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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

(105) Mosambik 2008 Seniorexperten: wir können was tun

7. Dezember 2011 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog: Afrika

R: Langsam klärt es sich was wir machen könnten.
Zusehen, dass unser Mann kalkulierbares Einkommen erwirtschaftet durch Schreinerei, Apotheke, Internet und Schule. Die Schreinerei braucht Holz und eine Produktion, die Apotheke eine Buchhaltung mit Gewinn- und Verlustrechnung, das Internetcafe muss verlegt werden und braucht jemand, der sich auskennt und Kurse anbieten kann und die Schule braucht einen guten Rektor. Dann den Wagen aus dem Zoll kriegen, das Geld von Misereor für das Landwirtschaftsprojekt nach hier bringen, die Kommunikationsbedingungen im Büro verbessern und Vorschläge machen, wie die Verantwortung verteilt werden könnte um effizienter zu werden. Und neue Einkommen schaffende Projekte sollen her. Mords Katalog!


M: Rentabel ist das nicht
Projekt-Diozese-Pemba-Schreinerei---4.jpgDie  bischöfliche Schreinerei: eine große, zu einem Innenhof offene Halle, gut geeignet und ausreichend ausgestattetes. Nur sahen wir nirgends Holz. Der Schreiner erklärte uns, wenn jemand ein Möbelstück oder eine Tür haben wollte, müsste er das Holz mitbringen!
In der bischöflichen Apotheke, die winzig ist, sind sieben Leute beschäftigt- nicht direkt „beschäftigt“, aber in Lohn und Brot. Rentabel ist sie nicht. Sie haben ein Labor, das als Küche benutzt wird, die Laboreinrichtung steht seit Jahren im Lager. Sie war ein Geschenk aus Italien, aber keiner weiß, was er damit machen soll. R. fühlte sich als Techniker angesprochen, packte ein Paket aus und siehe da, es war eine Waage. Er montierte sie und bat den Bischof, sie auszuprobieren. Sie wollte nicht so richtig funktionieren und dann sah ich, was auf einem kleinen Schild stand: von 2 g bis 6 Kg!

R: Ich funktioniere
Die Schreinerei soll eigentlich einen kleinen Gewinn abwerfen. schafft es aber gerade, den drei beschäftigten Leuten das Überleben zu ermöglichen. Der alte Meister ist Muslim und sympathisch. Prompt laufe ich in die Falle der rationalen Problemlösung. Müsste doch wissen, dass man in Afrika mehr auf die emotionale Hintergründe zu achten hat. Reinhold-Projekt-Diozese-Pemba-Schreinerei---3.jpgIch funktioniere gut geölt als Techniker: Schnelle Sondierung der Ausgangslage, Problemanalyse, Änderungsvorschläge, Zeitvorgabe, Aufgabenzuordnung. Das soll hier funktionieren? Na, ich weiß nicht. Idee ist, einen Rotationsfonds aufzulegen von dem die Schreinerei und andere Beteiligte Kredite kriegen um Holz und Werkzeug anzuschaffen. Wir übernehmen die Projektformulierung und das Antragsverfahren bei den europäischen Botschaften Dann brauchen wir einen Seniorexperten zur Weiterbildung und Entwicklung einer Produktpalette vom SES. Und aus der Schreinerei machen wir ein Weiterbildungszentrum. Theoretisch und entwicklungspolitisch alles richtig was wir vorschlagen. Fraglich ist, ob die Beteiligten in der Schreinerei eine Änderung wünschen Das Ding hat schon jahrelang anders funktioniert. In Afrika funktioniert alles anders.


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Joachim 12/09/2011 21:08


Hallo RE! Ihr habt doch sicherlich die Schreinerei weiter arbeiten lassen wie bislang, oder?

R.Einloft 12/10/2011 12:53



Na ja, der Plan des Bischofs sah vor, Überschuss für die Diözese zu erwirtschaften. Er hatte in der Tat wenig Geld zur Verfügung. Und die Schreinerei war bis dato einzig dazu da, Reparaturen an
den diözese-eigenen Gebäude durch zu führen und kleine Nebenarbeiten zu machen. Die Kapazität und Ausrüstung reichte allemal für mehr. Der Schreiner, der als Seniorexperte nach uns kam, hat
einiges verändert. Wie es heute aussieht, wissen wir nicht.


Mit Grüßen aus Hommertshausen, RE