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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Benicàssim: wo kommt Surm her? Frau Steinabch links (rechts) liegen lassen

1. März 2016 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog:Europa, #Unsere Welten - unsere Probleme

Benicàssim: wo kommt Surm her? Frau Steinabch links (rechts) liegen lassen

Montag, den 29. Februar 2016
Der Sturm reißt am WoMo, hebt es aus dem Federn, ich halte die Luft an, auch wenn ich rational weiß, zum Umstürzen braucht es mehr. Wer aber weiß, ob nicht mehr kommt? Die Bäume biegen sich unterwürfig, die Wäsche auf den Leinen will weg, die Vorzelte werden eilig festgezurrt und eingeschlagen. Den ganze Tag geht das schon so. Der Himmel ist leer gefegt, zeigt ein blasses Blau, kalt ist es nicht dort, wo der Wind nicht hin kommt. Wir liegen im Bett und lesen. Mord mit Aussicht fängt an zu laufen. Bis zur Hälfte. Dann hat das Internet kein Einsehen mehr und macht dicht. Nun gut, lesen wir weiter.

Dienstag, den 1. März 2016
Wo ist der Wind hin? Friedlich wie ein Schäfchen schaut der neue Tag strahlend zu. Woher kommt so ein Sturm? Ich habe mir immer vorgestellt, von Wolken, die pusten. Frei nach dem Bild aus Kindertagen.

Ich reg mich auf. Dass sich alle über Steinbach aufregen. Das Bild mit dem blonden Kind umringt von (ich nehme mal an) indischen Frauen gab es schon länger, hab ich gelesen. Doch erst, als diese schrullige Frau es veröffentlichte, schrieen alle Aufrechten auf - und brachten der Provokateurin den erhofften Erfolg. Was wäre, wenn wir nicht hinschauen? Sie in ihrer eigenen Welt belassen, deren Sicht wir nicht ändern können? Dasselbe meine ich auch bei den geschätzten 10 % der Bevölkerung, die nur noch Hass verbreiten. Über Pegida wird prompt jede Woche berichtet. Es muss ja nicht unbedingt auf der ersten Seite sein, oder?
Wir hatten eine Reihe Seminare mit Fachleuten gegen Rechts. Das ist mir im Kopf geblieben, was die sagten, nämlich: wenn nicht jede noch so kleine Schandtat dieser Nazis landesweites Echo hervorrufen würde, gäbe es weniger Schandtaten. Garantierte Öffentlichkeitswirksamkeit regt öffentlich wirksame Aktionen an.
Lassen wir sie im eigenen Fett schmoren. Und konzentrieren wir uns auf uns und unsere Lebenseinstellung.

Eine interessante Rede des Chefredakteurs der ZEIT über Journalismus in Deutschland ist hier zu finden: http://www.zeit.de/kultur/2016-02/dresdner-rede-dresden-giovanni-di-lorenzo

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