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Thursday, 6. november 2008 4 06 /11 /Nov. /2008 14:07
Dar es Salaam Sonntag den 19.11.06

Das Buch "Der Weltensammler" bringt mir die Diskussion zurück, wie Kulturen zu bewerten sind. Denn die Beschreibungen aus dem Leben von Richard Burton (nein, nicht der von Liz Taylor), geben eine eindeutige Antwort: rein in die Kulturen bis über beide Ohren und lernen, lernen, lernen.

 Aus einer Kritik: "
«Der Weltensammler» ist – umgekehrt – die Geschichte einer zunehmenden Entgiftung. Es ist das Gift der eurozentristischen Sichtweise mit ihrem blinden Stolz auf Vernunft und Aufklärung, als gäbe es beides per se im indischen oder arabischen Denken nicht. Eine so große von Widersprüchen gekennzeichnete Gesellschaft wie die indische im 19. Jahrhundert kann ohne die Anwendung von Prinzipien der Vernunft nicht existieren."

Das Buch ist ein Vergnügen aus dem prallen Leben eines Wagemutigen, der eintaucht. Gegen diesen Weltenbummler sind M & ich  Anfänger.  Burton hat Sprachen fliessend gelernt, Kulturen aufgesogen, hat - als englischer Offizier Mitte des 19. Jhdts in Indien - mit den Einheimischen gelebt, ohne dass die wussten, dass er Engländer ist. Er hat, als Inder verkleidet und zum Islam konvertiert, die Hadj nach Mekka und Medina auf den abenteuerlichen Wegen der damaligen Zeit mitgemacht.

Und in Tansania gehörte er zu den großen Entdeckern des Landes. Immer mit Kenntnis und Wissen um Kultur und Sprache, offen für Informationen wie ein Schwamm und auf der Grenze existierend, derjenige gänzlich zu werden der er vorgab zu sein.

Genau das ist auch für uns eine drängende Frage: welchen Kulturen gehören wir nun an? Es gibt so viel Schönes und Bewundernswertes aus den anderen Welten. Die man nicht mitnehmen kann oder nur bedingt, denn sie irritieren einen selbst und die anderen Menschen in der alten Heimat. Aber reich wird man bei diesen Abenteuern, andere Menschen und Welten zu begreifen. Bewundernswerte menschliche Einsichten aber auch radikale Haltungen gegenüber uns lieb gewordenen humanen Selbstverständlichkeiten  werden deutlich. Manchmal denke ich, Bewertungen müsste gänzlich aussetzen.
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