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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

(108) Mosambik 2008 Seniorexperten: Geschichten aus Pemba Teil IV

3. Januar 2012 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog: Afrika

M: Unser Tagesablauf
R-Pemba-Fruhstuck.jpgWir joggen morgens kurz nach sieben (ab acht Uhr ist es zu heiß) und frühstücken Pulverkaffee mit Milchpulver und Weißbrot mit Marmelade. Wir haben eingeführt, dass es immer etwas Obst gibt, meist Papaya oder Mango.
Ab 9 Uhr haben wir Interviewtermine mit den Leuten, die hier arbeiten oder außerhalb in den Projekten oder wir arbeiten in dem Projektbüro für „Nachhaltige ländliche Entwicklung“, wo zwei Fachleute ihre Zeit absitzen, denn das Projekt kann nicht losgehen, ehe das Geld von „Misereor“ ankommt. Dort habe ich gestern neue Ordner angelegt und sämtlichen Papierwust, der sich schon angesammelt hatte und teilweise in Briefumschlägen aufgehoben wurde, einsortiert.
Mittags um halb eins gibt’s Essen, danach, je nach Arbeitsanfall arbeiten wir noch eine Stunde oder wir gehen gleich in unsere Zimmer und halten Siesta. Es ist so heiß, dass man kaum was anderes machen kann. Die Geschäfte sind um diese Zeit alle geschlossen. Und gegen 16:30 Uhr berichten wir dem Bischof, beraten uns, schreiben Briefe und Anträge oder gehen mal in die Stadt, um was zu besorgen (Moskitospray!). Ansonsten werden wir ja versorgt und brauchen nichts.
Abends um 19 Uhr gibt es Abendessen und dann ist meistens Schluss. Wir beide spielen und hören Hörbücher und später schleicht R mit Taschenlampe und Kopfkissen über den Flur in mein Zimmer. So gegen 22 Uhr schlafe ich. Heute muss ich unbedingt noch in die Stadt in die Bücherei und mir was zu lesen besorgen, denn es ist alles ausgelesen. (R. hat noch ein Krimi, aber da ist er selber dran)

R: Lesen ist Götterspeise
Das 2. Hörbuch ist: Ian McEwan, Saturday. Wenn wir so weitermachen, reicht der Vorrat nicht! Gestern Abend auf dem Dach gehört. Es ist etwas kühler da. Pemba-Gewitter.jpgIn der Ferne blitzten Gewitter. Lesen wird zum Sondergenuss bei den paar Büchern, die wir mithaben. Lesen ist Götterspeise! Abends um 8:00, nach dem Abendessen, ist der Tag vorbei, alle ziehen sich zurück, das Haus wird verschlossen und wir haben Zeit zum Schreiben, Spielen und für die Literatur.

R: Heureka!
Wir haben einen Schnapsladen gefunden. Bloß: jetzt schmeckt der Cognac nicht mehr. Liegt das am Fusel oder bin ich schon entwöhnt?  So was wie Whisky mit Kakao haben wir für das Speisezimmer gekauft. Amarula heißt die Frucht, aus der das Getränk gemacht wird. Die reife, schon gärende Frucht wird von Elefanten geliebt. Sie berauschen sich daran und schwanken herum. Jährlich einmal machen sie das, habe ich gelesen.

R: Über den Flur in mein Zimmer.
Hab mich wieder über den Flur, Kopfkissen unter dem Arm, zurück geschlichen in mein Zimmer. Kann nicht schlafen. Freitagnacht. Draußen Trommeln und laute Musik die ab- und anschwillt. M muss morgen früh aufstehen. Um 6:00 will der Bischof mit ihr und den drei Nonnen ins Innere fahren, eine Schule besuchen. Eine leichte Brise kommt auf, ganz angenehm. Heute war es wieder drückend heiß.

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