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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Gen Süden 2016 II

20. Januar 2016 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Meine Welten heute

Abendessen
Abendessen

Mittwoch, den 20. Januar 2015, Beniscassim
Waschtag heute. M hat mit der Hand gewaschen, unten am Badehaus. Doch die eingefleischten, voll ausgerüsteten Langzeitcamper haben eine Camperwaschmaschine. Die ist aus Plastik (leicht), hat keine Heizung und ganz komfortable haben sogar eine Schleuder. Der blaue Plastikbehälter muss gerade stehen, eine nicht unerhebliche technische Herausforderung, die Männer und Frauen aus der Umgebung anzieht. Wasserwaagen werden ausgeliehen, Besen schrubben den Boden blank, Unterlagen werden verschoben und endlich wird gewaschen. Und aufgehängt. Die Wäschespinne ist ähnlich der zu Hause, nur kleiner. Es ist, wie gesagt, alles kleiner. Und einfacher.

Auffallend, wie häufig gelacht wird auf dem Platz. Und viele alte Leute gehen Hand in Hand. Sie treffen sich oft jährlich zu denselben Perioden und dann wird gefeiert. Und wenn sie heim fahren, wird auch gefeiert. Dazwischen täglich. Wir lernen kräftig.

Von Mittag bis 16:00 Uhr ist die Stadt leer. aber sowas von leer! Ab und an wagt sich ein Auto mutig auf die Hauptstrasse. Kann sein, dass es früher wegen Lärmbelästigung beworfen wurde. Um 4.00 fängt das Leben langsam an wieder auf zu wachen. Menschen kommen aus den Häusern, Geschäfte werden von verschlafenen Gestalten geöffnet, nein, nicht genau um 4:00, das dauert. irgendwann pulsiert es wieder, das Leben. Einzig der Supermarkt des Chinesen (oder Japaner, oder Vietnamesen) hat geöffnet. Mein Lieblingseinkaufscenter. Da gibt es alles billigst, von Schund über Plastik, Anglerbedarf, Nähzeug, Kosmetik, Haushaltsgerätschaften, Kleider, Ersatzteile, Kabel, bis Sonnenbrillen und Fahrradflickzeug. Letztere habe ich gekauft, 4 Euro die Sonnenbrille, 80 Cent das Flickzeug. Und für 1,80 € hab ich mir noch ein Fahrradlicht gegönnt.

In der Stadt ist eine fahrende Corrida. Stierkampf mit Publikumsbeteiligung. Jeder darf mal. Und bei jeder neuen Runde knallt ein Böller meilenweit. Wir sind nicht geblieben, meine Hemingway-Zeit ist vorbei. Und der einsame Stier im Anhänger roch sehr streng.

Heute Abend gibt es schwarze Bohnen, Reis, Avocado und Spiegeleier. Bis eben draussen gesessen, dem Mond bei seiner Wanderung zugeschaut, ein wenig gefroren (Nachmittags wird's auch hier kühler), Rotwein getrunken, Zigarre geraucht und Latinomusik gehört. Die meisten-Camper haben schon gegessen und eilen bademantelbewehrt zur Dusche. Fernsehabend beginnt. Es ist ruhig auf dem Platz. Vereinzelt schauen Hunde aus den Wohnmobilfenstern.

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