10. Februar 2013 11:48 - 13 Grad, bewölkt, 18 Grad sollen es werden. Hommertshausen vermeldet - 8 Grad (MINUS! Hoffentlich funktioniert unsere Heizung, sie ist auf Frostschutz gestellt)
Marianne:
Warum es mir hier gefällt, auch wenn wir nicht so wohnen, wie wir uns „typisch Spanien“ vorstellen, mit kleinen Gässchen in einem kleinen Dörfchen, wo einen die Leute auf Spanisch ansprechen, wo
man in der benachbarten tienda sein Gemüse und seinen Rotwein kauft und dabei in einer Bar ein Glas Rotwein und ein paar tapas zu sich nimmt........
Wir fahren Fahrrad auf gepflegten Radwegen durch schöne Landschaften (manchmal mit, manchmal ohne Hochhäuser), die Pfirsichbäume blühen, wir gehen ins Fittnessstudio und schwimmen im geheizten
Hallenbad, das Außenbad ist uns noch zu kalt.
Im Supermarkt „Mercadona“ gibt es Gemüse, so knackig, wie wir es bei uns nie bekommen, die Paprikas krachen, wenn man hinein beißt, dazu Fisch und Langostinos, appetitlich und frisch.
Wir kaufen ein: Brot, Möhren, Paprikaschote, Zucchini und Frühlingszwiebeln für Gemüsereis, dazu 400 g frische Langostinos und eine Flasche Rotwein, alles zusammen 4,20 €! Der Wein ist okay,
alles andere wunderbar.
Ein Gang über den Campingplatz: gut gelaunte Menschen aus England, Frankreich, Holland Spanien und Deutschland spielen Boules: sie loben, feuern an, bedauern, lachen, meist auf Englisch. Bei den
Waschräumen stehen englische Männer mit rosa Gummihandschuhen und waschen T-Shirts, Socken und Nachthemden. Auch sie erzählen sich was Lustiges und lachen. Weiter vorne sitzen Engländer, oder
sind es Iren, sie haben eine Gitarre und singen „Wild Rover“, Leute bleiben stehen, singen mit, das kennen sie alle.
Bei den Bungalows haben sich Deutsche Tische und Stühle rausgeholt und eine lange Tafel gemacht, da stehen Bierdosen und Weinflaschen drauf. Sie hören Karnevalsmusik und sind kostümiert, Cowboys,
Clowns, Spanierinnen oder einfach nur mit Pappnasen und Hütchen. Einige tanzen, sie sind alle sehr lustig. Die Engländer bleiben stehen und schauen kopfschüttelnd zu, dann lachen sie.
Der Holländer neben uns hat jetzt seinen Vorplatz mit einem Rechen von Piniennadeln gesäubert und betrachtet stolz sein Werk. Der Grill ist geheizt, seine Frau liegt in der Sonne und wartet, der
Salat steht schon auf dem Tisch. Die Nachbarn kommen, bringen ihr Fleisch mit und Rotwein, setzen sich dazu.
Im Restaurant geht es um vier Uhr nachmittags hoch her, kein
einziger Sitzplatz ist mehr zu haben. Es wird „Bingo“ gespielt, dazu gibt es Bier und Wein, (happy hour) für 1,20 €. Die beiden Veranstalter, ein holländisches älteres Paar haben alles im Griff:
er ruft die Zahlen auf Holländisch und Deutsch, sie wiederholt sie auf Englisch und Französich (Spanisch ist nicht nötig, es sind kaum Spanier da). Die Spannung steigt und wenn dann einer
„Bingo“ ruft, beglückwünschen ihn die Anderen, alle besorgen sich schnell noch etwas zu trinken und es gibt ein neues Spiel.
R hat sich ein Karnevalskostüm gekauft (Pirat), ich habe mir etwas genäht und wir gehen morgen auf die Rosenmontagsfeier. Gestern Abend war im Dorf ein Umzug, aber wir hatten letztendlich keine
Lust, die halbe Nacht im Kalten zu stehen und lagen lieber fernsehend im Bett.
Ältere Paare gehen liebevoll miteinander um, erledigen routiniert die anfallenden Tätigkeiten, besuchen ihre Nachbarn, Brenda aus England erzählt mir von ihren Enkeln, jeder ist freundlich zu
jedem, alle haben gute Laune, es wird viel gelacht, alle grüßen, sprechen miteinander, mit Händen und Füßen selten, meist in schlechtem Englisch. Irgendwie sehr friedlich, sehr europäisch.
























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