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M 12.02.: Drucken kann zum Problem werden
Gestern ist uns wieder so eine Geschichte passiert, die, wenn man sie erzählt, urkomisch scheint, aber wenn man sie selber erlebt eher nervig ist: der Drucker im Büro des Projekts, wo wir
meistens arbeiten, benötigt so teure Farbkartuschen, dass sie bis zum letzten Tropfen ausgenutzt werden, und dann mit dem Kauf neuer so lange gewartet wird, bis es wirklich nicht mehr anders
geht. Zur Zeit kann nur noch mit blauer Farbe gedruckt werden, was eigentlich ganz okay ist, nur für die offiziellen Briefe an die Botschaften und den farbigen Briefkopf des Bischofs mit einem
schwarz-blau-grünen Phantasiewappen geht es nicht. Also haben wir uns den privaten Drucker von Dom Ernesto geliehen. Rs MacBook fand ihn erst lange nicht aber dann hatten wir eine CD mit dem
Druckertreiber und ein Handbuch. Nach anderthalbstündigem schweißtreibendem Nachdenken und Gefummel (was ist hier nicht schweißtreibend?) gab’s die erste Reaktion: er ruckte.
Nach einer weiteren halben Stunde Einstellen und Rumprobieren wurde tatsächlich das erste Schreiben ausgedruckt – das Wappen in rosa! Also nach dem Abendessen neue Suche im
Handbuch, neue Einstellungen, Reinigung der Düsen und neues Einsetzen der Kartuschen, ein neuer Probeausdruck – wieder rosa. R. gibt nicht auf, probierte es ein weiteres Mal, und als der
Briefkopf wieder in pink aus dem Drucker ruckelte, entschlossen wir uns, das Drucken auf morgen zu verschieben, einen anderen Drucker zu suchen. Es war mittlerweile nach neun.
In diesem Moment krabbelte ein haariges
Monster aus dem Drucker, torkelte ein paar Mal hin und her und fiel dann auf den Rücken. Erst sah es aus wie ein kleiner Krebs, die Figur, die Größe, aber es war eine Spinne! R hat sie gekonnt
vor dem Haus entsorgt. Danach funktionierte der Drucker einwandfrei.
Allerdings hat sich heute der Bischof die fertigen 12 Briefe zum ersten Mal richtig gründlich durchgelesen und einige Änderungen verlangt. Er hatte zwar seit Tagen unsere Vorlage, aber die hatte er nicht gelesen. Deshalb muss heute alles noch mal geschrieben und ausgedruckt werden. Das geht aber nicht, denn es gibt wieder mal keinen Strom.
Der neue Priester aus Sri Lanka ist ein Gewinn. Er mag genau wie wir und die mexikanischen Nonnen kein fades Essen. Wir haben jetzt scharfes Piri Piri auf dem Tisch stehen und er hat Pfeffer gekauft und hat gekocht: die Suppe und die Kartoffeln mit Cocos und den Reis mit Nelken. Hmmm!