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Tuesday, 13. december 2011 2 13 /12 /Dez. /2011 09:06

Maputo - R vor Cabora Bassa„Cabora Bassa finalmente e nossa“
Cabora Bassa ist endlich unser – steht auf Plakaten und T-Shirts. Meine politische Sozialisation hat mich eingeholt. Wir haben in den 70ern Jahren die Befreiungsbewegungen in den portugiesischen Kolonien unterstützt und ich gehörte zur Cabora Bassa Gruppe in Frankfurt. Die Portugiesen bauten einen der größten Staudämme der Welt am Sambesi mit Hilfe von Siemens, AEG, Hochtief, Telefunken und anderen deutschen und europäischen Firmen und sollte Strom für Südafrika erzeugen. Das Kalkül der Portugiesen war, damit ein Bollwerk gegen die vorrückende FRELIMO zu schaffen und europäische Interessen am Schutz der immensen Investitionen zu bündeln. Sogar die Bundesregierung war mit im Boot, Maputo--R-vor-Cabora-Bassa-e-nossa.jpgdenn die Firmen hatten ihre Beteiligung über Hermes Bürgschaften abgesichert. NATO Waffen und Material wurden im Kolonialkrieg eingesetzt – es nutzte nichts. 1974, nach der „Nelkenrevolution“ in Portugal, die den alten senilen Diktator Salazar absetzte, war die Kolonialzeit in Mocambique vorbei. Das Land wurde „Sozialistisch“, die Einheitspartei FRELIMO regierte. Die Portugiesen zogen ab und zerstörten, was sie konnten. Der Staudamm aber blieb in portugiesischer Hand. Das damals ärmste Land der Welt konnte weder die Kredite zurückzahlen noch die Anlage betreiben. Die Ausbildung einheimischer Fachleute stand bei den Kolonialherren nicht auf dem Programm. Und nun ist der Staudamm mosambikanisch. Endlich. Der Strom aber geht immer noch nach Südafrika. Jetzt aber für gutes Geld.

Wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.
Südafrika und Rhodesien (das heutige Simbabwe) aber waren sauer. Sie hatten selbst Befreiungsbewegungen im Land und das Beispiel des befreiten Nachbarlandes machte Schule. Die weißen Herren und Damen fühlten sich bedroht. Auch reiche ehemalige Kolonialherren Portugals waren daran interessiert, zurückzukehren. Die Geschichte sollte, musste zurückgedreht werden. Diese Clique  gründete und finanzierte die Rebellenbewegung RENAMO Mitte der 70er Jahre. 

Ab 1987 unterstützte auch die USA die Rebellenarmee. Unterstützung bekam die RENAMO vor allem auch aus Westdeutschland. So befand sich in der BRD das wichtigste Drehkreuz für die RENAMO-Hilfe.[

Ohne eine eigene Ideologie war das Ziel dieser Rebellen, das Land zu destabilisieren. Für die nächsten 17 Jahre wüteten diese Banditen im Land, zerstörten Brücken, Straßen, Eisenbahnen, Schulen, Kliniken. Dörfer wurden niedergebrannt und Menschen umgebracht. Jeder, der irgend eine Kenntnis hatte – Lehrer, Handwerker, Gesundheitsarbeiter etc.- wurden zuerst getötet, Minen in großer Zahl verlegt, die noch heute Beine und Körper zerfetzen (heute haben wir hier in Pemba wieder ein Dutzend von ihnen auf dem Bürgersteig zusammen sitzend gesehen).

Die FRELIMO allerdings tat das ihrige dazu, um die Banditen zu stärken. Ihre „Umerziehungscamps“, in denen Verbrecher und anders denkende Menschen zusammengepfercht wurden, waren für ihre inhumane Führung bekannt und Brutstätten für spätere RENAMO-Kämpfer. Wer da raus kam hatte seinen Hass auf die Regierung. Auch der „Sozialismus“ tat das Seinige dazu. Menschen, die Mangel leiden, sind zumeist nicht begeisterte Anhänger einer Regierung, auch wenn die vorher als Befreier gut angesehen war. In den 1980er Jahren war das Land pleite. Die FRELIMO wurde zur Marktwirtschaft und Demokratie bekehrt von den internationalen Wirtschaftsorganisationen. Ein Friede musste her, damit im Land Geschäfte gemacht werden konnten. Der kam 1992 mit geballter Hilfe von außen. Die RENAMO wurde als Oppositionspartei bei den Wahlen zugelassen. Bis heute hat diese Gruppe keine eigene Plattform. Und mir schwillt der Kamm, wenn ich deren Opfer sehe. Es gab aber keine andere Lösung.

 

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