Wenn die Welt strahlend hell erscheint, durchsichtig und klar, gezeichnet in alle Feinheiten bis zum Horizont, wenn darin Bäume, Sträucher, Vögel, Tiere dreidimensional sich abheben, wenn die Farben des Waldes, der Wiesen und Felder kräftig und differenziert schimmern, wenn der Himmel strahlend blau oder auch voller schwerer, erdrückender Wolken ist, wenn man das alles sehen kann, dann ist man ein Glückspilz. Ich bin so einer. Nach der Operation der Augen, die grau geworden waren und grau […]
Strahlend hell ist die Welt, prächtig und klar. Hoch oben in den Lüften schwebt ein Vogel, deutlich sichtbar. Und das Straßenschild auf der anderen Seite ist gut lesbar. Gestern ist das linke Auge ebenfalls operiert worden und heute kam die Schutzklappe ab. "BONG" machte es und wurde hell. Bemerkenswert die Veränderung. An die immerfort zur Hand sein müssende Lesebrille werde ich mich gewöhnen - oder nicht mehr alles lesen, was unter die Augen kommt. Wollte schon immer so aussehen wie […]
Anpassung, lese ich bei Wikipedia, ist die "Fähigkeit, sich auf geänderte Anforderungen und Gegebenheiten...einzustellen". Na denn, da bin ich mal wieder mitten drin. War die Welt vorab im Nahbereich noch recht deutlich, in der Ferne verschwommen, kehrt sie sich jetzt um. Wie ein Adler seh ich jetzt die Spitzen der Bäume am Horizont, schön klar und farbig, doch auf dem Klo ist alle um mich herum schwummerig. OK, nicht nur da. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, sagt der Volksmund treffender […]
Gestern stand er plötzlich vor der Tür, der Wanderer zwischen den Welten. Fast 3000 Km ist er gelaufen auf dem Jakobsweg von Marburg nach Santiago de Compostela und weiter nach Finesterra, ans Meer, da, wo der Pilgerpfad nicht mehr weiter geht. Da hat er sich besonnen und ist zurück gekehrt. Wie es sich für einen Pilger gehört auch das letzte Stück in der Heimat auf Schusters Rappen. Und kam bei uns vorbei. Braun gebrannt wie Wildleder, voller Geschichten und Erlebnissen. Schönen. Er wird […]
40, sagte sein Arzt, ist zu wenig. Ihre 52/56, die kommen gewiss vom Sport, machen sie ja schon lange. Aber 40, die hat höchstens ein Profiradfahrer mit 20 000 jährlich auf dem Buckel. Dem müssen wir nachgehen. Und überwies ihn an einen Internisten. Er war, das musste er zugeben, bleiern. Alles zog ihn, er legte sich in seine Hängematte und ward kaum noch wach. Was man nicht alles kriegen konnte! Nette Leute haben uns beehrt: Bis Donnerstag waren Martin&Petra, Freunde noch aus Bonner Tagen […]
Der Mensch, wenn er nicht mehr Mensch ist, hinterlässt einen Haufen Müll. Wenn er Sammler war, noch mehr. Wenn er nichts wegwerfen konnte, noch mehr. Wenn er immer das Neueste vom Neuen haben musste, dann wird der Haufen ganz schön groß und die, die nach ihm noch da sind, haben eine Menge Arbeit. Wir waren nach Nürnberg gefahren, um T zu helfen. Sie ist gescheit, will nichts in ebay verkaufen, das Brauchbare für sich aufbewahren, den Rest entsorgen lassen. Was für ein Glück für mich, der […]
Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Wir wollten am Dienstag die Kinder zum Flughafen bringen und weiter nach Nürnberg fahren. Freund G hat viel Kram hinterlassen, vielleicht kann ich davon was versteigern. Und außerdem haben wir uns unsere geliebte Stadt verdient nach den vollen Tagen mit Enkeln und Co. Doch dann kam der Anruf, ein Trauerfall in der (Groß)Familie, nicht so traurig nach jahrelangem Alzheimer und anderen Leiden und doch traurig, weil langsam alle gehen aus dieser […]
Gnadenfrist bis Morgen, dann fliegen die beiden Enkel wieder zurück nach Lima. Die Schule ruft, dagegen sind wir machtlos. Lange Zeit wird vergehen, bevor wir sie wieder sehen. Rot war die Sonne untergegangen, gestern Abend bei der Rückfahrt von Dietzenbach, hatte den Himmel gefärbt, ihn leer gefegt, Berge, Täler, Wälder und Dörfer in ein scharfes, klares Licht getaucht, das langsam in Dämmerung überging. Ein schönes Wochenende hatten sie uns bereitet, mit viel Liebe und Fantasie, die […]
Am Mittwoch, sagt man, wird in Oberhessen die Woche geteilt. Manchmal nennen sie ihn auch "Mirtwoch", weil an allen Tagen mit "r" Geschlechtstag sei, das aber, denke ich, kommt selten vor. Denn nach der Arbeit wird zu Hause weiter malocht und Rentner ziehen morgens ihren alten Blaumann an und arbeiten sich durch den Tag. Nur ich ziehe Vaters Kittel selten an, schreibe, lese, lebe lieber. Das, sagen sie, komme von der Missbildung wenn man zu lange von zu Hause weg sei. Fahrrad fahren wollten […]
Vor einer Woche mit Tati&Jan nach Berlin. Im Wohnmobil. Dane & Rainer hatten alles vorbereitet und geebnet, wunderbar. Stadtrundfahrt auf dem Wasser (die Sonne knallte entgegen dem Wetterbericht und bescherte mir eine verbrannte Nase), Technikmuseum (nur für uns Männer, die Frauen waren Schaufenster von außen und innen betrachten), Kebab beim besten Türken (die Beiden haben gleich 2 verdrückt), lausige Abende im Garten (in H, sagt Mutter, regnet es), reichlich gutes Essen (hab 2 Kilo […]
Jan & Tati aus Peru sind gekommen, auch Biene mit Jacob & Carlotta, alle 4 Enkel zusammen. Jacob sagt, ich bin sein Freund und er mäht mit mir liebend gerne Rasen. Wenigstens einer, der das gerne macht. Die Kinder haben Kaulquappen im Teich gefangen (und wieder ausgesetzt) Abends dann kamen Alexander & Mirjam und Klaus & Marga. Jacob, der große Feuerwehrmann hat den Grill angeheizt, und später haben wir Musik gehört. Was für ein schöner Tag. (Weitere Bilder hier: […]
(Der erste Nachruf ist zwei Jahre alt. Damals hatten die Ärzte ihn schon aufgegeben. Er aber hat sich berappelt, noch ein wenig weiter gemacht. Mehr schlecht als recht. Heute haben wir ihn beerdigt) G war mein Freund – soweit einer wie ich mit einem wie ihm befreundet sein konnte. Ausgestattet mit dem spröden Charme der Franken verdeckt er seine Hilfsbereitschaft hinter Granteln und seine Freundlichkeit mit harschen Worten. Autonomie war sein höchstes Ziel. Ich mag diese exzentrischen […]