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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

(108) Mosambik 2008 Seniorexperten: Geschichten aus Pemba Teil III

21. Dezember 2011 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog: Afrika

R: Runter vom Bürgersteig
Am 2. Tag sind wir den Bürgersteig entlang am Gouverneurspalast vorbei gegangen. Nicht lange, die Bewachung mit ihren Schnellfeuergewehren hat uns umgehend auf die Straße verwiesen. Niemand darf den Bürgersteig um den Palast herum benutzen. Er könnte ja ein Volksfeind sein.Einheit-Arbeit-Wachsamkeit.jpg „Einheit, Arbeit und Wachsamkeit“  steht noch immer auf der Frelimo – Mauer mit den Präsidentenköpfen. Während des Krieges gegen die Portugiesen und die Rebellen der Renamo war das sicher gerechtfertigt. Jetzt meint es wohl eher Wachsamkeit gegenüber dem Machtverlust. Die Partei hat für einige hohe Amtsträger Reichtum und Wohlleben gebracht. Ach was für ein Schrott.
M: zuerst hat die Frelimo den „Sozialismus“ eingeführt, die Reichtümer verstaatlicht. Als die Weltbank Bedingungen stellte, haben sie wieder privatisiert. Jetzt sind einige der Machtträger und Konsorten sehr reich.
Frelimo war für mich ein Synonym für Freiheit in Afrika. Jetzt leidet das Land an Korruption und Vetternwirtschaft. Die Padres berichten, dass jeder, der ein Zipfelchen Macht hat, die Anderen darunter leiden und sie warten lässt. Und Geld damit macht.

R: Guten Morgen Papa
Alle Vorplätze mitsamt den Straßen, auch wenn sie aus Sand sind, werden peinlich sauber gefegt. Das scheint eine afrikanische tägliche Arbeit der Frauen und Kinder zu sein. Wir haben es schon in Tansania auf dem Land gesehen.
Ich grüße wie in meinem Dorf nach links und rechts. Die Menschen sind nett und es könnte sein, dass einer mich kennt oder weiß, dass ich zum Bischof gehöre. Die Frauen auf dem Feld rufen auf Kisuaheli Karibu Mbwana, Willkommen Herr, eine Frau wünscht mir einen Guten Tag mit Buen Dia Papa. Jaja. Vergesse immer, dass ich schon 64 werde.

Tropenregen.jpgR: Tropenregen
Es regnet was es regnen kann. Wie aus Eimern schüttet es vom Himmel. Wer jetzt eine Zisterne hat, kriegt Wasser die Fülle. Der ausgetrocknete Boden kann das viele Wasser kaum aufnehmen. Die halbe Nacht durch strömt der Regen gleichmäßig vom Himmel und tränkt die trockene Erde. Die Erde freut sich. Dann aber ist es wieder heiß. Ich höre, die richtige Regenzeit fängt erst im März an.

M: Unsere Duschen tröpfeln vor sich hin. Natürlich gibt es kein warmes Wasser. Es gibt kleine Durchlauferhitzer am Duschkopf, aber die sind nicht angeschlossen. So ein dünnes kaltes Rinnsal zum Haare Waschen ist unangenehm und dauert..



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