Artikel teilen! (111) Mosambik 2008 Seniorexperten: Don Ernesto und Deutschland: Deutschland mit anderen Augen Don Ernesto, unser Bischof, war mal ein paar M ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
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Deutschland mit anderen Augen
Don Ernesto, unser Bischof, war mal ein paar Monate in Deutschland zum Sprachen lernen. Immer wieder interessant, wie Menschen anderer Völker unsere Gewohnheiten sehen. Er erzählt gerne davon und
dann bleibt kein Auge trocken.
Wie er zum ersten Mal Eierbecher gesehen hat und dann versucht er seinen Mitbrüdern das Ding an Hand eines Pfefferstreuer zu beschreiben. Als auch noch ein Gerät dazu kommt, mit dem man Eier
köpfen kann anstelle sie zu schälen, wie das normal wäre, gibt er lachend auf. Keiner versteht ihn.
Oder wie es Samstags dicke Suppe gab und er dachte, dass sei die gewohnte Suppe vor dem Hauptgericht. Und hungrig blieb. Den ganzen Tag. Derweilen es abends ja auch kein für ihn gewohnt normales
Essen mit Suppe, Hauptgericht und Nachspeise gibt. Sondern nur Brot, Käse, Wurst. Da musste er hungern (er ist ein großer Mann und braucht schon Einiges).
Oder wie sein Amtsbruder ihn mitten in der Woche zum Spaziergang am Nachmittag aufgefordert hat. Was ist ein Spaziergang? Und dann kam er auch noch einige Minuten zu spät!
Oder dass die Leute sich Sonntags alle so schön anziehen. Es gefällt ihm.
Und wie sie diszipliniert an der Ampel stehen obwohl kein Fahrzeug kommt.
Und wie die Deutschen gehen, er zeigt es und lacht sich halb schubbelig über den eiligen geradeaus marschierenden Gang.
Und dann das Kuchen essen am Nachmittag. „Mit oder ohne Sahne“ sagt er über das ganze Gesicht strahlend auf Deutsch und ahmt mit der Hand die Hausfrau nach. Um danach seinen Kollegen zu erklären,
was Sahne sei, die man hier nicht kennt.
Und dann der Zucker in Würfelform. Der hat es ihm angetan. Von dem man nur ein oder zwei Stück kriegt. Wobei sie doch Kaffee so gerne süß trinken. Den leicht missbilligend, unverständlichen
Blick, der ihm zugeworfen wurde als er 4 Stück nahm, macht er nach und wir liegen über dem Tisch vor Lachen.
Eine wunderbare Erzählung! Ich habe mitgelacht weil ich Ähnliches auch schon erlebt habe. Ist es nicht schön wenn man auf solche Erinnerungen zurückblicken kann? Die wird man immer im Herzen tragen und sich daran erfreuen.
Einen schönen Sonntagabend und einen guten Start in die neue Woche.
Liebe Grüße, Katharina
Oh ja, das ist schön, all die Erlebnisse, gut wie schlecht, noch mal mit zu machen. Weißt du ja. Ich bemühe mich, sie nicht zu vergessen. Das geschieht leider schnell. Wir tauchen ein in unsere Welt und die anderen Welten treten zurück. Auch deshalb schreibe ich.
Eine schöne Woche wünsche ich dir
Grüße aus dem kalten, winterlichen Hinterland, RE