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Thursday, 8. december 2011 4 08 /12 /Dez. /2011 11:37

Colegio-Dom-Bosco---2.jpgM: In der Schule
Ich bin ganz früh aufgestanden, was mir hier nicht schwer fällt, um Punkt 7:00 Uhr in der Schule zu sein. Im Eingangsbereich ein ziemliches Durcheinander. Viele Schüler guckten auf Plänen nach, die an der Wand hingen, Eltern liefen suchend herum – das neue Schuljahr hat letzte Woche angefangen und noch immer kommen neue Schüler. Der Direktor nahm sich zwei Stunden Zeit für mich. Er ist ca. 27 Jahre alt und der Bischof hat ihn nach der Uni, wo er Philosophie und Theologie studiert hat, zum Leiter der Schule ernannt.

Er ist außerdem Priester, hat keinerlei Erfahrung, weder pädagogisch noch administrativ und natürlich ist das Kollegium gegen ihn, besonders die Collegio---Konrektorin.jpgKonrektorin, die sich Hoffnungen auf seinen Posten gemacht hatte. Da der alte Rektor von heute auf morgen verschwunden war, gab es auch keine geregelte Übergabe. Bis heute bekommt er von dem Verwaltungschef die Kontoauszüge nicht zu sehen, obwohl er ihn schon ein paar Mal gebeten hat, sie ihm vorzulegen. Sie bringen ihm nur Schecks zum Unterschreiben, aber einen Überblick hat er nicht. Er ist sympathisch und sehr schüchtern und leidet ganz offensichtlich unter seinem Job.
                                                                  (2. Rektorin)---->           
Ein Lehrer verdient nach erteilten Stunden, pro Stunde ca. 1,20 €, die Grundschullehrer unterrichten 25 Stunden pro   
Woche, so können sie ca. 120 € monatlich verdienen. Die 890 Schüler zahlen etwa 12,-€ Schulgeld pro Monat, müssen sich aber die Bücher selber kaufen. Und die Schule soll einen Gewinn für die Diözese abwerfen. Der Direktor weiß nicht, ob er Gewinn oder Verlust macht. Ich werde noch öfter in die Schule gehen und mit Kollegen reden und will auch mal in den Unterricht. Der Bischof möchte eine Evaluierung der Schule in pädagogischer und administrativer Hinsicht.                                                                  

Danach habe ich auf unserem Dach ein erstes Sonnenbad genommen, 45 Minuten mit Schutzfaktor 15.

Wir sind ein Stück weiter gekommen und haben Anträge für einen Rotationsfonds an die Botschaften geschrieben wegen des Schreinerprojekts. Sie haben dem Bischof gefallen, ebenso meine Einschätzung der Situation an der Schule, an der er ja nicht unschuldig ist. Er hat mir angeboten, ihn am Samstag ins Landesinnere zu begleiten, wo er ebenfalls einen Schulleiter ernannt hat. Es interessiert mich natürlich und ich freue mich, dass ich mal was anderes machen kann, als neben R her zu laufen oder zu sitzen, der die Verhandlungen führt. Und ab und zu einen Brief zu schreiben oder kleinere Dienstleistungen zu erledigen. R. funktioniert wie in seinen besten Zeiten, aber er braucht auch seine lange Mittagspause von 14 bis 16:30 Uhr.

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