Artikel teilen! (113) Als Seniorexperten in Mosambik 2008: Praia do Wimbe: M: Und dann, dann haben wir es endlich gemacht: wir waren am Strand und haben ein nett ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
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M: Und dann, dann haben wir es endlich gemacht: wir waren am Strand und haben ein nettes Hotel aus lauter Hütten den
Strand lang gefunden, wo es sich angenehm sein lässt. Unsere hatte sogar eine Dusche mit starkem Strahl und warmem Wasser, wo ich mir endlich die Haare richtig waschen kann. Wir saßen vor unserem
„Chalet“ und schauten auf das tiefblaue Meer und ließen das beruhigende und gleichmäßige Heranrollen der Wellen auf uns einwirken, die Luft war erst wie Backofen, später am Abend wie Seide.
Mittags bei Garnelensalat und abends bei Gin Tonic und Garnelencurry fragten wir uns, warum wir das nicht schön längst mal gemacht hatten. Am nächsten Morgen fühlten wir uns wie zwischen zwei
Welten: wir geben für eine Nacht soviel aus, wie Leute hier mit Mindestlohn in zwei Monaten verdienen (70,-€). Und das Sein bestimmt wirklich das Bewusstsein: habe ich noch vor ein paar Tagen
bemängelt, dass es keinen offiziellen Strand gibt, wo alle hin können, finde ich es jetzt plötzlich nicht mehr so toll, dass jeder an „unseren“ Strand beim Hotel kommen kann. Der Strand ist
nämlich doch für alle, es ist nur von der Straße aus nicht zu sehen, weil alles zugebaut ist.
Wo wir liegen und
stehen, werden wir belagert von Ketten-, Münzen-, Muschel- und Schnitzereiverkäufern, und wenn wir glaubhaft gemacht haben, dass wir wirklich nichts mehr kaufen wollen, dann heißt es „aber ihr
wollt mir doch bestimmt helfen!“ Wenn ich sie so vor mir stehen sehe, diese Hungerleider, zuerst freundlich, dann immer aufdringlicher, sie wollen ja nicht betteln, sie wollen ihr Geld auf
„ehrliche“ Weise verdienen, also müssen wir was kaufen. Natürlich zahlen wir viel zu viel und dann kommt schon der Nächste. Und alle – das geht nicht. Aber sie sehen es nicht ein – wir sind doch
reich und sie sind arm! Wir müssten nach so vielen Jahren in armen Ländern Mechanismen haben, wie wir damit umgehen, aber es macht uns viel aus, wir fühlen uns schlecht.
Wir haben für die Woche vor Ostern reserviert
Sonntag Vormittag am Strand
In die kleinen Boote passt
gerade ein Mann. Mit diesen Nussschalen paddeln sie hinaus zum fischen mit der Leine. Draußen sieht man sie nur als Flecken auf dem Wasserteppich. Bach im Kopfhörer. Vorne am Meer landen kleine
Boote, ein Haufen Menschen wartet, sie wollen Fische kaufen und schauen zu, wie die Fischer elegant durch die Dünung steuern. Ab und an dringt Meeresrauschen durch.