Tuesday, 14. february 2012
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10:55
M: Nachmittags am Strand schlenderten
wieder die unvermeidlichen Ketten-, Muschel- und Sonstwas-Verkäufer vorbei. Dann ein Mann mit drei kleinen Fischen. Er sah aus wie aus einem Steckbrief für Gewaltverbrecher. Er sei Fischer,
stellte er sich vor und ich sagte „na prima, aber ich brauche keinen Fisch“. Ob ich zum Schnorcheln auf seinem Boot mit wollte, aber ich wollte nicht. Ob ich seinen Namen wissen wollte, aber auch
das nicht. Und wie denn mein Name sei. Ich sagte ihm sehr nett aber bestimmt, ich wollte mich nicht weiter mit ihm unterhalten und er sollte uns jetzt in Ruhe lassen. R. bat ihn auch noch mal,
uns in Ruhe zu lassen und ging ins Wasser- Da wurde er so wütend, dass er auf mich losging und mir sagte, er bringe mich um. Ich blieb stehen und guckte ihn an, redete beruhigend auf ihn ein, er
solle uns in Ruhe lassen, mehr wollten wir gar nicht und er sollte sich nicht so aufregen. Dann kam R. und er drohte uns noch mal ziemlich laut, dass er heute Nacht käme und uns umbrächte. Das
hörte einer von den Angestellten, rief einen Wachmann und der Fischer lief davon. Sowas Blödes! Er war einfach nur dumm und aggressiv und wir wollten uns die Laune nicht verderben lassen, aber je
mehr wir drüber nachdachten, desto unangenehmer wurde uns die Sache. Wir wollten uns am Abend mit Freunden an der Bar treffen und dazu mussten wir am dunklen Strand entlang laufen. Wenn er dort
zufälligerweise war mit seinen Kumpels? Einen Feind zu haben, dass finde ich immer sehr bedrückend. Wir baten dann einen von den Wachmännern, uns bis zu unserem Treffpunkt zu begleiten.
R: Das Ganze ist sehr ungewöhnlich und
unerfreulich. Die anderen Verkäufer sind zwar Schlitzohren aber sehr freundlich. Und das Hotel hat gut reagiert und eine Bewachung gestellt.
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Monday, 13. february 2012
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10:30
Gegen Mittag am Strand in der Sonne zu liegen ist wie in einer Bratpfanne. Nur nicht den heißen Sand berühren! Und wenn dann die Sonne so
richtig loslegt, habe ich ein Gefühl, als ob von oben einer mit einem Riesenbügeleisen kommt. Bei wolkenlosem Himmel halte ich es nicht länger als 10 Minuten aus, aber es ist ja Regenzeit und
meist etwas bewölkt. Da merkt man erst spät, wenn man verbrennt.
Am vergangenen Wochenende
hatte es sehr gestürmt und das Meer hatte jede Menge Seeweizen und Algen an den Strand gespült, bunt akzentuiert von rostigen Blechdosen, kaputten Plastikeimern und -tüten und Sonnenöltuben. Es
gibt mehrere Mannschaften, meist Gruppen von 4 jungen Männern,
die diese unschönen stinkenden Reste am Strand eingraben, damit er wieder wunderbar weiß erstrahlt. „Unsere“ jungen Männer an „unserem Strand“ aber legen ein solches „Tempo“ vor, dass ich meinen
Augen nicht traue. Man sieht nach einer Woche kaum eine Veränderung Sie haben heute ein einziges Loch gemacht und dort was vergraben. Von sieben Uhr morgens an bis mittags um zwölf. Dabei aber
viel geplaudert, den Mädchen nach geguckt und im Schatten auf das Vorrücken des Uhrzeigers gewartet. Ich glaube, hier sollte man keine Stundenlöhne zahlen sondern Festpreise für getane
Dienste.
Ein Pater hat es uns mal erklärt: während der Kolonialzeit hat man so wenig wie möglich gearbeitet und sich gedrückt, wo es ging. Während des „Kommunismus“ hat man es genauso gemacht, den
Arbeitgeber sabotiert und wenig getan. Das gehörte zum guten Ton. Und das ist jetzt so drin. Die Leute, die für sich selbst und ihr kleines Geschäft sorgen, geben sich Mühe und arbeiten wirklich,
die anderen machen es wie früher und verlangen ständig Gehaltserhöhungen. (Bei einem Mindestlohn von 36,- Euro pro Monat).
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Sunday, 12. february 2012
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11:48
Am Strand haben wir R.s Kollegen von der Konrad-Adenauer-Stiftung und seine Frau getroffen. Wir haben einige
Gemeinsamkeiten. So alt wie wir und seit 40 Jahren verheiratet waren sie auch in Ecuador, lange in Kenia und nun in Maputo. Sie sind sehr sympathisch, auch wenn wir politische Themen weiträumig
umgehen müssen. Am Freitag Abend haben sie uns zu einem Edelitaliener weiter oben am Strand mitgenommen. Wir kommen da normalerweise nicht hin, weil es zu weit zum Laufen ist. Nach der langen
Zeit beim Bischof und in einfachsten Verhältnissen kam uns das Ambiente und das Essen und das Drumherum affektiert, überborden vor. Und so viel stehen lassen zu müssen, weil alles
überdimensioniert ist (natürlich auch der Preis), das widerstrebte uns sehr. Sybill, die Frau von Ingo, hatte dauernd ihr Handy auf dem Tisch liegen und war immer in Bereitschaft. An dem oder dem
nächsten Tag sollte ihr erstes Enkelkind in New York geboren werden, und den Anruf wollten sie naturgemäß nicht versäumen. Wir saßen noch lange, aber es tat sich nichts, drüben auf der anderen
Seite des großen Teiches.
Am Samstag waren wir mit den beiden an der Katholischen Universität, wo er ein Gespräch mit dem Vize-Rektor, einem
Österreicher hatte. Ich habe ja keine Vorurteile, aber die Sch....-Österreicher! Er liegt im Clinch mit „unserem“ Bischof und macht jede Menge Schwierigkeiten, weil er die Universität von der
Diözese geschenkt haben will! Na glaubste denn!
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Saturday, 11. february 2012
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12:23
Geburtstag am Strand
Hannelie hat ein Bild geschickt. Ein iPod mit meinem Namen drauf. Ja sagt M, dass ist dein
Geburtstagsgeschenk von mir. Freue mich wie ein Schneekönig. Technisch wunderschöne Sachen liebe ich sehr. Dann gab es einen Blumenstrauß selbst gepflückte von M (ich hatte gar nicht mitgekriegt,
dass am Strand Blumen wachsen und was für schöne!) und einen Kuchen den man mit dem Löffel essen muss gab es auch noch. Er heißt Schoko in Schokolade. Um den war ich schon mehrmals rum
geschlichen beim Inder. Und eine Tasse Kaffee gab es. Frisch aus der Küche. Den hat M über 100e Meter Steg bei Wind und Regen in die Hütte transportiert. Ich hab sie gefragt, wie sie das gemacht
hat, die volle Tasse bei dem wackeligen Steg und bei dem starken Regen bis ans Bett zu bringen. Sie wollte nicht raus mit der Sprache, ich hab ihr versprochen, nicht böse zu werde, da hat sie es
verraten. Hinter der Küche hat sie einen tiefen Schluck genommen und vor der Hütte wieder zurückgespuckt. Ich hatte schon ausgetrunken als sie das erzählt hat. (M: hahaha. Jetzt schiebst du
mir auch noch deine alten Witze unter). Viele Emails gabs, sogar von Leuten, von denen ich es nie erwartet hätte. Und einen ganz langen Brief von zu Hause! Ach wie schön. Ich kann nicht
antworten, die Internetleitung ist hier so langsam, dass mir die Verbindung im Bischofs Haus schnell vorkommt. Wie muss das erst sein, wenn wir wieder in D sind? Wutsch und die Emails sind
futsch. Hier kann man ruhig zwischen Empfang und Senden mal Mittagessen gehen. Um dann begrüßt zu werden: Server antwortet nicht mehr.
Den kirchlichen Hochzeitstag einen Tag später zu feiern gelang nicht mehr. Sind dem Alkohol etwas entwöhnt und
abends um zehn Uhr müde.
M hat zum Hochzeitstag Geschmeide bekommen, arabisch ziselierten Silberschmuck, der auf ihrer braunen Haut sehr edel aussieht. Wird sich zeigen,, wie er auf winterlich-blasser Haut wirkt.
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Friday, 10. february 2012
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11:23
26.3. R. hat sich gestern zwei Zähne ausgebrochen. Und meine eine Gesichtshälfte ist seit einigen Tagen sehr empfindlich – ich weiß
nicht, ob es von den Zähnen kommt oder was Anderes ist
31.3. Alles halb so schlimm: die ausgebrochenen Zähne von R waren von einer Brücke. Es sieht etwas dekadent aus, wenn
er mit der Zunge beim Sprechen durch das Loch stößt, aber es tut nicht weh. Und bei mir hat es sich herauskristallisiert, dass es wohl eine Entzündung im Ohr ist und ich nehme
Tropfen.
Am Freitag war ich beim Arzt (einem Kubaner) wegen einer Schwellung unter meinem linken Auge, die ich schon seit 6 Wochen habe, die aber langsam immer schlimmer wurde. (Eine Allergie auf einen
Insektenstich, die durch die tägliche Ibuprofen-Einnahme hinausgeschoben wurde). Ich erzähle das wegen des mosambikanischen Abrechnungssystems beim privaten Arzt. Wenn du einen Termin haben
willst, musst du sagen, um wie viel Uhr, danach richtet sich der Preis. Morgens früh ist es am billigsten, nachmittags steigt der Preis alle zwei Stunden und ist ab 19 Uhr am teuersten. Du musst
gleich am Anfang bezahlen. Wenn du eine Blutuntersuchung brauchst, musst du auch zuerst zur Kasse, mit der Quittung gehst du ins Labor und sie zapfen Blut ab. Für jede andere erforderliche
Leistung musst du jedes Mal erst zur Kasse, bezahlen und dann wird behandelt.
Nach 4 ½ Std bezahlen und Behandlung sind wir zu unserem letzten verlängerten Wochenende an den Strand gefahren. Die Regenzeit scheint vorbei. Es hat seit zwei Wochen nicht mehr geregnet und der
Himmel ist strahlend blau. Auch hat es ein wenig abgekühlt (ca. 28-30 Grad), was wesentlich angenehmer ist.
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