Tuesday, 28. october 2008
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Warum zieh es Menschen in Afrika und Lateinamerika in die Stadt? Was schimmert und flimmert so magnetisch, dass Gerüchte über Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung, niedere Tätigkeiten, Armut,
Elend, Verbrechen nicht wirken, überstimmt werden vom Licht des lockenden Konsums und der Magie des Lebens in der Welt des Reichtums.
Nur ein Teil der Massen, die abwandern in die Städte, tun dies aus Not und Vertreibung. Sie wissen nicht wohin und die Stadt bleibt als einzige Alternative. Von denen spreche ich nicht. Das
Phänomen der Migration in die Städte ist in Lateinamerika und Afrika ein reelles Problem.
Ich möchte gerne wissen, was sie treibt, die in ihren Familienverbänden eingebunden und abgesichert sind, Hunger nur leiden, wenn Katastrophen die Ernte vernichtet und - wenn auch marginal -
Marktanbindung haben. Ghettoblaster findet man sogar im Amazonas bei den Yanomami. Wissen sie was sie tun, diese Migranten?
Lese Doris Lessing: "Hunger nach dem grossen Leben". L. ist in Rhodesien geboren und bekümmert ob des Elends der Schwarzen. Aber sie ist eine Weiße und nur bedingt Insiderin. Einige Antworten
deutet sie an. Als wäre es ein Zug von Lemmingen die ein unbewusster Drang erfasst. Und noch etwas verstärkt sich mir. Afrikaner denken in anderen Kategorien, Regelkreisen denn Logik und
Rationalität. Das ist beileibe nicht abwertend gemeint. Im Gegenteil. Unsere Logik zu wirtschaften und zu leben wird mir immer suspekter.
Meist aber bleibt sie, die Frage: "Ich verstehe nicht, was ist Zivilisation?" Wie eine Lehrerin erklärt sie "Das ist, wie die Weißen leben, mit Häusern, Fotoapparaten, Cowboys, Lebensmitteln und
Fahrrädern." "Dann gefällt sie mir, die Zivilisation" sagt Javabu aus tiefstem Herzen, von seinem großen Hunger nach dem Leben getrieben. Betty lacht freundschaftlich und sagt: "He, was bist du
doch für ein großer Narr, mein Freund."