Sunday, 12. february 2012
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11:48
Am Strand haben wir R.s Kollegen von der Konrad-Adenauer-Stiftung und seine Frau getroffen. Wir haben einige
Gemeinsamkeiten. So alt wie wir und seit 40 Jahren verheiratet waren sie auch in Ecuador, lange in Kenia und nun in Maputo. Sie sind sehr sympathisch, auch wenn wir politische Themen weiträumig
umgehen müssen. Am Freitag Abend haben sie uns zu einem Edelitaliener weiter oben am Strand mitgenommen. Wir kommen da normalerweise nicht hin, weil es zu weit zum Laufen ist. Nach der langen
Zeit beim Bischof und in einfachsten Verhältnissen kam uns das Ambiente und das Essen und das Drumherum affektiert, überborden vor. Und so viel stehen lassen zu müssen, weil alles
überdimensioniert ist (natürlich auch der Preis), das widerstrebte uns sehr. Sybill, die Frau von Ingo, hatte dauernd ihr Handy auf dem Tisch liegen und war immer in Bereitschaft. An dem oder dem
nächsten Tag sollte ihr erstes Enkelkind in New York geboren werden, und den Anruf wollten sie naturgemäß nicht versäumen. Wir saßen noch lange, aber es tat sich nichts, drüben auf der anderen
Seite des großen Teiches.
Am Samstag waren wir mit den beiden an der Katholischen Universität, wo er ein Gespräch mit dem Vize-Rektor, einem
Österreicher hatte. Ich habe ja keine Vorurteile, aber die Sch....-Österreicher! Er liegt im Clinch mit „unserem“ Bischof und macht jede Menge Schwierigkeiten, weil er die Universität von der
Diözese geschenkt haben will! Na glaubste denn!
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Saturday, 11. february 2012
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12:23
Geburtstag am Strand
Hannelie hat ein Bild geschickt. Ein iPod mit meinem Namen drauf. Ja sagt M, dass ist dein
Geburtstagsgeschenk von mir. Freue mich wie ein Schneekönig. Technisch wunderschöne Sachen liebe ich sehr. Dann gab es einen Blumenstrauß selbst gepflückte von M (ich hatte gar nicht mitgekriegt,
dass am Strand Blumen wachsen und was für schöne!) und einen Kuchen den man mit dem Löffel essen muss gab es auch noch. Er heißt Schoko in Schokolade. Um den war ich schon mehrmals rum
geschlichen beim Inder. Und eine Tasse Kaffee gab es. Frisch aus der Küche. Den hat M über 100e Meter Steg bei Wind und Regen in die Hütte transportiert. Ich hab sie gefragt, wie sie das gemacht
hat, die volle Tasse bei dem wackeligen Steg und bei dem starken Regen bis ans Bett zu bringen. Sie wollte nicht raus mit der Sprache, ich hab ihr versprochen, nicht böse zu werde, da hat sie es
verraten. Hinter der Küche hat sie einen tiefen Schluck genommen und vor der Hütte wieder zurückgespuckt. Ich hatte schon ausgetrunken als sie das erzählt hat. (M: hahaha. Jetzt schiebst du
mir auch noch deine alten Witze unter). Viele Emails gabs, sogar von Leuten, von denen ich es nie erwartet hätte. Und einen ganz langen Brief von zu Hause! Ach wie schön. Ich kann nicht
antworten, die Internetleitung ist hier so langsam, dass mir die Verbindung im Bischofs Haus schnell vorkommt. Wie muss das erst sein, wenn wir wieder in D sind? Wutsch und die Emails sind
futsch. Hier kann man ruhig zwischen Empfang und Senden mal Mittagessen gehen. Um dann begrüßt zu werden: Server antwortet nicht mehr.
Den kirchlichen Hochzeitstag einen Tag später zu feiern gelang nicht mehr. Sind dem Alkohol etwas entwöhnt und
abends um zehn Uhr müde.
M hat zum Hochzeitstag Geschmeide bekommen, arabisch ziselierten Silberschmuck, der auf ihrer braunen Haut sehr edel aussieht. Wird sich zeigen,, wie er auf winterlich-blasser Haut wirkt.
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Friday, 10. february 2012
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11:23
26.3. R. hat sich gestern zwei Zähne ausgebrochen. Und meine eine Gesichtshälfte ist seit einigen Tagen sehr empfindlich – ich weiß
nicht, ob es von den Zähnen kommt oder was Anderes ist
31.3. Alles halb so schlimm: die ausgebrochenen Zähne von R waren von einer Brücke. Es sieht etwas dekadent aus, wenn
er mit der Zunge beim Sprechen durch das Loch stößt, aber es tut nicht weh. Und bei mir hat es sich herauskristallisiert, dass es wohl eine Entzündung im Ohr ist und ich nehme
Tropfen.
Am Freitag war ich beim Arzt (einem Kubaner) wegen einer Schwellung unter meinem linken Auge, die ich schon seit 6 Wochen habe, die aber langsam immer schlimmer wurde. (Eine Allergie auf einen
Insektenstich, die durch die tägliche Ibuprofen-Einnahme hinausgeschoben wurde). Ich erzähle das wegen des mosambikanischen Abrechnungssystems beim privaten Arzt. Wenn du einen Termin haben
willst, musst du sagen, um wie viel Uhr, danach richtet sich der Preis. Morgens früh ist es am billigsten, nachmittags steigt der Preis alle zwei Stunden und ist ab 19 Uhr am teuersten. Du musst
gleich am Anfang bezahlen. Wenn du eine Blutuntersuchung brauchst, musst du auch zuerst zur Kasse, mit der Quittung gehst du ins Labor und sie zapfen Blut ab. Für jede andere erforderliche
Leistung musst du jedes Mal erst zur Kasse, bezahlen und dann wird behandelt.
Nach 4 ½ Std bezahlen und Behandlung sind wir zu unserem letzten verlängerten Wochenende an den Strand gefahren. Die Regenzeit scheint vorbei. Es hat seit zwei Wochen nicht mehr geregnet und der
Himmel ist strahlend blau. Auch hat es ein wenig abgekühlt (ca. 28-30 Grad), was wesentlich angenehmer ist.
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Thursday, 9. february 2012
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10:30
24.3. Zur Nachfeier von Rs Geburtstag und unseren Hochzeitstag
haben wir Sekt gekauft, dem Koch Geld für 5 Pfund Krabben gegeben und Pater Aristides hat eine Torte bei seinen Nonnen bestellt. Es fing schon mittags an: R. erzählte dem Bischof, dass seine
Schwester Geburtstag und letzten Woche gemeinsam mit uns Hochzeitstag gehabt hätte, da ließ Dom Ernesto eine Flasche Sekt kommen (eine Flasche Wein stand schon auf dem Tisch, wo wir doch
normalerweise nur Wasser trinken). Wir sollten auch ein
Foto machen, das beweist, dass man im tiefen Afrika auf Hanneli angestoßen habe.
Den ganzen Nachmittags waren zwei tansanische Schwester draußen in der Küche (sie ist wirklich draußen) und es herrschte rege Betriebsamkeit. Ich hatte mich vorher im Garten mit Dom Ernesto eine
Stunde über Erich Fromm und seine „Kunst des Liebens“ unterhalten. Zum Abendessen kamen unsere drei Latina-Nonnen mit umwerfend guter Laune, wie immer, aber diesmal steckten sie alle an. Die
Verständnis- und Verhaltensprobleme in anderen Kulturen waren wieder ein Quell der Heiterkeit: der Bischof erzählte, wie übertrieben und fremd ihm anfangs die Begrüßungsriten in Italien
vorgekommen seien (er hat dort studiert), das Umarmen, Schulterklopfen, Küssen. Als er sich damit angefreundet hatte, musste er nach England, wo man ihm schnell und sehr von oben herab bedeutet
habe, doch bitte mit diesen exaltierten Überschwänglichkeiten aufzuhören. Er kann das dann auch immer so schön
vormachen, dass man sich vor Lachen biegt.
Beim Essen fehlten die Tansanierinnen. Dom Ernesto holte sie mit sanfter Gewalt aus der Küche. Sie wollten lieber draußen essen und kicherten vor Verlegenheit. Dabei sind sie schon ältere,
gestandene Matronen. Eine Speisefolge vom
allerfeinsten hatten sie hingezaubert: nach der Suppe kam Gemüsereis, Kartoffelgemüse, Spaghetti mit Krabbensoße, Bohnengemüse, Spinat, Fritten, frittierte Krabben und Kaninchenbraten – ich weiß
nicht, vielleicht habe ich auch noch was vergessen. Alles schmeckte einfach wundervoll. Dazu gab es Wein, Säfte, Sodas und zum Nachtisch brachte man neben dem Obstsalat unsere Torte und den Sekt.
Aber zuerst bekamen wir Geschenke. Von Pater Joao eine sehr schöne Makonde-Schnitzerei einer Cocospalme (wie sollen wir die bloß nach Deutschland kriegen) und eine Batik, und von den
lateinamerikanischen Schwestern ein mexikanisches Holzkästchen. Wir konnten gar nichts mehr sagen vor lauter Rührung (hier kriegt sonst nie jemand Geschenke zum Geburtstag). Alle waren so lieb.
Und R ist einfach umwerfend: der Bischof macht sich manchmal gerne über die Tansanierinnen lustig, weil sie immer noch kaum Portugiesisch sprechen. Er forderte die eine auf, eine kurze
Geburtstagsrede zu halten und sie war so verlegen und stammelte „Parabens“ (Herzlichen Glückwunsch), und alle sahen sie an und warteten, ob noch was käme. Da ging R schnell zu ihr und nahm sie in
den Arm und dankte ihr für die schöne Rede.
Mit wem wir auch sprachen, wem wir auch in die Augen blickten, wir sahen nur Liebe und Güte. Sie mögen uns wirklich! Was für ein Abend! Ich muss dauernd daran denken, dass wir jetzt schon wieder
einen Ort auf der Welt haben, wo wir liebe Freunde zurück lassen müssen
Jetzt steht die Ebenholz- Cocospalme auf meinem Schreibtisch und das Nashorn, das ich R zum Hochzeitstag geschenkt
hatte, steht darunter im Schatten – wie im richtigen Leben!
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Wednesday, 8. february 2012
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20.3. Ich habe wirklich rein gar nichts mehr zum Lesen. Habe den
Hirtenbrief des Bischofs (66 Seiten) durchstudiert und was sonst noch so rum liegt (alles fromme Sachen) und jetzt zeichne ich meinen Sudoku-Block ab und mache die Aufgaben, die ich beim ersten
Mal falsch hatte noch mal. Aber auch das ist ausgelutscht. Der Radiosender, der einzige, der reinkommt, spielt nur „Radio sem fronteiras“ eine Sendung der Diözese, wann wieder Gottesdienst ist
und wie die katholische Kirche über Aids denkt.
Die Ostermesse war überaus kurzweilig und
sportlich: aufstehen, beten, singen, klatschen, hinsetzen, singen, knien, beten, aufstehen, klatschen, singen, hinsetzen.....
24.3. Wir haben jetzt Formulare für Projektanträge in Englisch und Portugiesisch entworfen und gedruckt. Da kann sich jeder bedienen und
sein Kleinprojekt so darstellen, wie es am besten ankommt und die größten Chancen hat, irgendwo Gnade zu finden und finanziert zu werden. Besonders die Schwestern von allen möglichen
Kongregationen denken sich ständig irgendwas aus (Kleintierhaltung, Gemüseanbau, Schneiderinnenkooperative, Gesundheitsposten...). Da ist es gut, wenn wir das nicht immer wieder neu formulieren
müssen. Und es bleibt was, wenn wir weg sind.
Ab heute kommt eine der Schwestern zu mir zum Computerkurs. Damit sie die Anträge selbst bearbeiten kann. Ich bin gespannt auf meine neue Schülerin. Sie ist aus Tansania, spricht kein
Portugiesisch und wenig Englisch, dafür aber Kiswahili, Makua und Makonde!
Später: Schwester Calista Mallinza war nicht da, aber ihre Kollegin rief mir fröhlich entgegen: „Atakuja kesho!“ (Sie kommt morgen!)
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