Saturday, 10. september 2011 6 10 /09 /Sept. /2011 11:19

Zehn bis 15 mal geht neuerdings abends das Licht aus und an. Erst stürzt das öffentliche Netz ab, nach 1 Minute springt knatternd der Generator des Nachbarn an, nach 2 Minuten unserer und nach 5 Min. kommt das Netz wieder zurück, der Generator schaltet um und der Strom ist für die kurze Zeit der Umschaltphase  wieder weg. Fernsehen ist dabei anstrengend. Bis die Kanäle zurück kommen, dauert es seine Zeit und jedes Mal hat John Wayne die ganze Stadt abgeräumt und man hat’s nicht mit gekriegt. Ursache der Stromausfälle ist die Trockenheit. Die Wasserkraftwerke haben nur noch wenig zu tun und der von der Regierung an eine amerikanische Firma vergebene Auftrag neuer Kraftwerke entpuppt sich als Flop. Die Amis streichen täglich Millionen ein und bauen nicht wirklich. In der Zeitung steht, die Firma gibt´s gar nicht richtig, ist nur für diese Ausschreibung gegründet und hat keinerlei Erfahrung. Wieder so ein Verschiebebahnhof von Nepotismus und Korruption.

(Jan in seiner typischen Fernsehhaltung)

Enkel-Jan-in-seiner-typischen-Fernehhaltung.jpg

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Friday, 9. september 2011 5 09 /09 /Sept. /2011 10:55

Reinhold-mit-Schiltute.jpgDas gab es noch nicht bei uns, Einschulung mit Trara und Tamtam, riesigem Ranzen und einer Tüte voller Geschenke (die natürlich zu dem ereignisreichen Tag passten). Wir kriegten eine große Brezel und ein Foto. Soweit ich mich erinnere brachte Oma mich zur Tür des Schulhauses. Von dort an waren wir im Gewaltbereich des über einen Schnellkurs vom Offizier zum Lehrer umgebildeten Hauptlehrers. Zum Glück hatten wir später noch einen in den Klassen 6-8, der lies mich lesen was ich wollte und brachte uns einiges bei. Vom Anfang erinnere ich mich an enge Bänke, Schiefertafeln mit scheußlich kratzendem Schreibstift an einem Seilchen seitlich herabhängend und einen rauchenden Kanonenofen im Winter. Waren wir nicht ruhig und aufmerksam folgend, kamen wir in die Ecke. Steigerung war der Schlag mit einer Gerte auf die Hände auf der Schiefertafel. Cousin M zog einmal blitzschnell seine Hände weg, da war die teure Schreibtafel kaputt. Er war kein Tyrann, der Hauptlehrer, eher Produkt einer Zeit, in der Kindererziehung Schlagfertigkeit forderte.

Wie anders, kinderbezogen die heutige Schule! Der ereignisreiche Tag gestern gehörte Enkelin Carlotta. Er war richtig nett, der Empfang mit Gesang und Spiel und Vorstellung der neuen Schüler. Carlotta hat es gefallen. Mir auch.

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Tuesday, 6. september 2011 2 06 /09 /Sept. /2011 10:53

Wir fahren weiter in den Arusha Nationalpark. Es geht durch üble Schlaglöcher ziemlich steil bergauf. Wir sind genau zwischen Kilimanjaro und Mount Meru, dem zweithöchsten Berg Tanzanias. Eine faszinierende Bergwelt mit Hochebenen tut sich vor uns auf. Auf dem Weg sehen wir sehr viele Büffel und Tanzania Arusha NPzutrauliche Giraffen mit Jungen. Soooo süß!

Wir wohnen in der Momella Lodge am Fuße des Kilimanjaro. Dieser Ort ist vielen Filmfreunden bekannt, denn hier wurde der Film „Hatari“ mit John Wayne und Hardy Krüger in den 60er Jahren gedreht. Ich habe ihn geliebt und x mal gesehen. TAN Momella Hardy Krüger BarDass ich hier mal hinkomme, hätte ich nie gedacht! Hardy Krüger hat nach den Dreharbeiten die Ranch gekauft und 17 Jahre lang hier gewohnt. Damals reiste der ganze europäische Jet-Set dorthin. Heute ist alles etwas runtergekommen, schade!

Wir sind die einzigen Gäste. Etwas surreal das Ganze! Aber das Ambiente ist noch immer phantastisch, auch die Lage und die Stimmung im Hochland, ganz anders als in der Savanne.

Wir fahren durch dichten Bergwald und entdecken – ganz nah am Auto – ein Rudel wunderschöner Mit-H-J-im-Tarangire-Nationalpark5.jpg schwarz-weißer Guerezas oder Seidenaffen. Sie haben wirklich ein ganz feines, langhaariges, seidiges Fell und einen buschigen schwarz-weißen Schwanz. Direkt daneben Meerkatzen mit dunklem Gesicht. Den Affen könnten wir stundenlang zuschauen! Schon im Zoo ist das ja immer ein Highlight, aber hier in freier Natur – einfach unbeschreiblich!

Am Hippo-Pool direkt neben der Lodge schwimmt ein einsames Flusspferd, jede Menge Watvögel und Reiher wecken unsere Aufmerksamkeit. Wir gehen mit einem Rancher mit Gewehr (allein darf man nicht) ein Stück zu Fuß zu einem Wasserfall. Wir laufen über einen weichen Grasteppich. Ganz in der Nähe steht eine Giraffe mit Kind. Es ist besonders spannend, zu Fuß zu gehen!

Mit-H-J-im-Tarangire-Nationalpark7.jpg Auf dem Rückweg zur Lodge zeigt Shamte nach oben. Erst sehe ich nichts, nur Wolken – aber dann: Da ist er, der schneebedeckte Gipfel des Kilimanjaro, des höchsten Berges Afrikas (Er besteht aus 3 erloschenen Vulkanen, der Höchste, der Kibo, ist 5895 m hoch). Jeder kennt diesen Berg. Aber er ist nicht oft zu sehen. Wir haben das Glück und kommen – wie so oft auf unserer Reise – aus dem Staunen nicht heraus über die Schönheit, die uns hier umgibt.

Am nächsten Tag geht die Reise weiter. Wir wollen uns im Park noch einige schöne Plätze anschauen und fahren zuerst zu den Momella-Seen. Es sind 7 Salzseen mit unterschiedlichem Mineralgehalt. Mit-H-J-im-Tarangire-Nationalpark6.jpg Hier finden wir Schwärme von Flamingos im seichten Wasser stehend. Was für ein Anblick! Dieses weiß – ins zart-rosa übergehend: Elegant.

Dann fliegen sie auf (na ja, ich gebs zu: Ein ganz klitzekleines Steinchen. Okay. Machen wir sonst nicht, wenn wir Flamingos treffen).

Diese Landschaft mit den Seen mutet skandinavisch an, vielleicht auch schottisch. Jedenfalls hätte ich sie nie in Afrika vermutet. Einsam und karg und schön. Ibisse stehen am Ufer.

Dann fahren wir hoch zu einem Kraterrand und blicken tief hinein in einen ehemaligen Vulkan. Der ganze Mount Meru ist vulkanisch, ein Teil wurde bei einem Vulkanausbruch abgesprengt. Dieser hier ist implodiert. Was für ein Ausblick! Ganz tief unten sehen wir Büffelherden und Impalas . Nur mit dem Fernglas kann man Näheres entdecken.

Mit-H-J-im-Tarangire-Nationalpark8.jpg Zum Abschluss unserer Safari übernachten wir noch mal im Rivertrees, da, wo unsere Reise auch begann. Wir genießen noch einmal die schöne Anlage und erholen uns von dem vielen Geschaukel des Jeeps im Pool und bei einem stimmungsvollen Abendessen.

Am nächsten Morgen bringen wir R&M zum Flughafen nach Arusha, R muss zurück ins Büro. Wir fahren mit Shamte im Auto. In 8 Stunden sind wir wieder in Dar es Salaam.

R&M haben uns mit dieser Reise ein wunderbares Geschenk gemacht. Wir sind tief beeindruckt und begeistert – und wir bekommen Lust auf mehr, denn wir haben noch längst nicht alles gesehen!

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Tuesday, 6. september 2011 2 06 /09 /Sept. /2011 09:17

Besucher.jpg

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Monday, 5. september 2011 1 05 /09 /Sept. /2011 10:50

 Wenn die Welt strahlend hell erscheint, durchsichtig und klar, gezeichnet in alle Feinheiten bis zum Horizont, wenn darin Bäume, Sträucher, Vögel, Tiere dreidimensional sich abheben, wenn die Farben des Waldes, der Wiesen und Felder kräftig und differenziert schimmern, wenn der Himmel strahlend blau oder auch voller schwerer, erdrückender Wolken ist, wenn man das alles sehen kann, dann ist man ein Glückspilz. Ich bin so einer. Nach der Operation der Augen, die grau geworden waren und grau als Normalität schon länger vorzeigten, vergessen machten, dass sie ganz anders sehen können.

Wenn ein Wolkenbruch biblischen Ausmasses hernieder prasselt, wenn man im Auto in eine Wasserwand blickt, wenn kleine Bäche zu Seenplatten werden, Keller füllen, Brücken überspülen, Strassen unpassierbar machen, durch Straßen ins Tal schießen wie Gebirgsbäche, wenn man da mitten drin ist und gut durch kommt, bevor die Straße gesperrt wird, dann ist man ein Glückspilz. Wir gehören dazu. Gestern Abend auf dem Weg zur Geburtstagsfeier von Alex kamen 80 Ltr. Wasser pro Min. herunter. Doch wir blieben trocken.

Wenn die Woche grau und kalt anfängt und in Sonne und strahlendem Himmel mit kleinen Wolken durchsetzt übergeht, dann ist man ein Glückspilz.

Wenn man leben darf und Spaß dran hat, wenn die Wehwechen sich in Grenzen halten, die Partnerin einen lieb hat, die Familie zusammen hält und die Freunde freundlich sind, dann ist man ein Glückspilz. Ich bin so einer. Oft.

Wenn man ein Leben voller Erleben in anderen Welten hatte und es nun noch mal erleben kann beim Aufschreiben, dann ist man ein Glückspilz. So wie ich.
(Bild: in Chile 1968, neue Speisen erprobend)
neue Speisen.jpg



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