Artikel teilen! (104) Von einem der auszog...war’s das??: (2007) So hatte der Blog begonnen: Mein Dorf liegt an den Ausläufern des Rothaargebirges ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
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(2007)
So hatte der Blog begonnen:
Mein Dorf liegt an den Ausläufern des
Rothaargebirges klein und fein eingepackt in Hügelketten. Geboren bin ich hier. Ich stieg im Jahre 1963 in einen Zug, wie man in einen Traum gerät. Die Hauptsache war, wegzukommen (bei Josef
Conrad geklaut weil’s so schön passt). Der Kreis hat sich geschlossen, ich bin wieder in Hommertshausen gelandet, dem Dorf, dem ich vor über 50 Jahren entflohen bin. Doch diesmal mit M zusammen.
War’s das?
Sicher nicht, es musste anders sein, es wurde anders. An die Stelle der anderen Welten, der Erfahrungen mit neuem, interessanten Kulturen und Verhaltensweisen, an die Stelle des ausufernden Lebens, der interessanten Arbeit, der Reisen, Begegnungen, neuen Freunden, der Menschen, menschlicher oft als bekannt (manchmal auch nicht) sollte erst mal Ruhe und Reflexion treten. Ein Sabbatjahr wollte ich mir gönnen, eine Auszeit zum Überlegen, was demnächst kommen solle.
Die erste Zeit in Hommertshausen hatte uns in der Schwebe gelassen, weder hier noch da zu sein. Unser Haus war noch bewohnt, wir zogen in unser Wohnmobil und lebten als Urlauber im grünen Weg oberhalb. Von Bruder, Schwägerin und Mutter einen Fußsteig entfernt und dem Cousin nebenan. Allen Nachbarn schauten wir in Ruhe zu, die Füße auf den Campingtisch gelegt, wie sie ihre Heimstatt ordentlich hielten. Manchmal kamen kleinen Mädchen und schauten neugierig in das Wohnmobil, wollten auch mal darin sitzen und halfen beim Abwasch.
Das Kümmern kam später. Das Haus wurde frei, die Möbel kamen an, mussten eingeräumt werden. Schwer der Gedanke für uns Wanderer, dass wir nun Wurzeln fassten bis zum Lebensende. Noch schwerer für mich, dass Haus und Garten immerzu nach Behandlung riefen. Irrsinn der Geschichte, dass unser Grundstück genau auf dem großen Garten des Opas lag. Zwar aufgeschüttet, aber der Ort war derselbe. Es war mir immer schwer gefallen als Junge, im Boden herum wühlen zu müssen. Viel lieber hätte ich gelesen oder auch mal gespielt mit den anderen Jungen.
Ich begann, morgens zu studieren, meine
Geschichten auf zu schreiben, meinem großen Thema „was ist der Mensch“ intensiver nach zu gehen, wo er herkommt, wie er tickt, sich über Wasser hält. Endlich konnte ich mich ausführlich mit
Biografien befassen, Verhaltenssoziologie, Wirtschaftswissenschaft, Ethnologie, Paläontologie, Geschichte. Und in den Tag wurden Inseln eingeschoben mit Sport, Kultur, Garten, Haus, der
Großfamilie (von Mutter bis Enkelkindern) . Und abends zusammen kochen mit der lieben M, fernsehen, feiern, spielen, Freunde einladen, reisen, Romane lesen. Von wegen Ruhe und Sabbat.
Ein halbes Jahr später waren wir wieder auf dem Weg gen Süden! Nach Mozambik. Wir hatten uns beide beim Senior Experten Service angemeldet, einer Stiftung der Deutschen Wirtschaft, gefördert vom BMZ, die Menschen im Ruhestand die Möglichkeit bietet, ihre Kenntnisse und ihr Wissen an andere im Ausland und in Deutschland weiterzugeben. Als ehrenamtlich tätige Senior Experten. In einem Einsatz von 3 Monaten sollten wir in Pemba, ganz im Norden des Landes, fast an der Grenze zu Tansania die Organisationsstruktur einer Bischofsdiözese untersuchen und optimieren helfen und praktische Probleme lösen wie Projektanträge, -beschreibungen und –finanzierungen in Deutsch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch erstellen.
Das ergab die nächsten Geschichten aus den anderen Welten.