Minus 7 Grad heute Morgen, Rauhreif verzaubert das Tal wenn die Sonne darauf scheint
Und so sieht das Tal abends aus wenn die Sonne blutrot untergeht
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
Minus 7 Grad heute Morgen, Rauhreif verzaubert das Tal wenn die Sonne darauf scheint
Und so sieht das Tal abends aus wenn die Sonne blutrot untergeht
Herrliches Wochenende. Biene, Markus, Carlotta und Jakob waren da. Die Enkel sind meine speziellen Freunde. Sagen sie. Und überhäufen mich mit Superlativen. Du bist der größte, schönste, beste, liebste, witzigste, freundlichste Reinhold den es gibt. Ach wie schön. Mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke. Danke Biene und Markus. Und danke M.
Zwischen den Welten
Ist das nun afrikanisches Verhalten oder Schludern, ist es mangelndes Zeitmanagement oder Palaver? Ist das Faulheit oder hat er Malaria? Oder was?
Verschiedene Welten treffen aufeinander dort wo wir sind. Denn die vom Norden finanzierten Entwicklungsprojekte machen zur
Bedingung, sich der buchhalterischen Ordnung zu unterwerfen, Berichtswesen, Aktenordnung und Planung nach rationalen Vorgaben auszurichten. Da ist nicht nach der
Denkweise von Afrika zu fragen sondern nach der Logik der Geber. Sonst gibt es kein Geld. Das können wir verstehen, das können wir vermitteln. Und stellen oft fest, dass es nicht umgehend
akzeptiert wird. Dann geraten wir ins Schwimmen. Denn die afrikanische Weise zu denken und zu handeln ist anders.
Wir kommen aus einer rationalen Welt, haben sie verinnerlicht. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass ich diese Welt nicht als non plus ultra, einzig selig machende Form des Denkens und Handelns verkaufen darf. Die Rationalität und Logik der Aufklärung hat uns Nordländer zu dem Reichtum gebracht, den wir heute genießen. Hat uns befreit vom dumpfem Verhangensein in vorgegebene Strukturen und Obrigkeiten, hat Technik und Wissenschaft in ungeahnte Höhen geführt, hat den einzelnen Menschen verantwortlich vor sich selbst und der Gesellschaft gemacht.
(Blitzlicht: Noch Giordano Bruno hatte die Kirche auf den Scheiterhaufen geschickt als er wagte, selbständig zu denken und der Kirche das Recht auf allseitiges Wissen abzusprechen. Und Galilei, der die Erde als Mittelpunkt des Weltalls entthronte, musste widerrufen und wurde zu Hause lebenslang eingesperrt. Luther schaffte es, den Menschen als eigenverantwortlich vor Gott zu auszurufen. Und die Aufklärung definierte den Menschen als Mittelpunkt des Seins, verantwortlich nur seinem Gewissen und der Gesellschaft gegenüber. Seither wird gedacht, geforscht, gehandelt nach eigenem Gutdünken. Im Kapitalismus hat das System der Eigenverantwortung seine wirtschaftliche Hoch-Zeit entwickelt. Jeder Unternehmer gegen jeden heißt die Devise, die Konkurrenz zu besiegen ist der Schlüssel des Erfolges. Warenberge, Wohlstand, demokratische Systeme, Gesundheit, längere Alterszeit, Bildung, Entwicklungshilfe und die UNO – um nur einiges zu nennen - sind Ausflüsse der modernen Denkweise).
Aber systemimmanent, eingebettet in dieser Logik und Rationalität steckt auch viel Negatives. Destruktive Kräfte können gleichsam auf ungeahnte Höhen schießen. WK I & WK II, der Holocaust, Vietnam- und Irakkrieg hätte ohne moderne Technik und Logistik (Logik! siehe da) in dem Ausmaß nicht stattfinden, die Atombombe nicht gebaut, das ungeheure Arsenal modernster Waffen nicht angehäuft werden können. Und ob die Globalisierung mit der Verschiebung von ungeheuren Geld- und Warenmengen ein Segen ist, muss sich erst noch zeigen. Beide Seiten von Logik und Rationalität sind mir bewusst. Es ist nicht möglich, nur die Segnungen unserer Kultur anzubieten.
Dagegen steht die afrikanische Denk- und Handlungsart, wenig kompatibel mit unserem rationalen, kopfgesteuerten Handeln. Die afrikanische Art demokratische Entscheidungen zu finden, ist noch immer das Palaver. Es muss so lange diskutiert werden, bis ein gemeinsamer Kompromiss gefunden ist.
China II
Das abgehackte singende Schnattern kam bekannt vor. Das konnten nur Chinesen sein. Sie kommen um die Ecke, überqueren die Plattform, die abends Bar und Restaurant ist, reden laut miteinander und flegeln sich auf die Plastikstühle an einen Tisch. Es sind nur zwei. Sie scheinen angesäuselt, ziehen die Schuhe aus und hängen die Beine über die Lehne und verlangen gestikulierend und rufend nach dem Kellner. Die Bestellung in chinesisch mit eingestreuten, portugiesisch klingenden Lauten erbringt Bier. Dann sitzen sie mit untergeschlagenen Beinen auf ihren Sitzen, trinken, starren Frauen an, reden und gestikulieren. Mir wird es peinlich. Wir gehen an die Bar.
China III
1 Bleistift gekauft. Sehr billig. Sieht aus wie Faber Kastell, rot-schwarze Längsstreifen, Stärke HB mit Radiergummi. Nach 3 Tagen war er nur noch die Hälfte da. Er schreibt mal weich, mal knochenhart wie ein Griffel und der Radiergummi machte einen schwarzen Streifen und war weg gebrochen. Wang steht drauf. Und ist auch drin.
Vasco da Gama kam vom Regen in die Traufe
Da war er um halb Afrika herumgesegelt mit seiner Armada, kam auf die Ostseite in vermutete Wildnis und was fand er? Blühende Handelsstädte,
kleine muselmanische Königreiche vom heutigen Mosambik bis Kenia. Schon seit dem 7. Jhdt. nach Christi, 800 Jahre bevor die Europäer auftauchten, waren Araber aus Persien, Oman, aus dem Gebiet um
das Rote Meer aufgebrochen und hatten Handelsposten an der Ostküste gegründet. Die afrikanischen Könige im Inneren des Kontinents hatten wenig Interesse an den Küstenstreifen, sie überließen sie
den Muselmanen. Und die trieben kräftig Handel, tauschten Gold, Elfenbein und Eisen gegen Gewürze, Baumwolle, Glasperlen und Keramik aus fernen Ländern wie Indien, Persien und China.
Gesegelt wurde mit Dhaus*, deren Dreiecksegel noch
heute am Horizont des Indischen Ozeans vorbeiziehen. Damals waren es große, hochseetaugliche Schiffe, die ein halbes Jahr lang mit dem Monsun kamen und das nächste halbe Jahr mit dem gedrehten
Wind zurücksegelten. Drei große Goldmärkte entstanden in Mombasa und Melinda, dem heutigen Kenia und in Kilwa im Süden von Tansania, dessen Handelsgebiet bis nach Mosambik reichte. Und dann kam
der Portugiese, dachte die Welt zu entdecken und erhielt von den Arabern einen Piloten, der ihn sachkundig nach Kalkutta und zurück lotste. In Melinda wurden seine Schiffe überholt. Die
Freundschaft hielt nicht lange, dann waren die Portugiesen wieder besiegt und setzten sich ab nach Mosambik, ihrer späteren Kolonie. Und die Araber handelten weiter. Der Sklavenhandel kam hinzu
und warf extreme Gewinne ab. Um 1840 verlegte der Sultan von Oman seinen Herrschaftssitz nach Sansibar. Erst die europäischen Kolonialmächte, vorneweg dem Deutschen Kaiserreich und den englischen
Herrschaften gelang es, die Vorherrschaft der Araber in Ostafrika zu brechen. Von den 1.200 Jahren Handel und Wandel sind die Händlersprache Kisuaheli, Ruinen und ein heruntergekommene Perle des
Indischen Ozeans, Stonetown in Sansibar geblieben.
*(Wikipedia:
Die Bezeichnung Dau steht nicht für einen einzelnen Schiffstyp wie Kogge oder Brigg,
sondern für eine ganze Familie unterschiedlicher Gattungen mit zum Teil gravierenden Unterschieden. Unter dem Sammelbegriff „Dau“ werden zur Zeit etwa 60 verschiedene Schiffstypen, von kleinen
einmastigen Booten
mit 10 Tonnen Verdrängung für die Fischerei bis
hin zu 200 Tonnen tragenden Transportschiffen beschrieben.)
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