Willkommen

Erfurt-Juli-2009-III---3.jpg

RSS-Feed

  • RSS-Feed der Artikel
Tuesday, 17. january 2012 2 17 /01 /Jan. /2012 10:55

Der erste Teil ist hier zu finden: Afrika & Logik

  (Blitzlicht: Viele afrikanische Kritiker glauben nicht, dass unsere demokratischen Modelle in Afrika funktionieren. Sie wollen den Geist der afrikanischen Ubuntu - Philosophie wieder institutionalisieren. Danach ist jedes Mitglied einer Gemeinschaft für das Wohl dieser Gemeinschaft mit verantwortlich. Palaver ist die althergebrachte Methode. Damit ausnahmslos alle Mitglieder der Gemeinschaft – ohne Ansehen von Rang und Namen – ihre Sicht der Dinge in einer Entscheidung am Ende berücksichtigt sehen, muss das Oberhaupt zunächst alle anderen sprechen lassen. Solange, bis ein Kompromiss sichtbar ist. Um dann im Sinne aller zu entscheiden).

Pemba GroßfamilieAfrikanisch ist auch die endlose Familienverbundenheit. Ein Afrikaner, der Einkommen hat, muss für alle in seiner Großfamilie sorgen. Sonst verliert er den Kontakt und damit sein ursprüngliches Leben. Land bedarf keines Titels, es gehört den Ahnen. Altes afrikanisches Denken ist, dass das Individuums eingebettet ist in einen ewige Kreislauf des Lebens. Und dieser Kreislauf muss  in einem harmonischen Gleichgewicht bleiben. Diese Harmonie muss bei Störungen, zum Beispiel bei Konflikten oder nach einem Verbrechen, im Palaver wieder hergestellt werden. Zeit ist dabei kein Maß sondern Grundlage der Gespräche. Endlose Zeit. Traditionelle afrikanische Herrscher waren und sind eingebettet in die Erfüllung dieser Maxime.

(Blitzlicht: Dass in Afrika grausame Herrscher die eigenen Landsleute umbringen (lassen) ist bis heute auch wahr. Viele herrschenden Eliten und ihre Anführer sind für Stagnation oder Staatsverfall in vielen afrikanischen Ländern verantwortlich. Afrikanische Kritiker geben dem Kolonialismus die Schuld. Der Aufteilung der Länder mit dem Lineal und nach europäischen Interessen. Der grausamen Behandlung durch Kolonialherren und der Ausbeutung durch die modernen Wirtschaftsmethoden. Und viele afrikanische Eliten sind in Europa und Amerika aufgewachsen und dort gebildet worden. Denkansätze vermischen sich, Egoismus und Warenberge sind anziehend. Da ist was dran. Aber es ist nicht alles. Auch vorher schon haben afrikanische Herrscher die eigenen Landsleute an Sklavenhändler verkauft und Kriege geführt. Trotzdem bleibt eine der Grundlagen afrikanischer Kulturen die Suche nach Harmonie und Ausgleich. Mehr und mehr setzt sich in Afrika wieder eine Rückbesinnung auf die alten Werte durch.)

Das und noch viel mehr haben unsere afrikanischen Gesprächspartner als eigenen Hintergrund, der eine mehr, der andere weniger. Ich finde es falsch, diese Denk- und Handlungsstrukturen als rückständig abzulehnen. Es nutzt ja auch nichts. Bisher sind alle Versuche fehlgeschlagen, „modernes“ Denken aufzupfropfen. Und das genau ist der Widerspruch, in dem wir hier in Mosambik wieder mal stecken. Wir sollen zwar was machen, damit die Projekte und die Verwaltung besser funktionieren, sind aber nur begrenzt in der Lage, überhaupt zu erkennen, wo und wie das möglich ist.

Oder sollen wir ihnen sagen, nach rationalem Muster müssten mindestens 4 Leute der Apotheke entlassen werden, damit der Gewinn steigt? Wo sie doch eingestellt wurden, damit sie ein Einkommen haben? Gelle, siehste. Wenn wir das unserem Bischof vorschlagen sieht er uns an und sagt: Ihr müsst euch noch ein wenig eingewöhnen.

Tschüss

Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Tuesday, 17. january 2012 2 17 /01 /Jan. /2012 10:28

Minus 7 Grad heute Morgen, Rauhreif verzaubert das Tal wenn die Sonne darauf scheint

Wintermorgen.jpg

Und so sieht das Tal abends aus wenn die Sonne blutrot untergeht

Winterabend.jpg

Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Monday, 16. january 2012 1 16 /01 /Jan. /2012 09:55

Herrliches Wochenende. Biene, Markus, Carlotta und Jakob waren da. Die Enkel sind meine speziellen Freunde. Sagen sie. Und überhäufen mich mit Superlativen. Du bist der größte, schönste, beste, liebste, witzigste, freundlichste Reinhold den es gibt. Ach wie schön. Mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke. Danke Biene und Markus. Und danke M.

Carlotta&Jakob in H - 4

Carlotta&Jakob in H - 1

Carlotta&Jakob in H - 2

Carlotta&Jakob in H - 3

Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Sunday, 15. january 2012 7 15 /01 /Jan. /2012 10:11

Zwischen den Welten

Ist das nun afrikanisches Verhalten oder Schludern, ist es mangelndes Zeitmanagement oder Palaver? Ist das Faulheit oder hat er Malaria? Oder was? Pallaver.jpgVerschiedene Welten treffen aufeinander dort wo wir sind. Denn die vom Norden finanzierten Entwicklungsprojekte machen zur Bedingung, sich der  buchhalterischen Ordnung zu unterwerfen, Berichtswesen, Aktenordnung  und Planung nach rationalen Vorgaben auszurichten. Da ist nicht nach der Denkweise von Afrika zu fragen sondern nach der Logik der Geber. Sonst gibt es kein Geld. Das können wir verstehen, das können wir vermitteln. Und stellen oft fest, dass es nicht umgehend akzeptiert wird. Dann geraten wir ins Schwimmen. Denn die afrikanische Weise zu denken und zu handeln ist anders.

Wir kommen aus einer rationalen Welt, haben sie verinnerlicht. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass ich diese Welt nicht als non plus ultra, einzig selig machende Form des Denkens und Handelns verkaufen darf. Die Rationalität und Logik der Aufklärung hat uns Nordländer zu dem Reichtum gebracht, den wir heute genießen. Hat uns befreit vom dumpfem Verhangensein in vorgegebene Strukturen und Obrigkeiten, hat Technik und Wissenschaft in ungeahnte Höhen geführt, hat den einzelnen Menschen verantwortlich vor sich selbst und der Gesellschaft gemacht.

(Blitzlicht: Noch Giordano Bruno hatte die Kirche auf den Scheiterhaufen geschickt als er wagte, selbständig zu denken und der Kirche das Recht auf allseitiges Wissen abzusprechen. Und Galilei, der die Erde als Mittelpunkt des Weltalls entthronte, musste widerrufen und wurde zu Hause lebenslang eingesperrt. Luther schaffte es, den Menschen als eigenverantwortlich vor Gott zu auszurufen. Und die Aufklärung definierte den Menschen als Mittelpunkt des Seins, verantwortlich nur seinem Gewissen und der Gesellschaft gegenüber. Seither wird gedacht, geforscht, gehandelt nach eigenem Gutdünken. Im Kapitalismus hat das System der Eigenverantwortung seine wirtschaftliche Hoch-Zeit entwickelt. Jeder Unternehmer gegen jeden heißt die Devise, die Konkurrenz zu besiegen ist der Schlüssel des Erfolges. Warenberge, Wohlstand, demokratische Systeme, Gesundheit, längere Alterszeit, Bildung, Entwicklungshilfe und die UNO – um nur einiges zu nennen - sind Ausflüsse der modernen Denkweise).

Aber systemimmanent, eingebettet in dieser Logik und Rationalität steckt auch viel Negatives. Destruktive Kräfte können gleichsam auf ungeahnte Höhen schießen. WK I & WK II, der Holocaust, Vietnam- und Irakkrieg hätte ohne moderne Technik und Logistik (Logik! siehe da) in dem Ausmaß nicht stattfinden, die Atombombe nicht gebaut, das ungeheure Arsenal modernster Waffen nicht angehäuft werden können. Und ob die Globalisierung mit der Verschiebung von ungeheuren Geld- und Warenmengen ein Segen ist, muss sich erst noch zeigen. Beide Seiten von Logik und Rationalität sind mir bewusst. Es ist nicht möglich, nur die Segnungen unserer Kultur anzubieten.

Dagegen steht die afrikanische Denk- und Handlungsart, wenig kompatibel mit unserem rationalen, kopfgesteuerten Handeln. Die afrikanische Art demokratische Entscheidungen zu finden, ist noch immer das Palaver. Es muss so lange diskutiert werden, bis ein gemeinsamer Kompromiss gefunden ist.

Kommentar hinzufügen - Kommentare (0)ansehen
Friday, 13. january 2012 5 13 /01 /Jan. /2012 10:26

China II

Das abgehackte singende Schnattern kam bekannt vor. Das konnten nur Chinesen sein. Sie kommen um die Ecke, überqueren die Plattform, die abends Bar und Restaurant ist, reden laut miteinander und flegeln sich auf die Plastikstühle an einen Tisch. Es sind nur zwei. Sie scheinen angesäuselt, ziehen die Schuhe aus und hängen die Beine über die Lehne und verlangen gestikulierend und rufend nach dem Kellner. Die Bestellung in chinesisch mit eingestreuten, portugiesisch klingenden Lauten erbringt Bier. Dann sitzen sie mit untergeschlagenen Beinen auf ihren Sitzen, trinken, starren Frauen an, reden und gestikulieren. Mir wird es peinlich. Wir gehen an die Bar.

China III

1 Bleistift gekauft. Sehr billig. Sieht aus wie Faber Kastell, rot-schwarze Längsstreifen, Stärke HB mit Radiergummi. Nach 3 Tagen war er nur noch die Hälfte da. Er schreibt mal weich, mal knochenhart wie ein Griffel und der Radiergummi machte einen schwarzen Streifen und war weg gebrochen. Wang steht drauf. Und ist auch drin.

Kommentar hinzufügen - Kommentare (1)ansehen
Erstellen Sie einen Blog auf OverBlog - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden - Impressum - Artikel mit den meisten Kommentaren