Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Andere-Welten oder: Von Einem der auszog aus seinem Dorf und neue Welten kennen lernte

Geschichten, Abenteuer und Alltag aus verschiedenen Welten. Vom Leben in Deutschland, Chile, Ecuador, Rio de Janeiro, Kolumbien, Tansania, Mosambik und heute im Dorf. Plus Gedankenschnipsel & Bilder zu Allerlei.

Veröffentlicht am von R.Einloft
Veröffentlicht in : #Von einem der auszog: Afrika

Ostern
Hier brüten die Eier von selbst aus wenn man sie ließe. Aber es gibt keine Ostereier. Die schauen alle recht dumm, wenn wir von unserer Sitte erzählen. Kirche.jpgWir waren heute wieder mal in der Messe. Es war sehr sportlich. Dauernd aufstehen, klatschen, singen, setzen. Dann sind sie alle nach vorne gegangen, es war aber nicht das Abendmahl, sie sind einfach am Altar vorbei und haben genickt und dann haben sie sich wieder gesetzt. Dann haben sie noch Erntedank gemacht und eine Dose Nescafe, Zucker, Reis und andere Lebensmittel nach vorne gebracht. Keine Ahnung, ob das für den Priester war.Tanzgruppe in der Kirche.jpg Die Tanzgruppe ist niedlich, lauter Mädchen zwischen 8 und 14 und die tanzen barfuss zum Gemeindesingen. Das sieht schön aus und ist sehr unterhaltsam. Es sind Mädchen, die von der Kirche den traditionellen Initiationsriten abspenstig gemacht wurden. Bei denen kriegen Mädchen und Jungen wichtige Lehren mit auf den Weg ins Leben, wie z.B. Schmerz aushalten und Sex machen. Bei den Katholen gibt’s auch wichtige Lehren zu lernen, ich befürchte, sie sind weniger auf das Diesseits ausgerichtet. Predigen tut der Priester nicht viel. Dafür lesen sie zu zweit viel ab. Diesmal dauerte es nur knapp 2 Stunden. Sie hatten aber gestern Abend schon Messen von 9.00 Uhr bis knapp 2.00 die Nacht. Und Freitag ebenfalls. Für unsere Priester war es eine harte Woche und sie sind alle kaputt. Jeden Tag begann die erste Messe um 6.00 Uhr morgens. Und tagsüber war auch einiges los. Der Bischof sah ganz elendig aus heute. Beim Abendessen ging’s ihm schon besser und wir haben lange diskutiert, ob Mosambik mit Brasilien mehr Kontakte haben soll. Ich bin dafür wegen der Süd-Süd Verbindung. Länder des Südens sind sich in der Entwicklung näher als die Technisierung aus dem Norden. Der Bischof ist gegen Brasilien. Weil die Brasilianer die Homosexualität nach Mosambik bringen täten. Jeder hat so seine Gründe.

Ich hab jetzt meinen Grund Schluss zu machen, denn ich werde mich zu M schleichen und da hören wir noch Buch. Über einen Mann der erzählt, wie er als Kind Ferien machte und wie er seine Frau im Sterben begleitet hat und wie er Altersflecken kriegt. Alles durcheinander. Zu lesen haben wir nur noch ein Geschichtsbuch über Mosambik. M hat auch das schon ausgelesen dazu den Hirtenbrief des Bischofs und alle Traktate. Wir haben einen Hilferuf an einen Freund losgelassen, der kommt am Samstag aus Maputo. Er soll irgendwas mitbringen was Buchstaben hat.
Jetzt geht auch noch der Tabak aus! Wird Zeit

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Katharina vom Tanneneck 24/02/2012


Ohjee, so lange dauert dort eine Messe? Das wäre nichts für mich! Da würde ich lieber ein Buch lesen. 


Seltsam ist unser Brauch schon mit den Ostereiern. Ich habe mal auf Wikipedia nachgeschaut aber da steht auch nichts vom Ursprung drin. Auf jeden Fall ist es für Kinder ein schöner Brauch und sie
freuen sich.


Liebe Grüße, Katharina

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