Tuesday, 4. november 2008 2 04 /11 /Nov. /2008 15:05
Bei Mankell gelesen (Das Auge des Leoparden) und für wahr empfunden:

„Ein weißer Mann kann den Afrikanern niemals als ihr Vorgesetzter helfen, ihr Land zu entwickeln. Von unten, von innen kann man Wissen und neue Arbeitsmethoden vermitteln, aber niemals als ein bwana.
Ihre lange koloniale Vergangenheit hat den Afrikanern alle Illusionen genommen. Sie kennen die Unberechenbarkeit der Weißen, die laufend eine Idee gegen eine neue austauschen.
Ein weißer Mann fragt nie nach Traditionen, geschweige denn nach den Ansichten der Ahnen.
Der weiße Mann arbeitet schnell und hart, aber Eile und Ungeduld sind in den Augen der Schwarzen ein Zeichen fehlender Intelligenz.
Die Weisheit des schwarzen Mannes basiert darauf, lange und gründlich nachzudenken.“

Zauberei wird sehr ernst genommen. Manchmal tödlich ernst.

Wir waren bei einer Trauung. Der Pfarrer nahm es sehr ernst, dass ein Mann nur eine Frau haben darf. Mke moja na mume moja wiederholte er eindringlich immer wieder. Er hat ja auch einen schweren Stand bei der islamischen Konkurrenz. Die bieten den Männer auf Erden mehrere Frauen und im Himmel Huri. Ansonsten war es manchmal lustig. Der Chor wiegte im Rhytmus und die Gemeinde klatschte beim Jahwort. Dazwischen die hohen Triller der Frauen die mir das Blut in den Adern gefrieren lassen.

Afrika riecht oft nach verbranntem Müll. Die Müllabfuhr kostet extra und die fahren ja auch den Müll nur weg, irgendwohin zum verbrennen. So verbrennen die meisten ihren Abfall selbst. Besonders ätzend, wenn Plastik und Gummi dabei ist.

Die großen dicken Wasser-Wagen die sich schwer durch die Schlaglöcher quälen. Und die Jungens, die Wasser in Kanister auf ihren zweirädrigen Karren transportieren. Das ist auch Afrika.

Die Hintern. Breit, ausladend, beim Gehen von einer Seite zur anderen schwingend, ja, das ist Afrika.

Kunstvoll werden die Haare in stundenlanger Arbeit geflochten und gesteckt. Schmuckstücke manchmal.

Diese in sich ruhende Langsamkeit, die Fähigkeit, Dinge sein zu lassen. Nicht andauernd vom Veränderungswillen geplagt sein.

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