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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Der (Milch)Markt machts

25. Mai 2016 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Unsere Welten - unsere Probleme

Melkkarussell

Der (Milch)Markt machts. Ham sie ihnen gesagt, den Bauern, die Apologeten des Neoliberalismus. Man muss nur den Milchmarkt frei lassen, dann verdienen alle mehr. Gesagt, getan, die Milchquote wurde 2015 abgeschafft. Und die Agenten der Banken und der Bauernvertreter schwärmten aus, erzählten von dem schier unglaublich großen Milchmarkt in China und Russland und anderswo auf der Welt. Und viele Bauern glaubten ihnen, nahmen Kredite auf, investierten in neue Stallungen, modernere Melkanlagen, größere Traktoren und was man nicht alles so braucht um mehr Milchkühe zu melken. Ach ja, die kauften sie auch dazu. Und produzierten und produzierten, denn ja mehr um so mehr Geld klingele in der Kasse. Hatte man ihnen versprochen.

Wie das mit dem Markt so ist. Ist der voll der Ware, sinkt der Preis. Chinesen wollten doch nicht so viel Milch trinken wie geplant, und die sonstwo wohnen auch nicht (hatte den Milchmarktapologeten niemand gesagt, dass Chinesen zu 94% Laktoseintoleranz haben? In ganz Ostasien sind es 98% der Menschen, die Milch nicht vertragen, in Afrika 80%, in Südamerika ca. 70% und weltweit sind es etwa 75%. Laktoseintoleranz ist die Normalität. „Nur bei Populationen, die seit langer Zeit Milchwirtschaft betreiben, hat sich eine Mutation durchgesetzt, die dazu führt, dass auch noch im Erwachsenenalter genügend Laktase produziert wird.“ (Wikipedia)).
Und dann brach auch noch der russische Markt weg wegen der saublöden Wirtschaftssanktionen.

Und dann war plötzlich zu viel Milch auf dem Markt und die Preise fielen und fielen und sind heute halbiert zu 2015. Und die Kreditzinsen mussten bezahlt werden und konnten nicht und ein Milchbauer nach dem anderen machte Pleite.

Führte das zum Umdenken bei den Marktapologeten? Bewahre! Was ein rechter Landwirtschaftsminister ist, der weiss, was Neoliberalismus ist und das der immer gewinnt. Hatte ihm jemand gesagt. Und ein Teil der Bauernvertreter folgt ihm brav. Der andere Teil fordert wieder Regulierung. Jetzt werden erst mal Spenden verteilt an die not leidenden Bauern.

Denn der Neoliberalismus muss gewinnen. Komme was da wolle. Kommen wird eine große Konzentration auf wenige Super-Milch-Produzenten.
Die spinnen, die Römer.

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