimatland Chile gemacht (er war Koch), die konnte ich nicht liegen lassen. Nach der Mittagsruhe Kino. Ein Palast mit 12 Vorführungssälen, innen eher einem Ausflugsziel ähnelnd mit Verkaufsständen und Schnellimbissen en masse. Und an den Ticketschaltern und den Saaleingängen lange Schlangen. Erst Minuten vor Kinobeginn werden die Türen aufgemacht und die ganze Bande mitsamt Kind und Kegel drängt zu den Plätzen, die agileren voraus zum reservieren. Danach beim Italiener, Pizza essen. Das muss ein echter Italiener sein, der die Küche beherrscht.


Wie in Rio der Christo oben auf dem Berg so auch hier ein „Christo redendor“ mitten auf der Kreuzung. Doch außer dem Namen hat diese Statur keinerlei Ähnlichkeit, sie ähnelt eher einer Witzfigur.

Christo-Statue in Santa Cruz

Christo-Statue in Santa Cruz

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