Friday, 27. january 2012
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10:31
Wo bleibt das Positive, Herr Einloft?
Recht gefragt, denn es gibt dessen eine Menge. Fangen wir an:
Noch nie abends die Stirnlampe zum Lesen gebraucht. Gut, das mag auch daran liegen, dass wir im Bett Hörbuch hören. Der Strom allerdings fällt deutlich weniger aus als in Tansania.
Dann: 3 mal am Tag steht Essen auf dem Tisch. Mir schmeckt es. Viel Fisch und kleine Portionen.
Ich brauche nicht abwaschen und einkaufen.
Dann: Projekte und Organisationsstrukturen auszuarbeiten macht mir Spaß. An Tabellen und Grafiken fissele ich bis in die Nacht hinein. Mein Element.
Dann: Heute ist die Hälfte der Zeit rum! Noch 40 Tage.
Und für die Wochenende haben wir den Strand und das Hotel gefunden.
Dann: Abends spielen, lesen, Bilder sortieren, Sachen am PC ausprobieren und Bücher hören. Es füllt mich mehr aus als Fernsehen. Dem verfalle ich zu schnell.
Auch: Kein Alkohol die Woche durch, nur am Wochenende – geht gut.
Und besonders:
mit M zusammen zu arbeiten ist sehr angenehm. Wir ergänzen uns. Sie ist gleich bleibend gelassen und fängt mich ein, wenn nötig, allein mit ihrem Sein.
Nicht zu vergessen:
Ich habe Zeit übrig für Studien, die schon lange liegen.
Und ich lerne.
Langsam leben hat auch seine Qualitäten. Ich bin einfach privilegiert. Wer kann schon so viel von verschiedenen Leben lernen?
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Thursday, 26. january 2012
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13:13
Ja ist das denn die Möglichkeit? Da gibt es wahrhaftig einen, der liest unser Grundgesetz. Und findet erstaunliches! Das Ding ist links.
Denn da steht drin: „Eigentum verpflichtet“ und „Produktionsmittel können vergesellschaftet werden“. Und in der Bayrischen Landesverfassung steht: die Erbschaftssteuer diene auch dem Zweck „die
Ansammlung von Riesenvermögen in den Händen einzelner zu verhindern“. Wer diese Vorgaben heute auf seine politische Fahne schreibt, ist ein Kandidat für die Überwachung durch den
Verfassungsschutz.
Den Artikel hat Jakob Augstein im Spiegel geschrieben. Ich empfehle ihn
jedem, der sich mit der Materie beschäftigt und Bauchschmerzen bei der heutigen Praxis bekommt, das Grundgesetz nur noch für die Reichen auszulegen. Und die Mächtigen. Gut geschrieben, prima
Einsichten, hier zu finden: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,811506,00.html
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Thursday, 26. january 2012
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11:23
Wir haben was Schönes gesehen
und ein Bild an Jörg geschickt. Prompt kam seine Antwort: „Es handelt sich um ein Mitglied aus der Familie der Buprestidae, auf deutsch Prachtkäfer. Ihren Namen haben sie völlig zu Recht, es
gibt kaum im besten Sinne schönere Käfer. Es gibt sie schon in Gold und Emaille seit den Pharaonen und man hat sie (konserviert in echt) sogar als Brosche am Revers getragen“. M hatte ihn
entdeckt. Er ist in der Tat ein Prachtkerlchen. Schnell allerdings ist er auch nicht. Vielleicht hat seine Gattung deshalb
überlebt?
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Thursday, 26. january 2012
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10:57
Per Autostopp rund um die Welt
Vor Jahren habe ich von
Tiziano Terzani „Fliegen ohne Flügel“ gelesen. Terzani berichtete für den Spiegel und andere Zeitungen exklusiv aus Asien. Ein Jahr lang hatte er sich vorgenommen, ohne Flugzeug auszukommen, für
einen Reporter damals ein undenkbarer Vorhaben. Er aber hat die Leute und Orte noch näher gesehen, konnte noch intensiver über sie schreiben. Jetzt habe ich einen Blog gefunden, dessen Autor sich
vorgenommen hat, von der Schweiz nach Papua vorzugsweise im Autostop und ohne Flugzeug zu reisen. Ich wusste gar nicht, dass das geht! Momentan ist er in Singapur. Er berichtet nicht nur über
Sehenswürdigkeiten, sondern auch über das Alltagsleben und die Freuden und Sorgen der Bewohner. Immer mit tollen Fotos. Hier findet ihr die aktuelle Reisebeschreibung von Cymtrip: http://cymytrip3.over-blog.de/ Seine Route ist schon irre. Über Skandinavien, Nordkap (http://cymytrip.over-blog.de/article-von-trondheim-nach-nordcap-53915356.html), Russland, Mongolei, China ging es. Die
Reisebeschreibung ist hier: http://cymytrip3.over-blog.de/categorie-12195366.html, nach unten scrollen.
Die schönsten Orte um das Mittelmeer
Klein aber fein ist die Webseite www.bangelonline.net. Diesmal ging es andersrum, nicht ich habe diese Seite gefunden, Bettina hat mich und meinen Blog entdeckt. Wunderbare Orte um das Mittelmeer werden
vorgestellt (bangelonline/schoenste orte), Tipps, was man bei
Buchungen beachten sollte und anderes. Reizvoll finde ich das KÜNSTLERDORF DEIÀ, MALLORCA (hier: bangelonline/kuenstlerdorf), würde ich gerne mal besuchen, aber mit dem
WoMo geht das schlecht.
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Wednesday, 25. january 2012
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10:27
Schimmel
Julio, der manchmal sauber macht, hat ihn entdeckt. Die Ledertasche, schwarze Schuhe, der Lederkoffer, ja sogar mein Sakko und die Wollpullover sind dick mit grünen Flecken bedeckt. Der Schimmel
aus Dar es Salaam hat uns eingeholt.
Die endlose Geschichte der Fahrzeug - Entzollung
Ich hatte eine Fantasie: Mit unserem Herumwirbeln haben wir das Wasser wild aufgewühlt, Kanäle geöffnet, neue Rinnen gesucht, auch gefunden, das Ganze als Lösung präsentiert und nun, nun ist die
See ist wieder ruhig geworden. Der Fluss daraus fließt seinen gewohnten, trägen Gang, ein Wassertropfen fällt noch, alles bleibt beim alten und das Fahrzeug steht weiter im Hafen. Herausgekommen
ist einzig, dass das wichtigste Papier nun auch noch verloren gegangen ist. Wir gewöhnen uns dran und fließen auch ruhiger dahin.
Geschwindigkeit ist relativ oder: wie ich Einstein verstand.
Es fiel mir schwer, den Sinn der eigenen Tätigkeit zu erkennen. Aber vielleicht lag das an meiner Geschwindigkeitsvorstellung? Schon reduziert auf die Schnelligkeit eines Goggomobils war ich
angereist. Das aber war immer noch zu schnell. Jetzt hab ich runter geschaltet und siehe da, im Schneckengang gibt’s auch noch Veränderungen, man sieht sie nur nicht wenn man Goggo fährt.
Geschwindigkeit ist relativ.
Mir geht es seit einer Woche wieder besser, nachdem ich mal die Geduld verloren hatte. Jetzt hab ich sie wieder gefunden.
Unser Bispo
Er redet gerne. Seit Tagen tagelang. Mit wechselnden Leuten. Manchmal vergisst er Mittag- und Abendessen. Bei Tisch präsidiert er mit Charme und oft witzig. Seine Augen blitzen schelmisch, wenn
er Witze erzählt, durchaus auch selbstkritische, die Kirche betreffend. Oder er erzählt Geschichten die er erlebt hat voller lustiger Einfälle. Er bestimmt gerne. Lächeln bescheidet er dem
malariakranken Padre, Er, der Bischof, habe ihm dazu keine Erlaubnis gegeben. Als wir ihm mitteilen, in der Apotheke sei ein Personalproblem gelöst worden, kriegt er fast einen Anfall. Ohne seine
Entscheidung ist nichts gelöst. Die Italienischen Schwestern haben ein sehr gutes Projekt aufgebaut. Es ist sozial ausgerichtet, betreut und unterstützt Aids-Kranke und ihre Familien, hilft nicht
nur durch Lebensmittel-Spenden sondern auch durch Kleinprojekte, die Einkommen schaffen. Das Projekt hat mir sehr imponiert. Ich hätte gerne gewechselt. Da wird was Sinnvolles gemacht. Kurzum,
der Bischof könnte stolz sein. Und was macht er? Er macht es wie der König im Märchen. Der hatte eine große Schatzkammer. Das schönste Stück war eine goldene Flöte. Wenn man da rein schaute,
konnte man das ganze Königreich sehen. Berge und Wiesen und Wälder und die fleißigen Menschen all überall. Und was machte der König mit der Flöte? Er pfiff drauf.
Dass er das Projekt und die Oberin schneidet, ist wohl eine disziplinarische Maßnahem, die er vonnöten hält. Er wurde nicht gefragt und bei Entscheidungen übergangen. Es ist ihm wichtig, dass wir
verstehen. Dann lächelt er sein Bubenlächeln und sagt, unseren Appell, bei solchen Maßnahmen die Menschlichkeit voran zu stellen, müsse er sich wohl noch mal überlegen. Er ist sehr gescheit. Ich
habe einen 60-seitigen Hirtenbrief von ihm gelesen Da ist alles drin von der Geschichte der Provinz und der Diözese bis zu theologischen Problemen. Die Unterhaltungen mit ihm über philosophische
Fragen sind sehr lehrreich. Er ist halt noch sehr jung. Und muss noch aus Fehlern lernen.
Bei Dalai Lama gelesen:
„Der christliche Klerus ist besonders dem Dienst am Nächsten auf dem Gebiet der Erziehung, Gesundheit und Sozialhilfe verpflichtet“ (und ruft den Buddhismus auf, davon zu lernen). Ich schreibe das auf, weil genau diese Hilfen von den Nonnen, die wir kennen gelernt haben, geleistet
wird. Das nennen sie „Mission“.
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