Tuesday, 6. december 2011 2 06 /12 /Dez. /2011 12:08

Wo ist das Management?
Der Fisch stinkt vom Kopf heißt es. Unser Mann stinkt nicht, aber diese volkstümliche Erkenntnis zeichnet drastisch die Verwaltungsorganisation. Er will (oder muss er?) alles selber machen und Management by Zuruf regelt den Ablauf. Missionarinnen bestätigen unseren Eindruck der mangelnden Transparenz. Trotzdem Vorsicht: wir wissen noch nicht genug von seinen Erfahrungen. Wer was macht haben wir noch nicht heraus gekriegt. Nur dass der Bischof sehr viel arbeitet und dauernd rotiert. Wenn es so ist wie wir vermuten wird es schwer, ihn zu überzeugen, Verantwortung zu delegieren und einen funktionierenden Staff aufzubauen.
Mein Hudeln um das Kfz aus dem Zoll zu kriegen hat doch noch eine positive Wendung gekriegt. Der Importeur bietet an, bei den Problemen mit der Entzollung zu helfen.

Ich krieg die Krise
Dachte doch, ich hätte in Südamerika und Tansania warten und Geduld gelernt. Hier in Pemba ist alles noch mal langsamer. Das Internet dauert unsäglich lange, ist immer wieder weg, eine Mail abzusetzen ist die reinste Geduldsprobe. Telefonische Verbindungen brüllen das Ohr voll, Fax steht im Büro vom Bischof aber der ist nicht da. Auch die Projektleiterin fehlt öfters, wir kommen nicht weiter. Wir suchen Papiere und Unterlagen, aber die Ordner sind leer. M hat sich den Schreibtisch angesehen. Da liegt ein Kassenbuch. Nix drin. Ein Ordner für Korrespondenz, zwei Einträge von Juni 2007. M ist die Ruhe selbst. Ich schwitze. R-ruht.jpgVielleicht muss ich ab und an mal in den Rückwärtsgang schalten um mitzukommen.

 

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Tuesday, 6. december 2011 2 06 /12 /Dez. /2011 10:35

Der-erste-Schnee-im-Tal.jpg

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Sunday, 4. december 2011 7 04 /12 /Dez. /2011 10:14

Diözese Pemba Tagung der Missionar(innen) - 2M will übertreten
Dutzende Frauen mit und ohne Tracht stehen im Innenhof, wir mittenmang dazwischen und werden begrüßt wie alte, lange vermisste Freunde. Es sind die Nonnen der verschiedensten Kongregationen auf ihrem jährlichen Treffen, sie arbeiten alle in der Region. Ein paar Priester sind auch dabei. Was für ein interessanter, lustiger Haufen! Sie kommen aus Italien, Spanien, Brasilien, Mittelamerika, Tansania, wenige nur aus Mocambique (das liegt an der Vergangenheit der Kirche, die es mit den portugiesischen Kolonialherren hielt. Danach kam der Sozialismus und der hatte nichts am Hut mit der Kirche). Die Frauen sind alt, jung, hübsch durchweg (ich kriege meine Augen nicht von einer bildhübschen Italienerin, die genau so gut in Rom in einem Kaffee sitzen könnte). Sie strahlen das gewisse Etwas von in sich selbst ruhender Freundlichkeit und Herzlichkeit aus. Alle sind fröhlich. Wir sind aufgenommen und müssen uns mit den neu angekommenen vorstellen. Von den Brasilianerinnen werden wir sofort in Beschlag gelegt. Sie haben unseren Dialekt erkannt.


Missionare werden hier alle aus dem Ausland kommenden Priester aber auch die Nonnen genannt. Es sind etwa 3 Dutzend, die in der Diözeseregion arbeiten und entsprechend der Spezialisierung ihrer Kongregationen eingesetzt und finanziert werden. Sie sind Lehrerinnen, Sozialarbeiterinnen, Krankenschwestern, Projektleiterinnen. Einige arbeiten auch in der Mission.
 
Wir hören Vorträge und Diskussionen über kulturelle Differenzen der verschiedenen Stämme und der wirtschaftlichen Probleme. Es gibt 4 große Völker in der Provinz. Es sind Bantus, die zum Teil vor 3000 Jahren aus der Mitte Afrikas eingewandert sind. Sie errichteten Königreiche und Feudalsysteme, immer selbständig und unabhängig. Auch das Kolonialsystem der Portugiesen konnte diese Stämme nicht zerstören. Und die tief verwurzelten Traditionen wirken bis heute. Erst langsam penetriert die Globalisierung mit Radio, Fernsehen und den Verlockungen der Warenwelt und fängt an, alte Strukturen aufzulösen. (Ich denke, die traditionellen Gebräuche sind nicht pauschal als gut einzustufen. Da gibt es viel Inhumanes. Die Alternativen der modernen Gesellschaft allerdings sind für die wenigsten ein Fortschritt).

Projekt-Diozese-Pemba---61.jpgDie Menschen sind Selbstversorger, bearbeiten zumeist einen Hektar mit der Hacke und bauen Maniok, Hirse, Mais, Reis, Bohnen an. Cashewbäume haben sie auch. Industrie gibt es kaum. Der Handel ist in der Hand von Indern und Pakistani und die Preise sind höher als in Maputo. Viehwirtschaft gibt es nicht obwohl Weiden vorhanden wären. Fehlende Tradition und in bestimmten Gegenden die Tse Tse Fliege sind die Ursachen. Auch Wässern der Felder ist nicht bekannt. Man wartet auf den Regen. Fischfang wird zur Selbstversorgung betrieben. Aber der Fang nimmt ab da große Fischkutter der Industrieländer die Küsten leer fischen.

Mit den Makonde haben sie ihre Schwierigkeiten.
Der Stamm wird zwar den Christen zugerechnet, aber sie pfeifen auf die Feinheiten der Religion. Traditionelle Initiationsrituale sind ihnen allemal wichtiger als die katholische Kommunion. (Der vortragende Priester kriegt seinen Blick nicht von M). Noch schlimmer für die Missionare: sie heiraten nicht! Das ist in deren Tradition nicht vorgesehen. Männer und Frauen leben locker zusammen, es gibt Polygamie und Frauenraub (es werden auch welche gekauft) und das ist ihnen nicht auszutreiben „Wir reden und reden, sie sagen ja, ja, aber heiraten – nicht dran zu denken.“ In diesem Kontext macht es Sinn, dass bei der Kindererziehung die Familie der Mutter wichtiger ist als der Vater und der Bestimmende der Onkel der Frau ist. Auch die Namensgebung ist matrilinear, d.h. alle Nachkommen erben den Namen der Mutter, denn von der weiß man, dass sie es ist, vom Vater nicht.
Die Makonde sind anscheinend aus dem Süden zugewandert. Um sich von den anderen Stämmen zu unterscheiden, feilen sie sich die Zähne spitz zu und haben Tätowierungen, außerdem bemalen sie ihre Körper.


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Friday, 2. december 2011 5 02 /12 /Dez. /2011 10:28

Der Bischof erzählt
Der Bischof erzählt und erzählt. Es gibt mehr Probleme als Projekte. Die Diözese ist mit ihren 81 000 qkm größer als Bayern und viersprachig. Außerhalb Pembas braucht er Dolmetscher. 23 einheimische Priester arbeiten in dem riesigen Gebiet. Der Bischof erhält 35 000 Dollar im Jahr aus Rom für alle seine Aufgaben. Das ist nix. Missionieren soll er damit, die Gebäude erhalten und ausbauen, die Verwaltung verwalfen und mit Sozialprojekten für die Solidarität sorgen. Die Konkurrenz ist groß, die Muslime bauen ihn mit Geld aus dem nahen Osten dauernd neue Moscheen und Zentren vor die Nase. Auch die Evangelen und besonders die amerikanischen Sekten sind nicht faul. Die größten Probleme sagt er seien Aids, Hunger, mangelnde Schulbildung (besonders ab der weiterführenden Schule), Wasserversorgung, Wohnung (Habitaçao) und schlechter werdende Umweltkonditionen.
Neben den pastoralen Aufgaben hat er Solidarprojekte. Es ist eine Liste quer durch den Gemüsegarten: Schreinerei, Schule, ein neues Projekt der integrierten ländlichen Entwicklung zusammen mit Misereor. Eine Entwicklungshelferin soll kommen, ein Auto steht im Zoll und wird nicht frei gegeben, das Geld für das Projekt kommt nicht an. Eine Ausbildungsstelle für Priester will er bauen, es gibt ein Internet Cafe von dem sie sich Einnahmen erhofften und das nicht funktioniert (in der Tat, mal geht was, mal nicht), sie haben ein Haus und ein Grundstück am Strand von dem niemand weiß was da zu machen ist, es muss aber genutzt werden, denn französische Tourismusspekulanten sind dahinter her und schmieren die Verwaltung. Er will ein Zentrum für angepasste Technologie und integrierter Entwicklung zur Demonstration bauen und da hören wir erst mal auf. Was wir tun sollen wird noch nicht deutlich. Ihm Ideen geben, wie er die vielfältigen Probleme in den Griff kriegen kann. Sagt er.
Dann fällt der Strom aus, wir kriegen eine Kerze mit dem Papst drauf und hören auf zu reden. Es ist sehr spät.

Die Arbeitsplatzbeschreibung hatte Ausbildung benannt, den Eindruck vermittelt, organisatorische Abläufe sollten optimiert werden, eben unsere Erfahrungen weitergeben aus 30 Jahre Leitung von Entwicklungsprojekten, Büros und in der Ausbildung. M hatte extra Kurse in Excel und Buchhaltung für kleine Büros gemacht, ich hatte Unterlagen über Verbesserung von Qualitätsprozessen in der Entwicklungspolitik und Öffentlichkeitsarbeit dabei, aber es scheint, Don Ernesto macht alles selber. Eine definierte Aufgabenstellung ist noch nicht in Sicht. Wir beginnen erst mal mit dem Auto im Zoll und Kontakt zu Misereor, damit das Geld kommt

Projekt-Pemba-Misereor---5.jpgDer große Spezialist.
Statt zu warten, wie wir uns das vorgenommen haben bin ich mitten rein mit vollem Aktionismus und schon habe ich in die Scheiße gegriffen. Emails wurden heute um die ganze Welt geschickt und Spediteure in Deutschland, Dänemark und Maputo aufgeschreckt weil angeblich ein Importpapier für ein geschenktes Auto fehlte. Heute Abend war es kein fehlendes Dokument mehr sondern fehlendes Geld um den Zoll zu bezahlen. Und ich dachte, Einloft kommt und regelt alles ruckizucki. Jetzt musste ich denen schreiben, dass Einloft  übereifrig war. Was für eine Pleite!

Pemba---Bisop-fahrt-selbst.jpgDer Bischof fährt selber
Er wollte uns die Stadt zeigen, aber erst am Abend hatte er Zeit. Es war dunkel, die Menschen in der Altstadt saßen mit Kerzen vor ihren Häusern. Den Strand konnten wir nur ahnen, schön muss es da sein denn überall wird gebaut. Zwei Grundstücke gehören der Kirche, sie müssen dringend erschlossen werden. 12 Km vor der Stadt biegt er ab. Ein Muslime Viertel. Dahinter ein Haus, dunkel alles, da soll ein lokales Zentrum entstehen. Bei Kerzenschein sitzen 3 Nonnen in einem Zimmer. Sie kommen aus Tansania, sind erst seit kurzem im Land, sprechen nur Swahili und ein wenig Englisch. Ein paar Brocken portugiesisch haben sie aufgeschnappt, kein Wunder, die Leute um sie herum reden eine einheimische Sprache. Es wird lustig als M sie in Kisuaheli anredet. Sie freuen sich von Tansania zu hören. Bei der Begrüßung knicksen sie tief und küssen die Hand des Bischofs. Beim Abschied wollen sie gesegnet werden und kichern dabei wie die Schulmädchen. Zwei Stunden später sind wir zurück. Es gibt Spaghetti mit kross gebratenem Fisch.
Mein erster ernster Rat ist: er braucht einen Fahrer.


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Wednesday, 30. november 2011 3 30 /11 /Nov. /2011 12:30

Projekt-Di-zese-Pemba---12Bischofshaus.jpgKomisch, was man sich so vorstellt.
Ich hatte als Sitz des armen Bischofs eher eine lang gestreckte Hütte Stil Albert Schweizer vermutet. Der erste Bischof war Portugiese und der lies ein solides repräsentatives Gebäude mit vielen Zimmern errichten, oben auf dem Hügel. Unsere Herberge ist umgeben von Palmen, Mangobäumen, Flammenbäumen, sie verschönern den morbiden Eindruck. Hinter dem Anwesen den Abhang runter das Meer, aber ohne Zugang. Wir werden getrennt, jeder von uns hat seine eigene Zelle, es herrscht das Zölibat. Die Zimmer sind geräumig, haben Licht und einen kleinen Balkon, Holzfußboden, Bett und Bad. Gut, an der Wand sind Stockflecken, der Schrank fällt bald auseinander, die Dusche tröpfelt und ein Spiegel fehlt im nicht nach deutschen Normen ausgestatteten Bad aber das sind wir gewohnt. Ms Bett ist etwas größer, ich schleich abends mit meinem Kopfkissen und der Taschenlampe rüber. (Wie vermehren sich Mönche und Nonnen? Durch Zellteilung!).

R&M mit Bischof Diözese PembaDer Bischof ist jung
und bemüht, mich zu verstehen. Die beiden Padres sehen eher wie Büroangestellte aus. Und die drei weiß gekleideten Schwestern sind seit drei Tagen hier und kommen aus Mexiko und Mittelamerika. Mit ihnen können wir lachen und spanisch sprechen. Portugiesisch müssen sie erst noch lernen. Prompt kamen sie zum Abendessen zu spät, sie hatten die Zeit falsch verstanden. Für mich ist das nicht gut. Spanisch ist wie ein alter Handschuh, in den ich reinschlüpfen und mich wohl fühlen kann. Portugiesisch eine Anstrengung. Von den insgesamt 20 Jahren im Ausland waren es eben 10 im spanischen Lateinamerika und nur 5 in portugiesischsprachigen Rio (damit die Rechung stimmt: die letzten Jahre waren wir im englischsprachigen Tansania). Und prompt rede ich den Bischof weiterhin mit Du und Ernesto an. In Brasilien wird sogar der Präsident mit Du und dem Vornamen angesprochen. Die Portugiesen sind als Formalisten bekannt, ich muss mir Don Ernesto und Seine Eminenz angewöhnen.

Der erste Eindruck von Pemba
ist positiv. Kleiner Flughafen, schüchterne Taxifahrer, viele Menschen auf der Straße die langsam dahin wandeln. Pemba---Stadt.jpgDen Hügel hinab zieht sich eine Hauptstraße bis zum Meer, auf der Hälfte geteilt von der Querverbindung gen Süden Richtung Flughafen und Ausfallstraße, gen Norden Richtung Altstadt und Hafen. In dem liegen Dhaus, altertümliche Fischerboote mit Dreieckssegeln, seit über 1000 Jahren typische Silhouette der ostafrikanischen Küste, und ab und an ein kleiner Frachter. Das afrikanische Viertel besteht überwiegend aus traditionellen Holzhütten umgeben von Baobab-Bäumen. Die Neustadt ist teils kolonial, teils afrikanisch einfach aus Beton. Portugiesisch-rustikale Bauart mit mehrstöckigen, meist heruntergekommenen Häusern dominieren das Zentrum. Besonders die Frauen mit ihren Umhängen erinnern an Tansania. Im Süden, sagt man uns, sind die Menschen mehr südafrikanisch.

No Alk
Das hatten wir uns schön vorgestellt. Nach des Tages Müh und Lasten in der warmen Tropennacht auf dem Balkon sitzen und ein Gläschen Brandy trinken. Wein geht ja nicht, wird warm. Aber alles Suchen heute war ergebnislos. Der Handel ist fest in der Hand von muslimischen Indern und Pakistanis und die verkaufen keinen Alk. Nix. So lassen wir uns ohne Alk von den Moskitos stechen. Ist mir doch egal. Später finden wir ein Geschäft.

Fruhstuck.jpgIch nehme zu!
Morgens gibt es Brötchen (nur sehr entfernt verwandt mit ihren knackigen deutschen Artgenossen), Weißbrot (mit der Konsistenz von nassen Schwämmen) Nescafé, Trockenmilch, heißes Wasser, Marmelade und Käsescheiben, mittags Bohnensuppe, Reis, das aus Tansania bekannte Ugali (die Sättigungsbeilage hier ist eine Pampe aus Mais und Wasser und heißt Sima) und kleine Fisch- oder Fleischstücke, Bohnenblättern als Gemüse, als Nachtisch Wackelpudding aus Chemie mit Bananen heute und abends das selbe ohne Ugali und mit Nudelsuppe. Nachmittags zum Nescafe gibt’s Erdnüsse. Außer Ugali schmeckt es ganz gut. Wir haben mehr Obst bestellt.

Ich brauche ein Medikament
Die Kieferentzündung fängt wieder an. Die erste Apotheke ist klein, sparsam ausgestattet und hat kein Mittel dagegen. Ja, bestellen können sie was, das dauert aber mindestens eine Woche. Die 2. Apotheke sei am Hafen. Wir laufen und laufen durch die Mittagshitze. Ich will eine Frau nach dem Weg fragen. Sie grüßt freundlich, gibt aber einem Mann keine Antwort. Endlich haben wir sie gefunden. Und müssen lernen, dass hier alles bis halb drei Uhr Mittagspause hat. So erlaufen wir uns nach Gringo Art die Stadt – immer wenn’s zu heiß ist. Mein Hemd ist danach wie aus dem Wasser gezogen.

Der Bischof erzählt einen Witz
Kommt ein Schwarzer au dem Inneren nach Maputo und will essen, kennt sich aber nicht aus. In einem Lokal setzt er sich an den Nachbartisch von einem Mann, der gerade bestellt. „Ein Steak bitte“ sagt der erste Mann. Sagt der schwarze Mann: „mir dasselbe“. Danach bestellt der erste Mann Nachtisch. Sagt der schwarze Mann „mir dasselbe“. Bestellt der erste Mann Kaffee. Sagt der schwarze Mann: „mir auch“. Danach bestellt der erste Mann einen Schuhputzer. Sagt der schwarze Mann: mir auch. Sagt der erste Mann: wir können uns den doch teilen. Sagt der Mann aus dem Inneren: „kommt nicht in Frage. Du isst deinen und ich meinen“.
M hat auch einen: Sagt ein Mann zu seiner Frau: Mit der neuen Brille siehst du Scheiße aus. Sagt die Frau: Ich hab doch gar keine neue Brille. Sagt der Mann: Nee, aber ich. Hahaha

Bin Laden
Die Leute erzählen, sagt der Bischof beim Essen, dass das größte Hotel am Ort mit Geld von Bin Laden gebaut worden sei. Und genau auf der anderen Seite sei das Gebäude einer amerikanischen Sekte eingerichtet worden von der man wisse, dass sie zum CIA gehöre. Rumores, sagt er, Gerüchte. Und nach einer Schweigeminute ergänzt er: Aber wo Rauch ist ist auch Feuer. Ich glaube eher an Phobien.

Wir verändern unseren Rhythmus
Morgens um 6.00 ist die Stadt wach. Autos fahren, Leute lachen, Radios spielen, Mopeds knattern, es wuselt um uns herum. Um 8.00 abends ist Ruhe eingekehrt. Nur noch selten sind Menschen zu hören, manchmal Musik in der Ferne. Grillen höre ich, manchmal andere Tierchen. Auch wir fangen an, früh aufzuwachen und früher ins Bett zu gehen. Ausgehen können wir nicht. Wohin auch. Außerdem ist das Haus zu. Abends sitzen wir auf dem Balkon und hören Bücher. Richtige Bücher mitzunehmen war bei 20 Kg Fluggepäck zu schwer. Es ist immer noch brütend heiß, erst spät in der Nacht kühlt es ab. Es regnet zu wenig, sagen die Leute. Die Ernte wird leiden.
Wer von diesem Land und seinen großartigen Leuten, ihrem Schmerz, ihrem Kampf und ihrer Freude mehr wissen will, dem ist Henning Mankel: „Das Geheimnis des Feuers“ zu empfehlen. 

Mangotime
Sie haben mitgekriegt dass Mangos unsere Lieblingsfrüchte sind. Don Ernesto hat einen Korb voll gekauft. Und schickt seine Leute auf den Baum im Garten, der hätte die geschmackvollsten Früchte. Wir müssen essen bis wir nicht mehr können. Abends schenkt uns einer der Priester eine besonders schöne. Ich kann nicht mehr.

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