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Dar es Salaam
Sonntag, den 14.11.06
Nicht Öl sondern Wasser wird die zukünftige Ursache für Verteilerstreit und Kriege sein, sagen viele Experten. Erneuerbares Frischwasser ist begrenzt und das
Gesamtangebot ist in der Geschichte ziemlich konstant geblieben. Unsere Vor Vor Vorfahren konnten noch aus dem Vollen schöpfen. Aber heute müssen sich 6 Mrd Menschen den Vorrat teilen und das
reicht nicht hin. Dabei tun die, die Wasserzugang haben noch immer so, als wäre das kostbare Nass unbegrenzt. Die Deutschen gehören auch dazu.
Abschreckendstes Beispiel ist Mexico Stadt. 20 Mio Menschen leben in diesem Moloch und verbrauchen im statistischen Mittel 350 Ltr Wasser pro Tag pro Einwohner.
(Deutsche verbruachen 130 Ltr zum Vergleich). Ist das statistischen Mittel des Verbrauchs schon hoch, wird die Geschichte unverantwortlich nach der Aufschlüsselung. Die Armen in den Randgebieten
sind natürlich nicht an die Wasserleitungen angeschlossen und kaufen sich das Wasser von Tankwagen. Sie verbrauchen entsprechend wenig. Die Reichen dagegen vergeuden Wasser bis 25 mal dem
Mittelwert! Dann platzen laufend die alten Rohre und überschwemmen ganze Straßenzüge, in Teilen der Stadt die Lagunenstadt wiederherstellend, die Cortez vorgefunden hatte. Der enorme Verbrauch
mit Vergeudung hat zur Folge, dass täglich (TÄGLICH) 4 Milliarden Ltr Wasser dem Grundwasser entnommen werden und 1,5 Milliarden Liter zusätzlich aus dem Umland in die Stadt gepumpt werden. Das
Grundwasser füllt sich nur zur Hälfte von selbst wieder auf. Das Zentrum sinkt ab, am Rand 5-6 m in den letzten 20 Jahren, in der Mitte 2 m . Wäre die weltberühmte Kathedrale nicht mit einem
Stahlkorsett gestützt, sie wäre längst eingestürzt.
Im Umland hat die Wasserentnahme zur Folge, dass die Landwirtschaft verödet weil das Grundwasser ebenfalls sinkt. Kommt hinzu, dass die Bauern zumeist ungeklärtes
Abwasser in ihrer Not benutzen und damit kommt die Scheisse wieder in die Stadt zurück. Auch nicht gerade gesund.
In der Tendenz passiert das, was in Mexiko Stadt abläuft, auf der ganzen Welt. Mehr Wasser als durch Niederschläge nachläuft wird bereits dem Grundwasser entnommen.
Und die Entnahme steigt und steigt. Besonders ungünstig ist die Wasserbilanz in der Landwirtschaft. Für eine Tonne Weizen im Wert von 200 Dollar werden in den USA sage und schreibe 1000 Tonnen
Wasser verbraucht. In den Entwicklungsländern dagegen sinkt der Grundwasserspiegel teilweise dramatisch. Das knallt irgendwann.
Dann wird Wasser kostbarer als Öl.