Artikel teilen! (113) Als Seniorexperten in Mosambik 2008: Strandgeschichten II: Gegen Mittag am Strand in der Sonne zu liegen ist wie in einer Bratpfanne. Nur n ...
Andere Welten oder: vom Leben in Chile, Ecuador, Brasilien, Kolumbien, Tansania, Mosambik und immer wieder Deutschland
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Gegen Mittag am Strand in der Sonne zu liegen ist wie in einer Bratpfanne. Nur nicht den heißen Sand berühren! Und wenn dann die Sonne so
richtig loslegt, habe ich ein Gefühl, als ob von oben einer mit einem Riesenbügeleisen kommt. Bei wolkenlosem Himmel halte ich es nicht länger als 10 Minuten aus, aber es ist ja Regenzeit und
meist etwas bewölkt. Da merkt man erst spät, wenn man verbrennt.
Am vergangenen Wochenende
hatte es sehr gestürmt und das Meer hatte jede Menge Seeweizen und Algen an den Strand
gespült, bunt akzentuiert von rostigen Blechdosen, kaputten Plastikeimern und -tüten und Sonnenöltuben. Es
gib
t mehrere Mannschaften, meist Gruppen von 4 jungen Männern,
die diese unschönen stinkenden Reste am Strand eingraben, damit er wieder wunderbar weiß erstrahlt. „Unsere“ jungen Männer an „unserem Strand“ aber legen ein solches „Tempo“ vor, dass ich meinen
Augen nicht traue. Man sieht nach einer Woche kaum eine Veränderung Sie haben heute ein einziges Loch gemacht und dort was vergraben. Von sieben Uhr morgens an bis mittags um zwölf. Dabei aber
viel geplaudert, den Mädchen nach geguckt und im Schatten auf das Vorrücken des Uhrzeigers gewartet. Ich glaube, hier sollte man keine Stundenlöhne zahlen sondern Festpreise für getane
Dienste.
Ein Pater hat es uns mal erklärt: während der Kolonialzeit hat man so wenig wie möglich gearbeitet und sich gedrückt, wo es ging. Während des „Kommunismus“ hat man es genauso gemacht, den
Arbeitgeber sabotiert und wenig getan. Das gehörte zum guten Ton. Und das ist jetzt so drin. Die Leute, die für sich selbst und ihr kleines Geschäft sorgen, geben sich Mühe und arbeiten wirklich,
die anderen machen es wie früher und verlangen ständig Gehaltserhöhungen. (Bei einem Mindestlohn von 36,- Euro pro Monat).
Hahaha. Die Arbeitsmoral in vielen Ländern ist tatsächlich zum Verzweifeln. Allerdings weiss man dann wieso Nordeuropa keine Angst um die Zukunft haben muss. Wir werden immer überdurchschnittlich wohlhabend sein... weil die Mentalität einfach fleissiger ist....
Ja, die Arbeitsmoral von uns Nordlern, die ist schon anders. Ich schätze, das hat was mit dem Klima zu tun, hier mussten unsere Vorfahren immer mehr arbeiten um in der rauhen Wildnis überleben zu können. Ob allerdings der heute erreichte Dauerstress auf die Dauer gesund ist, wage ich zu bezweifeln. Bin froh, dass ich da nicht mehr rein muss.
Beste Grüße aus dem von kalten Schauern durchwehten Tal (aber heute Morgen hat schon mal die Frühlingssonne geschienen), RE
So etwas gibt es auch in Deutschland, immer noch! Besser ist es einen Projektlohn zu vereinbahren, dann haben alle etwas davon. Ein Mindestlohn von 36 € im Monat ist natürlich ein Unding! Davon kann man doch nicht leben!
Bisher wußte ich nicht, dass der Unrat vergraben wird. Ich habe mich nur immer gewundert, dass der Strand wieder so sauber war. Man lernt nie aus.
Liebe Grüßer, Katharina
Ja, gelle, das mit dem Unrat vergraben ist eine gute Idee. War uns auch neu. Irgendwann war er auch weg, da konnten sie so langsam arbeiten, wie sie wollten. Vielleicht hatten sie ja dadurch auch länger Arbeit.
Einen schönen Sonntag noch, Gruß RE