Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

(113) Als Seniorexperten in Mosambik 2008: Strandgeschichten II

13. Februar 2012 , Geschrieben von R.Einloft Veröffentlicht in #Von einem der auszog: Afrika

Gegen Mittag am Strand in der Sonne zu liegen ist wie in einer Bratpfanne. Nur nicht den heißen Sand berühren! Und wenn dann die Sonne so richtig loslegt, habe ich ein Gefühl, als ob von oben einer mit einem Riesenbügeleisen kommt. Bei wolkenlosem Himmel halte ich es nicht länger als 10 Minuten aus, aber es ist ja Regenzeit und meist etwas bewölkt. Da merkt man erst spät, wenn man verbrennt.

Praia do Wimbe - 13Am vergangenen Wochenende hatte es sehr gestürmt und das Meer hatte jede Menge Seeweizen und Algen an den StrandPraia do Wimbe - 25 gespült, bunt akzentuiert von rostigen Blechdosen, kaputten Plastikeimern und -tüten und Sonnenöltuben. Es gib
Praia do Wimbe - 24t mehrere Mannschaften, meist Gruppen von 4 jungen Männern, die diese unschönen stinkenden Reste am Strand eingraben, damit er wieder wunderbar weiß erstrahlt. „Unsere“ jungen Männer an „unserem Strand“ aber legen ein solches „Tempo“ vor, dass ich meinen Augen nicht traue. Man sieht nach einer Woche kaum eine Veränderung Sie haben heute ein einziges Loch gemacht und dort was vergraben. Von sieben Uhr morgens an bis mittags um zwölf. Dabei aber viel geplaudert, den Mädchen nach geguckt und im Schatten auf das Vorrücken des Uhrzeigers gewartet. Ich glaube, hier sollte man keine Stundenlöhne zahlen sondern Festpreise für getane Dienste.

Ein Pater hat es uns mal erklärt: während der Kolonialzeit hat man so wenig wie möglich gearbeitet und sich gedrückt, wo es ging. Während des „Kommunismus“ hat man es genauso gemacht, den Arbeitgeber sabotiert und wenig getan. Das gehörte zum guten Ton. Und das ist jetzt so drin. Die Leute, die für sich selbst und ihr kleines Geschäft sorgen, geben sich Mühe und arbeiten wirklich, die anderen machen es wie früher und verlangen ständig Gehaltserhöhungen. (Bei einem Mindestlohn von 36,- Euro pro Monat).

Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentiere diesen Post

CY 02/14/2012 07:34


Hahaha. Die Arbeitsmoral in vielen Ländern ist tatsächlich zum Verzweifeln. Allerdings weiss man dann wieso Nordeuropa keine Angst um die Zukunft haben muss. Wir werden immer überdurchschnittlich
wohlhabend sein... weil die Mentalität einfach fleissiger ist....

R.Einloft 02/19/2012 11:32



Ja, die Arbeitsmoral von uns Nordlern, die ist schon anders. Ich schätze, das hat was mit dem Klima zu tun, hier mussten unsere Vorfahren immer mehr arbeiten um in der rauhen Wildnis überleben zu
können. Ob allerdings der heute erreichte Dauerstress auf die Dauer gesund ist, wage ich zu bezweifeln. Bin froh, dass ich da nicht mehr rein muss.


Beste Grüße aus dem von kalten Schauern durchwehten Tal (aber heute Morgen hat schon mal die Frühlingssonne geschienen), RE



Katharina vom Tanneneck 02/13/2012 23:15


So etwas gibt es auch in Deutschland, immer noch! Besser ist es einen Projektlohn zu vereinbahren, dann haben alle etwas davon. Ein Mindestlohn von 36 € im Monat ist natürlich ein Unding! Davon
kann man doch nicht leben!


Bisher wußte ich nicht, dass der Unrat vergraben wird. Ich habe mich nur immer gewundert, dass der Strand wieder so sauber war. Man lernt nie aus.


Liebe Grüßer, Katharina

R.Einloft 02/19/2012 11:33



Ja, gelle, das mit dem Unrat vergraben ist eine gute Idee. War uns auch neu. Irgendwann war er auch weg, da konnten sie so langsam arbeiten, wie sie wollten. Vielleicht hatten sie ja dadurch auch
länger Arbeit.


Einen schönen Sonntag noch, Gruß RE