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Thursday, 12. january 2012 4 12 /01 /Jan. /2012 11:03

Vasco da Gama kam vom Regen in die Traufe
Da war er um halb Afrika herumgesegelt mit seiner Armada, kam auf die Ostseite in vermutete Wildnis und was fand er? Blühende Handelsstädte, kleine muselmanische Königreiche vom heutigen Mosambik bis Kenia. Schon seit dem 7. Jhdt. nach Christi, 800 Jahre bevor die Europäer auftauchten, waren Araber aus Persien, Oman, aus dem Gebiet um das Rote Meer aufgebrochen und hatten Handelsposten an der Ostküste gegründet. Die afrikanischen Könige im Inneren des Kontinents hatten wenig Interesse an den Küstenstreifen, sie überließen sie den Muselmanen. Und die trieben kräftig Handel, tauschten Gold, Elfenbein und Eisen gegen Gewürze, Baumwolle, Glasperlen und Keramik aus fernen Ländern wie Indien, Persien und China. Sansibar MeerGesegelt wurde mit Dhaus*, deren Dreiecksegel noch heute am Horizont des Indischen Ozeans vorbeiziehen. Damals waren es große, hochseetaugliche Schiffe, die ein halbes Jahr lang mit dem Monsun kamen und das nächste halbe Jahr mit dem gedrehten Wind zurücksegelten. Drei große Goldmärkte entstanden in Mombasa und Melinda, dem heutigen Kenia und in Kilwa im Süden von Tansania, dessen Handelsgebiet bis nach Mosambik reichte. Und dann kam der Portugiese, dachte die Welt zu entdecken und erhielt von den Arabern einen Piloten, der ihn sachkundig nach Kalkutta und zurück lotste. In Melinda wurden seine Schiffe überholt. Die Freundschaft hielt nicht lange, dann waren die Portugiesen wieder besiegt und setzten sich ab nach Mosambik, ihrer späteren Kolonie. Und die Araber handelten weiter. Der Sklavenhandel kam hinzu und warf extreme Gewinne ab. Um 1840 verlegte der Sultan von Oman seinen Herrschaftssitz nach Sansibar. Erst die europäischen Kolonialmächte, vorneweg dem Deutschen Kaiserreich und den englischen Herrschaften gelang es, die Vorherrschaft der Araber in Ostafrika zu brechen. Von den 1.200 Jahren Handel und Wandel sind die Händlersprache Kisuaheli, Ruinen und ein heruntergekommene Perle des Indischen Ozeans, Stonetown in Sansibar geblieben.

*(Wikipedia: Die Bezeichnung Dau steht nicht für einen einzelnen Schiffstyp wie Kogge oder Brigg, sondern für eine ganze Familie unterschiedlicher Gattungen mit zum Teil gravierenden Unterschieden. Unter dem Sammelbegriff „Dau“ werden zur Zeit etwa 60 verschiedene Schiffstypen, von kleinen einmastigen Booten mit 10 Tonnen Verdrängung für die Fischerei bis hin zu 200 Tonnen tragenden Transportschiffen beschrieben.)

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