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Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

(112) Als Seniorexperten in Mosambik 2008: M erzählt III

3. Februar 2012 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog: Afrika

M schult Schwester am PC28.2.M:  Eine der tansanischen Schwestern saß auf der Bank im Vorraum, da wo die Leute auf eine Audienz mit dem Bischof warten. Ob ich auch Englisch schreiben könnte, wollte sie wissen, ob ich nicht mal schnell gucken könnte, was sie da geschrieben habe und dem Bischof zeigen wolle. Es war ein Projektantrag für eine Schneiderinnen-Werkstatt und –Ausbildung. Sie schilderte lang und breit, wie arm die Frauen in ihrem Stadtteil seien und wie gut es wäre, wenn sie nähen könnten. Punkt. Aber was wollte sie? Nähmaschinen? Ein Haus? Geld? Heute haben wir uns mit ihr getroffen und heraus zu bekommen, was sie wirklich will und wie sie es sich vorstellt. Wir werden ihr einen Projektantrag formulieren, der auch Aussicht auf Erfolg hat. Ich habe mir gedacht, wir könnten ein paar Muster-Projektanträge auf Englisch und Portugiesisch ausarbeiten – die könnten sie dann jedes Mal ein bisschen umformulieren und für Soziale, Landwirtschafts-, Technik- und Ausbildungsprojekte benutzen. 

6.03. Gestern hatten wir ein sehr langes Gespräch mit dem Bischof, wo wir unsere Beobachtungen, Analysen und Aktionspläne vorgestellt haben. Er war sehr angetan, weil wir einen guten Draht zu den Leuten haben und dadurch auch viele Informationen bekommen. Vor uns war ein Spanier da, der das selbe machen sollte wie wir, aber er hat schnell Streit gekriegt mit dem Priester, der hier in der Administration arbeitet, und der mauert, d.h. er gibt keine Informationen an uns weil er Angst hat, wir wollen was ändern. Wir haben auch etwas Probleme mit ihm, aber wir denken „der ist halt so!“ und gehen vorsichtig mit ihm um, und dann ist er ganz nett.  Und die Amis, die hier waren, haben mit ihrer Angeberei was sie alles machen würden, mehr kaputt gemacht als geholfen. Dom Ernesto  will uns im Herbst wieder haben! Dann sollen wir unsere Aktionspläne in die Tat umsetzen!

R-im-Projekt-Diozese-Pemba-Schreinerei---3.jpgR soll aus der Schreinerei ein Berufsbildungszentrum machen, wir beide sollen eine Filiale der Apotheke aufbauen und aus beiden doppelten Gewinn erwirtschaften und er wäre glücklich, wenn ich das Strandgrundstück mit Hütten, einer Bar und einem Restaurant bebauen und organisieren würde, so ähnlich wie am South Beach in Dar es Salaam. Da fühle ich mich ehrlich gesagt doch etwas überfordert. Die Diözese hat das schönste Stück Strand von ganz Pemba, paradiesisch!

Wer gerne möchte, könnte ja dann im Oktober, November herkommen und die Hütten einweihen!

Gefallen würde es uns schon, wieder her zu kommen. Es ist alles sehr basic, aber die Leute sind so nett.
Praia do Wimbe - 17

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Katharina vom Tanneneck 02/04/2012 01:49


Das mit der Schneiderinnen Werkstatt ist doch eine gute Idee! Natürlich kostet es wieder Geld aber vielen Frauen wäre auch geholfen. Wurde es auch verwirklicht?


Der Strand ist ja wunderschön! Da könnte man schon was tolles daraus machen.


Schönes Wochenende und liebe Grüße!


Katharina

R.Einloft 02/06/2012 11:33



Ja, sie haben es geschafft und Spenden für eine ganze Schneiderei gekriegt. Da bewundere ich diese Schwestern, sie werden in ein fremdes Land geschickt, müssen die Sprache lernen und bauen dann
auch noch was Hilfreiches auf. Denn das hilft den Frauen da.


Ach ja, der Strand. Herrlich. Wir wissen nicht, ob da was draus geworden ist.


Eine schöne Woche wünsche ich dir


Beste Grüße RE