Artikel teilen! (105) Mosambik 2008 Seniorexperten: wir können was tun: R: Langsam klärt es sich was wir machen könnten. Zusehen, dass unser Mann kalk ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
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R: Langsam klärt es sich was wir machen
könnten.
Zusehen, dass unser Mann kalkulierbares Einkommen erwirtschaftet durch Schreinerei, Apotheke, Internet und Schule. Die Schreinerei braucht Holz und eine Produktion, die Apotheke eine Buchhaltung
mit Gewinn- und Verlustrechnung, das Internetcafe muss verlegt werden und braucht jemand, der sich auskennt und Kurse anbieten kann und die Schule braucht einen guten Rektor. Dann den Wagen aus
dem Zoll kriegen, das Geld von Misereor für das Landwirtschaftsprojekt nach hier bringen, die Kommunikationsbedingungen im Büro verbessern und Vorschläge machen, wie die Verantwortung verteilt
werden könnte um effizienter zu werden. Und neue Einkommen schaffende Projekte sollen her. Mords Katalog!
M: Rentabel ist das nicht
Die bischöfliche Schreinerei: eine große, zu einem Innenhof offene Halle, gut geeignet und ausreichend ausgestattetes. Nur sahen wir nirgends Holz. Der Schreiner erklärte uns,
wenn jemand ein Möbelstück oder eine Tür haben wollte, müsste er das Holz mitbringen!
In der bischöflichen Apotheke, die winzig ist, sind
sieben Leute beschäftigt- nicht direkt „beschäftigt“, aber in Lohn und Brot. Rentabel ist sie nicht. Sie haben ein Labor, das als Küche benutzt wird, die Laboreinrichtung steht seit Jahren im
Lager. Sie war ein Geschenk aus Italien, aber keiner weiß, was er damit machen soll. R. fühlte sich als Techniker angesprochen, packte ein Paket aus und siehe da, es war eine Waage. Er montierte
sie und bat den Bischof, sie auszuprobieren. Sie wollte nicht so richtig funktionieren und dann sah ich, was auf einem kleinen Schild stand: von 2 g bis 6 Kg!
R: Ich funktioniere
Die Schreinerei soll eigentlich einen kleinen
Gewinn abwerfen. schafft es aber gerade, den drei beschäftigten Leuten das Überleben zu ermöglichen. Der alte Meister ist Muslim und sympathisch. Prompt laufe ich in die Falle der rationalen
Problemlösung. Müsste doch wissen, dass man in Afrika mehr auf die emotionale Hintergründe zu achten hat.
Ich funktioniere gut geölt als Techniker: Schnelle Sondierung der Ausgangslage, Problemanalyse, Änderungsvorschläge, Zeitvorgabe, Aufgabenzuordnung. Das soll hier funktionieren?
Na, ich weiß nicht. Idee ist, einen Rotationsfonds aufzulegen von dem die Schreinerei und andere Beteiligte Kredite kriegen um Holz und Werkzeug anzuschaffen. Wir übernehmen die
Projektformulierung und das Antragsverfahren bei den europäischen Botschaften Dann brauchen wir einen Seniorexperten zur Weiterbildung und Entwicklung einer Produktpalette vom SES. Und aus der
Schreinerei machen wir ein Weiterbildungszentrum. Theoretisch und entwicklungspolitisch alles richtig was wir vorschlagen. Fraglich ist, ob die Beteiligten in der Schreinerei eine Änderung
wünschen Das Ding hat schon jahrelang anders funktioniert. In Afrika funktioniert alles anders.