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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Santa Cruz 2017 die 8: Projektfortschritte; Volksabstimmung zu Fuß; Frauen; Duschen, Einkaufen ohne Stress

25. Februar 2017 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Lateinamerika, #Meine Welten heute

Santa Cruz 2017 die 8: Projektfortschritte; Volksabstimmung zu Fuß; Frauen; Duschen, Einkaufen ohne Stress

 

 Das Projekt in seine Bestandteile zerlegt und definiert, welches zentralen Management Aufgaben sind (Kontakte, Vorstand etc), was automatisiert werden sollte (Datenbank/Finanzen) und was an Mitarbeiter als Routine übergeben werden kann. Und den Aktionsplan für März erstellt. Alfredo ist angetan. Wir auch. Geht gut. Zu gut? (immer, wenn etwas zu gut läuft kommt irgendwo ein Hindernis her). Wir brauchen ein Büro, eine Sekretär(in) und /oder eine(n) Assistentin oder -en. Möglichst Freiwillige. Dem Directorio gefällt, was wir machen.

Ach ja: wer Lust hat, kann für 30,- Euro im Monat Padrino werden. Meldet euch massenhaft!

 

Muss man eine Volksabstimmung ernst nehmen? Die Opposition sagt ja, die Regierung nein. Hintergrund ist, dass die Verfassung dem Präsidenten nur eine Wiederwahl gestattet. Evo Morales aber ist schon 2 Mal wiedergewählt worden. 2006 hat er die Regierung übernommen, 2009 Bolivien in einen Plurinationalen Staat verwandelt, in dem Indios und Afrobolivianer besondere Beachtung finden. Gleichzeitig wurde neu gewählt. 2014 argumentierte die Regierung, Evo sei im neuen Staat nur ein Mal gewählt und dies (2014) die erste Wiederwahl. Das Verfassungsgericht gab ihm recht, die Opposition tobte. Für 2019 will er wieder antreten und hat dafür ein Referendum abhalten lassen - und krachend verloren. Das allerdings will die Regierung nicht anerkennen, denn das Wahlergebnis basiere, sagt sie, auf einer Lüge. Denn Evo (er wird beim Vornamen benannt) habe keine Geliebte gehabt und das Kind dieser Frau sei nicht seins. Was die Opposition vor dem Referendum breit gestreut und mit - ihrer Ansicht nach - Dokumenten untermauert hatte. Und damit, sagt die Regierung, die Wahl beeinflusste. Montag und Dienstag ging das Volk auf die Straße, sollte mit den Füßen abstimmen. Mit dem Slogan :“Nein ist Nein“ versammelt die Opposition ihre Anhänger im ganzen Land, die Regierung kontert „MENTIRA“ (Lüge) und ruft ihre Leute zur Demo. Wer mehr mobilisiert, hat gewonnen. Wir sollten mit unseren Hosts gehen, gegen die Regierung. Nein Danke. Seltsamerweise höre ich die gesamte Woche nichts vom Ergebnis.

 

Die Männer pflegen in der Mitte auseinander zu gehen, die Frauen ihre Schönheit so lange es geht. Je mehr Mittelstand und Reichtum umso mehr Pflege. Junge Frauen locken mit ihren eng umkleideten oder offen zur Schau gestellten Attributen und wenn ihr Locken gewirkt hat werden sie Ehefrauen. Andersherum wie in der Natur. Da sind die Männchen zumeist die Schönen die sich mit ihren Attributen zur Balz stellen und das Weibchen wählt aus (mit dem Wählen soll es auch so bei uns Primaten sein. Der Mann meint, er bestimme, dabei ist er längst eingefangen). Dann trennen sich die Wege des Paares, der Mann hat seine Gruppen, die Frau die ihre. Und wird schön für sich (und Liebhaber). Frauen werden, sagt Alfredo, in letzter Zeit selbstbewusster und -bestimmter.

Es bleibt angenehm, Latino-Frauen zu betrachten. 

 

Karneval hat begonnen. Heute Abend nehmen sie uns mit zum Umzug. Hier wird mit Farbe geworfen, das Haus von Karens Praxis haben sie mit Folie geschützt. Wir haben uns extra einfache Kleidung beschafft. 

 

Heiß und drückend. 3 Mal duschen täglich mit kaltem Wasser (nun ja, lauem), ab und an unter die Klimaanlage (auf 29 Grad kühlt sie runter) und wenig bewegen sind die Rezepte. Gestern zur Mittagszeit zu Fuß zum Einkaufen (3 KM; M hat abends gekocht). Wir haben uns wie Faultiere langsam vorwärtsgearbeitet. Im Supermarkt 10 Kassen, alle besetzt. Gemütlichkeit herrscht vor, langsam wird gescannt, mit den Klienten geredet, eingepackt Stück für Stück, beim Bezahlen müssen wir die Passnummer wissen, angelächelt, wenn wir sie nicht gleich finden und höflich verabschiedet - eine ALDI-Verkäuferin wäre schon längst verrückt. Und wir gehen gelassen und friedlich und ruhig von dannen. Und suchen uns ein Taxi. Das kostet nach Hause 2 Euro.

 

Abends sitzen wir auf der Trasse, zumeist kommen Alfredo und Karen dazu, sie fragen uns aus, wir fragen sie aus, reden über Politik (Alfredo will mich unbedingt zum Lager gegen Evo bekehren), lachen und erwehren uns der Moskitos. 

Santa Cruz 2017 die 8: Projektfortschritte; Volksabstimmung zu Fuß; Frauen; Duschen, Einkaufen ohne Stress
Santa Cruz 2017 die 8: Projektfortschritte; Volksabstimmung zu Fuß; Frauen; Duschen, Einkaufen ohne Stress
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