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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Grauenhaft, was da in Paris passiert ist

14. November 2015 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Andere Welten - andere Probleme, #Unsere Welten - unsere Probleme

Ich bin geschockt, fassungslos, paralysiert. Eigentlich wollten wir heute Abend auf ein Afrika Fest in Marburg. Das geht nicht mehr.

Fassungslos bin ich auch deshalb, weil ich nicht begreife, wie Menschen anderen Menschen, die ihnen nie im Leben etwas getan haben, so brutal ermorden können aus nichts anderem als ideologischer Verblendung. Ich fass es nicht, dass junge Männer sich in das eigene Auslöschen schießen und bomben. Wie geht das, wo kommt sie her, diese Verblendung, wie greift sie um sich??? Ich möchte eine Ahnung haben ohne dauernd auf den Allgemeinplatz "böse" zurückgreifen zu müssen. Ach, es hat keinen Zweck.

Die Zeit hat einen guten Artikel veröffentlicht der eine andere Frage behandelt: was ist politisch zu tun.

"Das, was im arabischen Raum geschieht, betrifft uns nun doppelt – auf friedliche Weise durch den ungeheuren Zulauf von Flüchtlingen, die vor genau dem islamistischen Terrorismus fliehen, der nun wieder Paris heimgesucht hat; und eben unfriedlich, barbarisch durch den Terror.

Dieser Anschlag trifft auf eine europäische Gesellschaft, die zu begreifen beginnt, dass sie sich die Folgen von Diktatur, Chaos und Hass im Mittleren Osten nicht mehr vom Leib halten kann und die zugleich fast völlig ratlos ist, was dagegen zu tun sein könnte. Alles wurde probiert, nichts hat wirklich funktioniert.

Verzweifeln muss man darum nicht, darf es auch gar nicht, aber man muss radikal neu denken. Wenigstens die grobe Richtung scheint klar: Wir müssen den Islamismus bekämpfen und uns mit den Muslimen versöhnen. Denn das ist das einzige, was wir noch nicht ausprobiert haben: die Araber und Perser so zu behandeln, als seien sie Menschen wie Du und ich, wie Nachbarn. In den letzten 100, 50, 20, zehn und zwei Jahren haben Europäer und Amerikaner den Mittleren Osten misshandelt, ausgebeutet und verachtet. Nie stand die Frage im Zentrum, was können wir tun, damit es den Menschen dort unten besser geht. Immer ging es zu allererst um die Frage, wie man Öl rausholt und Terrorismus nicht rauskommen lässt." (http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-11/terrorismus-paris-anschlaege-europa)

Es geht nicht anders. Das Miteinander schließt ein, alle anderen als ebenbürtige Menschen zu betrachten. Und aufzuhören, Oberlehrer der Welt sein zu wollen, nach deren Fasson alle anderen sich auszurichten haben.

Ja wärens doch nur die Inhalte wie Demokratie, Menschrechte, Freiheit, doch sie sind in den anderen Teilen der Welt als das entlarft, was sie sind: Schlagworte, hinter denen sich eigene Interessen verbergen. Ich hab in Afrika gehört (bin mir nicht sicher, kann auch woanders gewesen sein): Wenn die Amerikaner Demokratie sagen, meinen sie Öl. Ob wir schaffen, die eigenen Interessen hintan zu stellen und Menschlichkeit zu leben? DAFÜR müssten wir einstehen.

Hommertshausen am 14.11.2015, dem Tag des Grauens und der Trauer

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