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Monday, 4. february 2008 1 04 /02 /Feb. /2008 13:35
R: Noch mehr Durcheinander
Jetzt sind vier Agenturen eingeschaltet, um den Wagen aus dem Zoll zu kriegen. Misereor gibt das Geld frei, will aber die Diözese verantwortlich machen dafür, dass der Wagen so lange rum stand und Lagergebühren verschlingt. Nicht zu reden von dem Zoll der anfällt. Müssten sie eigentlich nicht zahlen, weil sie eine gemeinnützige Organisation sind, aber die Befreiung wurde zu spät beantragt und nun ist sie im Finanzministerium verloren gegangen. Ich hatte gehofft, dass unser Bekannter aus Dar es Salaam Licht in das Dunkel bringen könnte, er sitzt an der Quelle, aber den hat offenbar die Afrikanitis auch schon gepackt, denn noch nicht mal er liefert uns die genauen Zahlen, was das kosten soll. So zwi¬schen 7 000,- und 10 000 Dollar. Wir sollen das Geld schon mal überweisen. Der hat Nerven, welche Summe denn? Er lacht, als M nachfragt und schweigt sich aus. Drei Dutzend Emails inzwischen rumgeschickt und die Sache wird nur un¬durchsichtiger. Soll ich warten wie die hier? Einfach nur warten? Wird sich schon was tun? Meine Nerven würden es mir danken. Ich komm ja mit dem Aktivismus auch nicht weiter. Höre Mozart. Von Karajan interpretiert. Dem seine flotte Art gefällt mir. Lesebuch Nr. 3 begonnen. Theodor Storm: Immensee. Na, das ist ja mal ne Schnulze! Und das soll große Literatur sein? Jetzt sind wir beim Schim¬melreiter. Besser. Aber ziemlich weit hergeholt. Heute halber Tag Strom wieder weg.

1 erfolgreicher Tag
Jetzt hab ich die Faxen dick. Entscheidungen müssen getroffen werden, welche Agentur mit der Entzollung beauftragt wird. Eine grafische Vorlage mit den Al¬ternativen und allen Adressen gemacht, damit es auch ja jeder versteht und das Ganze übergeben (und erklärt – ja doch). Ich übe mich weiter im Warten. Heute ganz gut gelungen. (Na gut, nebenbei das Emailprogramm repariert, den Bericht fertiggemacht und so Kleinigkeiten. Aber auch auf dem Dach unter den Wolken gesessen).

Unser Mann ist unfassbar
Oder nur durch Zufall fassbar. Oder nach dem Essen. Dann eilt er davon und wir stellen uns in seinen Weg. Dann hat er Zeit. Obwohl er eigentlich was Anderes vorhatte. Ist ja auch nett. Aber kein Zeitmanagement. Vielleicht sollte er keines haben? Aber seine Leute sind nicht glücklich mit ihm. Sie fordern mehr Trans¬parenz und Planbarkeit. Interessant: Die uns das erzählen sind alles ausländi-sche Mitarbeiter.
Die Diözese hat 100 km von hier ein 200 ha Landgut mit Herrenhaus , Kirche und Hütten nach brasilianischem Vorbild. Es ist eine Erbschaft und ungenutzt. Er hat Pläne aber niemanden zum Umsetzen. Beim Besuch am Samstag - M war dabei – stellt er fest, dass das Gut von einer Landwirtschaftskooperative besetzt worden ist. Die produzieren da alternative Produkte. Es war ein Franzose, der die Idee hatte. Jetzt hat unser Bischof den Salat. Die rauszukriegen bedeutet Krieg, ich kenne das aus LA. Mein Rat (schon wieder einer): sich mit denen zu arrangieren und ein Geschäft auf Gegenseitigkeit zu vereinbaren. Es schmeckt ihm nicht. Was der Kirche gehört hat er zu bewahren.

Das Evaluierungsteam
von Misereor ist hier. Dynamisch-direkt ist die Consultant Frau, verhalten und fragend die zukünftige Entwicklungshelferin. Wir sollen teilnehmen. Das bedeu-tet, das wir bei dem ZiP oder Zop oder wie das Verfahren auch heißt um das Projekt zu bewerten, dabeisitzen sollen. Ich bin verwundert. Geld und Auto sind nicht da, aber evaluiert wird schon mal. Theoretisch hat das Projekt in der Tat im April letzten Jahres begonnen. Praktisch sitzt das Team meist rum. Mir brummt der Schädel. Gut ist, dass das einheimische Personal an den bürokrati-schen Anforderungen von Misereor orientiert wird. Lustig die Reaktionen. Die Forderung, Verantwortung zu übernehmen für die Versäumnisse, das bringt sie zum Lachen. Das ist ihre Art der Reaktion auf Probleme.

Ordnung schaffen.
M hatte die Ablage organisiert. Alles schön geordnet, eingehängt und beschriftet, mit Zwischenblättern, selbst ausgeschnitten weil kaufen kann man so was nicht. Die Koordinatorin hatte nicht mitgemacht beim Ordnung schaffen. Nur der Buchhalter. Kam mir komisch vor. Heute weiß ich warum. Sie hat ihre eigene Ordnung. Jedes Mal wenn ein Papier nachgefragt wurde, rannte sie los, kramte in ihrer Schublade in vollen Umschlägen und kam nach langer Zeit mit einem Dokument zurück. Selten war es das richtige und die Prozedur begann von neuem. 2 Std später konnten wir beginnen. In unseren schönen Ordnern hatte sich nichts bewegt.


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Kommentare

...da kann ich dem Beitrgsteller vollkommen zustimmen.

Kommentarnr1 gepostet von Roberta am 14.12.2010 um 20h11

Danke, Mosambik-Tagebücher sind alle drin. Gerade bin ich an der Zeit in Tansania. Viel Vergnügen weiterhin

Bestens RE

Antwort von R.Einloft am 16.12.2010 um 11h56

Eine wirklich interessante Geschichte! Würde mich freuen weitere hier lesen zu können.

Kommentarnr2 gepostet von Timo am 6.07.2010 um 12h04

Danke. Es geht weiter, natürlich. Sind schon einige Geschichten im Blog. Chronologisch geordnet und nach Ländern und Themen in den Kategorien. Viel Spaß

Bestens RE

Antwort von R.Einloft am 7.07.2010 um 12h22
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