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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Die Traumreise nach Ecuador 2016

18. November 2016 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Meine Welten heute

Blick auf Quito
Blick auf Quito

Mitte November, also jetzt, wollten wir, so war der Plan, in Ecuador sein und Geschichten unseres Lebens verbinden. Es war das Land, in dem wir von 1982 an fünf Jahre geliebt, gelebt und gearbeitet hatten, das einzige Mal mit der gesamten Familie. Die Jungens hatten die Deutsche Schule besucht, ihr Abitur (Frank) und die Mittlere Reife (Goran) in Quito gemacht. M lehrte an der Universität Deutsch für Ausländer und begleitete mich auf den Reisen. Als DED-Beauftragter kannte ich das Land wie meine Westentasche, die Projekte der Entwicklungshelfer waren bis in den letzten Winkel verstreut. Ecuador ist nicht groß, man kommt in einem Tag aus dem Urwald über die Anden bis an den Pazifik. Und von der kolumbianischen Grenze im Norden über die Andenhöhen hinweg, vorbei an majestätischen schneebedeckten 6000er, bis an die peruanische Grenze im Süden. Es war, zumeist, eine schöne Zeit. Doch sie war lange her. Jahre später waren wir nochmals in „unserem“ Land, Freunde und Landschaften waren noch wie eh und jeh. Doch für uns war es nicht mehr dasselbe. Der Kontakt ging verloren

Auch zu M`s Freundin und Patenkinder in Ricaurte, dem abgelegenen Ort im Urwald der nördlichen Küstenregion, in dem Nachkommen afrikanischer Sklaven leben (die Geschichte, die sie erzählen, gefällt mir: ihre Vorfahren hätten das Sklavenschiff gekidnappt, wären in den Wald geflohen. Dort überleben sie bis heute mehr schlecht als recht). In San Lorenzo, der nächst grösseren Ansiedlung, musste man einen Lastwagen ergattern, der fuhr bis zum Fluss, über einen Holzbalken balancierend kam man ins Dorf. Schon die Anfahrt nach San Lorenzo war abenteuerlich. Von Ibarra aus fuhr ein auf Schienen gesetzter alter Bus bis an den Pazifik. Die Reise dauerte von 12 bis 24 Std., kam darauf an, ob die Strecke frei geräumt werden mussten. Der Schienenbus hatte sein Lenkrad noch und wenn der Fahrer daran drehte, griffen die Bremsen.

Der andere Weg nach San Lorenzo war mit dem Boot oberhalb Esmeraldas an der Küste entlang durch Mangrovenwälder. Wir hatten ein landwirtschaftliches Projekt in San Lorenzo. Über das kam die Anfrage, ob ein EH in Ricaurte Hausgärten anlegen und die Ernährung verbessern könne. Wir fuhren hin und erlebten eine Überraschung. Die Frauen waren lebendig, nicht unterdrückt, wie man uns gewarnt hatte, unterbrachen ihre schwadronierenden Männer und wollten mitarbeiten. M fand das spannend und lebte lange mit ihnen bei ihrer Freundin Edith. Daraus wurde ein Buch: „Von der Armut im Reichtum des Lebens, die Frauen vom Rio Tululpi“. Zwei Taufen nahm sie vor, wurde Patin und als wir weg waren, brach die Kommunikation zusammen. Edith konnte ein wenig schreiben, hat das wohl auch getan, aber die Briefe kamen nie an. Bis vor einem Jahr sich eine Frau meldete, die nach M kurz in Ricaurte war und dieses Abenteuer nun ihrer Tochter zeigen wollte. Dann klingelte unser Telefon, hier ist Edith Klinger aus Ricaurte. Da wollten wir nochmals hin.

Und ich wollte meine Fahrt mit dem Greyhound Bus die Panamericana hoch noch mal erleben. Zwei Jahre war ich in Antofagasta als Entwicklungshelfer, meine Traumstrasse bis nach Puerto Montt hinunter gefahren und 1970 auf der Heimreise bis Quito gekommen (später dann, in der Zeit in Kolumbien und bei Reisen, habe ich den Süd- und Mittelamerika-Teil größtenteils vollenden können aber nie den Traum verwirklicht, die Panamericana gänzlich durch die USA bis Kanada zu schaffen). Jetzt sollte es nochmals Lima-Quito werden, zwei Tage im Bus. Mal sehen, ob alte Erinnerungen bestehen.

Doch es wurde nichts. Im Oktober hatten wir einem Projekt des SES in Santa Cruz/Bolivien. Danach wollten wir reisen. Zwei Wochen vor dem Abflug flog ich schon mal. Doch nur von der Leiter. Ob das ausgekugelte Schultergelenk operiert werden musste, war nicht klar. Wir sagten ab.

Mittlerweile ist das Gelenk wieder ziemlich OK. Für Februar im neuen Jahr haben sie neuerdings angefragt. Wir versuchen es. Ich pass bei Leitern jetzt gut auf.

Hier sind unsere gesammelten Abenteuer aus Ecuador nach zu lesen

http://www.andere-welten.net/ecuador.html

Auf Dienstreise

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