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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Benicàssim: Wanderung zur Klosterruine hoch oben auf dem Berg

29. Februar 2016 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog:Europa

Benicàssim: Wanderung zur Klosterruine hoch oben auf dem Berg

Sonntag, den 28. Februar 2016:
Rückenlahm, hüftlahm, fußkrank

25 000 Schritte, 20 KM, 61 STOCKWERKE hoch und runter, ich hab sie gezählt! (Blödsinn, sagt mein iPhone). Wir sind eine Tour auf dem alten Pfad zur Klosterruine mitgelaufen. Die Küstenberge, überragt von dem 730 m hohen Pico Bartolo, haben Vorberge, eingebettet in das Massiv, und auf einer dieser mächtigen Absenkung liegen die alten Klosterruinen mit prächtiger Aussicht auf die sie umgebenden Berge und in einem V-Ausschnitt weit unten Meer und Land. Hier, so sagt der Führer, haben sie im unwegsamen Gelände gebaut, direkt mit Blick zur aufgehenden Sonne, um ungestört meditieren und einsam leben zu können. Japanische Mönche, sagt er, haben sich kleine Gärten mit Abbildungen von Natur geschaffen, diese hier haben dasselbe gemacht, nur mit grandioser Natur. Es ging immer um Einsamkeit und Kontemplation.

Doch eines Tages kam eine Sintflut. Vorher hatte ein Feuer die steilen Berghänge abgebrannt, das Wasser schoss ungehindert auf die Klosterplattform, riss Gebäude mit sich, tötete Mönche, machte das Kloster unbewohnbar. Hundert Jahre später haben sie ein neues Kloster gebaut, ein wenig höher, außerhalb möglicherweise reißender Wasser. Heute ist dieses Karmeliterkloster Ausbildungsstätte neuer Mönche, mit riesiger Bibliothek und hochgebildeter Lehrer, ähnlich dem Der Name der Rose.
Den ganzen Aufstieg Reste landwirtschaftlicher Tätigkeit in Terrassen und an Hängen. Famos sei der Weinanbau gewesen, den sie als Süßwein kelterten. Es gehörte alles den Mönchen, bis Mitte des 19 Jhdts der nach den napoleonischen Kriegen pleite gegangene spanische Staat alles Land der Kirche konfiszierte und privat verkaufte. Noch vor Kurzem müssen hier Bauern gelebt haben, große, verlassene Häuser sieht man noch. Der Blick in ausgestattete Küchen und Zisternen voll mit Wasser macht mich traurig. Doch der Tourismus als Einnahmequelle hat die Landwirtschaft verdrängt.

Wir sind geschafft. Lahm, erschöpft und mit Schmerzen zurück gekommen. Die Engländer in der Gruppe (es waren deren alle Engländer mit kaum verständlicher Sprache) haben sich nach dem nächsten Ausflug erkundigt. Wir haben uns in unsere Hütte zurück gezogen und die Wunden geleckt. Noch viel bleibt zu tun bis zur Pilgerreise nach Santiago.

Aber verdammt gute Aussicht haben sie. Die Mönche.

Benicàssim: Wanderung zur Klosterruine hoch oben auf dem Berg
Benicàssim: Wanderung zur Klosterruine hoch oben auf dem Berg
Benicàssim: Wanderung zur Klosterruine hoch oben auf dem Berg
Benicàssim: Wanderung zur Klosterruine hoch oben auf dem Berg
Benicàssim: Wanderung zur Klosterruine hoch oben auf dem Berg
Benicàssim: Wanderung zur Klosterruine hoch oben auf dem Berg

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