Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Gen Süden 2016

19. Januar 2016 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Meine Welten heute

Gen Süden 2016

Dienstag, 19. Januar 2016
Den ganzen Scheiss der letzten Zeit mal hinter mir lassen war mein Begehren. All dieser vermehrte politische Schrott, der sich ausgoss und wie Wellen über uns schwappte, die vermeintlich nicht aufzuhalten waren. Obwohl ich da meine Zweifel hatte und habe. Gibt es jetzt mehr Wutbürger oder sind die nur vermehrt aus ihren Löchern gekrochen? Es gab sie schon immer, die Blockwarttypen und Typinnen, die sich selbst nicht gut waren, wie denn auch anderen Menschen? Und schon gar anderen Menschen, die so ganz anders waren?. Ihre Wut gegen alles frisst sie auf (ich habe eine Frau im Fernsehen gesehen, die keuchte außer sich in die Kamera: Ich hasse, ich hasse. Arme Frau). Jetzt haben sie Plan formen gefunden und kotzen sich offen aus. Und Grapscher, ach du liebe Güte, ein Land versinkt in Grapscherdiskussionen. In der Tat, wir haben offenbar kaum andere, wichtige Probleme, da muss man sich welche suchen (soll die Polizei mal ihre Arbeit tun, das kann die mit entsprechender Rüstung). All das will ich erst mal nicht mehr verfolgen. Ade graues Land. Ich such mir die Sonne.

Und dann hatten wir das erste Abenteuer bei Weinheim auf der großen Chaussee. Da tat unserem Getriebe die Zähne weh. Es knirschte und kreischte und stotternd zermalmte es sich selbst. Das kleine Hotel am Marktplatz hatte schiefe Wände und gutes Essen. Der Wein soll auch sehr gut sein, da bin ich nicht so bewandert. Der Ort hat einen mittelalterlichen Charme behalten mit kleinen Häuschen und verwinkelten Gassen, hübsch herausgeputzt. Und ein Schloss und zwei Burgen und einen wundersamen vielfältigen Garten mit Bäumen, Sträuchern und Gräsern aus aller Herren Ländern. Sogar einen 130 m hohen Mammutbaum. Den im Frühjahr zu besuchen stell ich mir berauschend vor.

3 Tage hat dieReparatur gedauert, dann waren wir viel Geld los. Doch das WoMo mit dem vordem schon lange knarzendem, lauten Nebengeräusch schnurrte sanft dahin, wir konnten uns wieder verstehen und Musik hören und waren recht beglückt ob der neuen Fahrqualität.

In Lyon, dem nächsten Aufenthalt, war morgens leichter Schnee gefallen. Doch eine Stunde später, dort, wo es mediterran wird, kam die Sonne, uns zu bescheinen. Und bescheint uns seitdem. Obwohl der Wetterbericht sagt, es sei nicht berühmt, das Wetter hier. Uns genügt es.

In Castelldelfels, nahe Barcelona, wohnt Renate. Immer, wenn wir uns sehen, wird über Rio geredet, die schöne Zeit und die netten Mitarbeiter im Büro. Und der Espresso ist klein und der Cognac groß - wie gehabt. Übernachtet haben wir auf einem Parkplatz. Der war am Montag Morgen so voll, dass wir nur mit Mühe raus kamen. Gut, dass unser WoMo so klein ist.

Seit gestern sind wir in Benicassim auf dem Campingplatz. Waren wir schon mal vor 3 Jahren und wussten, dass es hier von Engländern wimmelt, auch Deutsche, Holländer, Franzosen, aber Englisch ist dominierend. Kaum können wir uns auf spanisch verständlich machen. Unverständliche englische Dialekte - cockney? - kann man hier lernen. Freundlich sind die Menschen und hilfsbereit. Was mir gefällt ist das Kleine. Alles ist ein wenig kleiner als zu Hause. Zwar kochen wir, kaufen ein, waschen ab, waschen Wäsche, aber alles ist winziger und geht schneller. Und danach hat man viel Zeit fürs rum sitzen oder so. Man kann sich auch sportlich betätigen, z.B. runter gehen bis zur Bar. Auch gibt es ein Fitnessstudio hier und ein klitzekleines Schwimmbad und Fahrrad fahren kann man auf Radwegen um den Ort herum und ins flache Land bis zu den Bergen. Das aber werden wir alles irgendwann mal machen. Jetzt sitzen wir vor dem WoMo und grinsen den Leuten zu, die vorbei gehen und lächelnd antworten.
17:30 wir gehen einkaufen, frischen Fisch. Und dann trinken wir was an der Bar und dann kochen wir und dann sehn wir mal.
Unser WoMo ist so klein, wenn einer aufsteht, muss sich der Andere setzen.
Doch das Fernsehen ist über dem Bett und das ist klasse. Das Bett.
Gestern gabs Camarones al Ajillo mit Spaghetti (und viel Knoblauch zu den Garnelen). Heute gibts Garnelen (große) mit Knoblauch und geschmorten Kartoffeln c/o Gemüse in Olivenöl. Dazu Baguette. Und Rotwein. Und Oliven mit Pfeffer.

M hatte einen Traum. 10 pakistanische Frauen, vor Blutrache geflohen, sollten in unserem Heim in H untergebracht werden. Sie wachte auf und der Traum war Wirklichkeit geworden. Die halbe Nacht hat sie sich den Kopf zermartert, wie die Frauen untergebracht werden könnten, denn das Heim ist zu klein um so viele Frauen zusätzlich aufnehmen zu können. Vielleicht, erwog sie, im Dorf? Wen fragen, wie organisieren. Bis sie merkte, es war wirklich ein Traum. Noch erschrocken ist sie gegen Morgen wieder eingeschlafen.

Cognac und Kaffee in Spanien

Cognac und Kaffee in Spanien

Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentiere diesen Post

anais 01/20/2016 07:14

Recht hast Du, RE. Ich stimme Dir zu. Gut habt Ihr es gemacht mit der Reise nach dem Süden. Ich fliege demnächst nach Lanzarote.
Gruß aus der verschneiten Uckermark!