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Friday, 2. march 2012 5 02 /03 /März /2012 10:11

R&M mit Bischof Diözese PembaRelativierung oder: Ende gut. Alles noch nicht.
Das Abschlussgespräch mit dem Bischof war wie ein Dammbruch. Unsere Vorschläge zur Verwaltungsreform werden für gut erachtet und geprüft ob eine Realisierung möglich ist. Das Wandzeitungs-Organigramm soll demnächst der Vollversammlung der Padres vorgestellt und mit ihnen diskutiert werden. Das ist ein Erfolg. Wenn uns jemand fragt, wie es war, das hier haben wir in unseren Abschlussbericht geschrieben:

"Generelle Einschätzung:
Wir haben viel gelernt in einer fremden Umgebung (Bischofsitz) und einer fremden Kultur („Hinterland“ Cabo Delgado). Die Freundlichkeit des Bischofs uns gegenüber ist hervorzuheben. Ob und was wir erreicht haben ist abzuwarten. Kleinigkeiten können benannt werden, aber größer Änderungen brauchen gerade in Afrika ihre Zeit. Da, wo wir nichts erreicht haben, ja sogar auf Ablehnung stießen, ist nicht auszuschließen, dass wir zu viel des Guten wollten.

Änderungen in Organisationsstrukturen, neue Projekte schaffen oder bestehende verbessern, braucht Zeit. In Afrika besonders. Vorläufige Ergebnisse sind hier und da als kleine Änderungen sichtbar, der Rest ist Beobachten und Warten. Unsere aktuelle Einschätzung, dass der Bischof Verhaltens- und Organisationsstrukturen verändern wird, ist pessimistisch.

Eine Diözese im „Hinterland“ Afrikas hat ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten. Wir haben sicher nicht alle begriffen. Wirkungsgrad, Erfolg oder Misserfolg unserer Arbeit werden erst im Zeitverlauf sichtbar."
M ruht01.jpgR ruht

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Thursday, 1. march 2012 4 01 /03 /März /2012 10:00

Reform tut Not
Es war die wichtigste Konferenz mit dem Bischof. Über die notwendige Verwaltungsreform und wie er das Ganze managt und managen sollte. Mit einer PowerPoint Präsentation haben wir es geschafft, dass er eine Zeitlang nichts mehr gesagt, nur fasziniert auf die Vorführung gestarrt hat. Wir haben die Vision, dass er sich aus dem täglichen Klein-Klein herauszieht und nicht mehr Mädchen für alles spielt und sich für alles verantwortlich fühlt. Als Filter zwischen ihm und seinen Projekten braucht er einen Koordinator. Er muss sich konzentrieren auf die Zielsetzungen, die mittel- und langfristigen und ihre Kotrolle. Und natürlich auf seine pastoralen Aufgaben. Dann gewinnt er Abstand und die Würde, die er so gerne hätte. Sind unsere Aussagen angekommen?

R erklärt neues Organigramm - 8Die Wandzeitung mit dem Organigramm hat ihm imponiert. Nun ist er am Zug was zu tun. Ideen und Vorlagen sind da. Natürlich hat er es schwer, er kann bei seinen Patres nicht mit dem ökonomischen Hebel arbeiten, sie über finanzielle Anreize bewegen, ihren Hintern hoch zu kriegen. Sie sollen alles ohne weltliche Belohnung tun. Was sie nicht tun. Sie gehen hin und unterrichten in der Schule gegen schnöden Mammon. Das regt ihn auf.
Er hat gefragt, ob und wann wir wiederkommen um die angefangenen Sachen weiter zu machen. Wir haben ihm unsere Kondition genannt: generell ja aber unter der Bedingung, dass sich hier in den Projekten (und bei ihm) auch etwa
s tut in der Richtung, die wir angestoßen haben.

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Wednesday, 29. february 2012 3 29 /02 /Feb. /2012 10:43

Unsere-Nonnen.jpgWir beginnen schon mal mit dem Abschied. 8.4. M: Heute haben uns die drei Latina-Nonnen zum mexikanischen Essen eingeladen. Tortillas, Reis, Fisch, Bohnenmus, Salat, Avocadocreme und scharfe Soße, dazu Tequila – es war köstlich. Morgen ist die Verabschiedung durch die tansanischen Schwestern und übermorgen kommt der Bischof zurück, und überübermorgen fliegen wir nach Maputo! Und dann kommt noch ein Wochenende mit Terminen und schön Ausgehen und am Montag um 17:35 sitzen wir im Flieger nach Lissabon.
Das wirds dann gewesen sein. Doch erst müssen wir noch die Ergebnisse vorstellen.

P.S. Noch eine afrikanische Weisheit: eine schwangere Frau sollte keine Eier essen – sonst bekommen die Kinder eine Glatze! Warum? Ist doch logisch: hast du schon mal Eier mit Haaren gesehen?Reinhold-Projekt-Diozese-Pemba---Erfolg-.jpg

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Tuesday, 28. february 2012 2 28 /02 /Feb. /2012 10:22

Reinhold Projekt Diözese Pemba Misereor Projekt - 2(Auszüge aus unserem Abschlussbericht)
"Ergebnisse unserer Arbeit
Organisationsberatung Verwaltungsstrukturen
: Die (langen) Gespräche mit dem Bischof wurden mit partnerzentrierten Methoden geführt um eigene Einsichten in Probleme und Lösungen zu erhöhen. Zusätzliche eingesetzte  Instrumente: Arbeitspläne, Evaluierungsbericht, Protokoll, PowerPoint - Präsentation, Wandzeitung (Organigramm). 

Assistenz
; Übersetzungen, Briefentwürfe und Deutschunterricht für den Bischof (Grundwissen vorhanden; Ziel ist, Projektanträge und Kontakte mit Deutschen Gebern zu ermöglichen).


Misereor-Pro
Projekt Diözese Pemba Misereor Projekt - 6jekt „Desenvolvimento Rural Sustentavel (Nachhaltige Ländliche Entwicklung)“:  Unsere Mitarbeit zur Verbesserung administrativer Abläufe wurde nur kurzzeitig akzeptiert. Obwohl „Misereor“ unsere Unterstützung begrüßte, wurde  eine weitere Tätigkeit von den Projektmitarbeitern nicht mehr nachgefragt.

Schreinerei
: Projektantrag für Rotativ-Fonds bei 12 Botschaften in Maputo ausgearbeitet und zugestellt; die Erweiterung der bisher auf Service ausgerichteten Schreinerei zu einem „Zentrum für professionelle Ausbildung mit Produktion“ ist konzipiert; Antrag für einen SES-Experten Schreiner gestellt (und bewilligt). Der Transport von Schreinerei-Maschinen die beim Bischof lagern ist bisher nicht geglückt (es sind gute Maschinen, sie lagern dort schon lange). Arbeitsplan zur Ausweitung der Produktion und Optimierung der Einnahmen erstellt.

Apotheke
: Wurde von uns evaluiert. Bei der Teilnahme an einer Betriebsversammlung an der Lösung von Arbeitszeitproblemen mitgewirkt. An der Verbesserung der Excel-Tabelle „Lagerhaltung“ mitgearbeitet (sie soll den Verwaltungsaufwand reduzieren und die Kontrolle der Verfallsdaten der Medikamente vereinfachen). Kosten/Nutzen Analyse zur Erhöhung der Einnahmen erstellt. Arbeitsplan zur Reduzierung der Kosten und Optimierung der Einnahmen erarbeitet. Excel-Kurs und Ausarbeitung von Programmen für den Buchhalter.

Schule
: Evaluierung der Bereiche Pädagogik, Verwaltung und bauliche und materielle Gegebenheiten der Einrichtung, Vorstellung eines Buchhaltungsprogramms für die Schule (wird noch per Hand auf Zetteln und Listen gemacht); Erstellung einer Analyse mit Vorschlägen zur effizienteren und konfliktärmern Arbeit. Arbeitsplan mit konkreten Schritten und Alternativen. Die fertig gestellte Powerpoint-Präsentation zu diesem Thema ist leider im Orkus des PC verschollen.

Weiterbildung
Erstellen von Musteranträgen für neue Projekte und Durchführung von Kursen am PC, um selbständig Projektanträge an internationale Organisationen schreiben zu können."


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Monday, 27. february 2012 1 27 /02 /Feb. /2012 10:11

Pemba - BischofshausEr ist weg.
Gähnende Leere hat sich im Bischofshaus breit gemacht seit er abgereist ist. Wie bei Dornröschen, als das ganze Schloss in den Schlaf fiel und die Rosen an den Fenstern hochrankten. Und wenn er dann wiederkommt, dann gibt er allen einen Kuss und dann kommt wieder Leben in die Bude.

Ich hab Heimweh. Wohin? Ich glaub, aus dem Unbekannten mal wieder zurück in vertraute Gefilde.
Wir arbeiten an unserem Abschlussbericht.

Auszüge aus dem Abschlussbericht
"Die Diözese des Bischofs umfasst das gesamte Gebiet von Cabo Delgado, der nördlichsten Provinz von Mosambik mit Grenzen zu Tansania und Malawi. Cabo Delgado ist die ärmste Provinz in Mosambik, bedingt durch kulturelle, ethnische Faktoren, seiner Ferne zur Hauptstadt und die Folgen des Kolonialkrieges, der hier begann und hauptsächlich ausgetragen wurde. Der 16 jährige Folgekrieg mit den „Rebellen“ der RENAMO brachte weitere Rückschläge.
Die Diözese beschäftigt 23 Priester, 18 davon in 16 Gemeinden als Seelsorger. Darüber hinaus arbeiten eine Reihe ausländischer „Missionare“ im Gebiet. Das sind Priester und Nonnen ausländischer Kongregationen, die in sozialen und kirchlichen Aufgaben engagiert sind. Während die Verwaltung der Diözese und die einheimischen Pfarreien von 35 000,- US $ aus Rom leben müssen (plus geringen Einnahmen aus ökonomischen Tätigkeiten), arbeiten und leben die „Missionare“ eigenfinanziert durch ihrer Kongregationen. Die finanzielle Enge zwingt den Bischof, alternative Einkommensquellen zu suchen. Eine Möglichkeit besteht im Ausbau und in der Akquirierung neuer Einkommen schaffender Projekte. Neben einer Schule sind das bisher die Schreinerei, die Apotheke und das Internet Cafe. Vom Ausland finanziert werden ein Landwirtschafts-Projekt (MISEREOR), das große Schulprojekt von CARITAS (Spanien), Radio „Ohne Grenzen“ und die örtlichen Sozial- und Ausbildungsprojekte der Nonnen. Außerdem gehört ein Teil der Universität der Diözese sowie größere Liegenschaften. Unzureichende administrative Fähigkeiten und mangelnde betriebswirtschaftliche Kompetenz führen nicht zu den gewünschten Zusatzeinkommen.

... Die Verwaltungspraxis des Bischofs kann am besten mit „kommt her zu mir alle mit euren Problemen“ umschrieben werden. Eine geregelte Ablauforganisation gibt es nur in Ansätzen."

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