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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Santa Cruz 2017 die 3. FONBEC und seine Schwierigkeiten

16. Februar 2017 , Geschrieben von REinloft Veröffentlicht in #Lateinamerika

  

(R) Langsam wird der Blick klarer, was wir hier wollen und sollen. Die Verteilung der Stipendien ist ein 1-Mann Betrieb, sehr arbeitsaufwändig, mit vielen privaten Facetten versehen (das Büro ist eine Abstellkammer in der Wohnung des Vaters) und die Arbeit bringt unseren Freund langsam an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Wenn wir hier nicht erfolgreich sind, kann es passieren, dass er frustriert aufgibt.

 

(M) Alfredo, unser Gastgeber hat eine Organisation gegründet, die Kindern aus armen Familien ermöglichst, zur Schule und später zur Universität zu gehen. 

Er braucht Hilfe bei seiner Arbeit, eine effektivere Struktur. Zur Zeit hat er 87 Stipendiaten, die jeden Monat einen Brief an ihre Paten schreiben müssen. Die Kinder sind in der ganzen Stadt verteilt, meist in den ärmeren Vororten, und er fährt zu ihren Schulen, holt die Briefe ab (kleine Kunstwerke darunter), scannt sie ein und liefert sie bei den Paten ab, kassiert das Geld und bringt es zu den Stipendiaten. Dazu schreibt er die Quittungen und liefert sie ab - die öffentliche Post funktioniert nicht. Er sucht vorgeschlagene gute Schüler und passende Paten aus und ist für alle Arten von Kommunikation zwischen ihnen zuständig. Dazu kommt die Buchführung, die er hasst und mehr schlecht als recht mit Excel erledigt. Dann muss er noch die Paten bei guter Laune halten und das neu gebildete Direktorium macht mehr Arbeit als es Erleichterung bring.

 

Wir fahren mit Alfredo in Santa Cruz herum und besuchen Schulen, Stipendiaten und Mediatorinnen, die sich kümmern, ihn unterstützen (es sind nur Frauen, die das machen). Und wir lernen die Schüler kennen, die dankbar sind, dass sie in die Schule dürfen. Zum Abschied gibts Küsschen. Alfredo kennt sie alle und interessiert sich für ihre Lebensverhältnisse.

Ich bin sicher, wir können etwas für ihn tun. Jetzt haben wir erstmal alles, was wir in Erfahrung bringen konnten, in einem Mindmap visualisiert.

 

Er ist das Gegenteil von einem südamerikanischen Macho. Gebildet, sensibel, er hört interessiert zu, hat mehr übrig für Zwischenmenschliches als für Effizienz, er hilft im Haushalt, ist tolerant und kinderlieb, kurzum ein äußerst liebenswerter Mensch. Karen auch, sie ergänzen sich und gehen lieb miteinander um, sie ist allerdings nicht oft zu Hause. Morgens geht sie schon früh ins Fitness-Studio und abends muss sie oft lange arbeiten.. Gestern Abend waren wir bei seinen Eltern eingeladen, auch seine Geschwister mit Familien waren da.  Der Vater war Botschafter und Konsul in Schweden, Spanien, Uruguay und Brasilien.  Alle waren sehr lieb und freundlich zu uns.

 

Das Haus, in dem wir leben, ist sehr geschmackvoll. Es hat einen kleinen Garten mit einer Veranda mit Hängematte und befindet sich in einem ruhigen grünen Stadtteil in der Nähe des Zentrums. Wir hätten es kaum besser treffen können. Und wer wissen will, wie frischer Mangosaft schmeckt, muss herkommen. 

  

 
Santa Cruz 2017 die 3. FONBEC und seine Schwierigkeiten
Santa Cruz 2017 die 3. FONBEC und seine Schwierigkeiten
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